Memmelsdorf
Kalkulation

Wasser wird in Memmelsdorf 2015 teurer

Memmelsdorf führt eine Grundgebühr für die Abwasserentsorgung ein. Auf den Endverbraucher kommen ab Januar höhere Kosten zu.
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Foto: Archiv
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Die jüngste Kostenkalkulation der Gemeinde Memmelsdorf hat zutage gebracht, dass sowohl bei der Wasserversorgung als auch bei den Abwassergebühren derzeit eine Unterdeckung vorliegt. Zumal die Gemeinde auch in den nächsten Jahren rund über 2,5 Millionen Euro in die Wasserversorgung beziehungsweise ins Abwasser investieren wird. Da man aber auch weiterhin von der Erhebung von Ergänzungsbeiträgen absehen möchte, mussten sich die Gemeinderatsmitglieder auseinandersetzen, wie und in welcher Höhe die Preise angeglichen werden sollen.

Laut Verwaltung muss die Gemeinde jährlich um die 850 000 Euro für die Wasserversorgung und fast eine Million Euro für die Abwasserversorgung berappen. Aktuell liegt der Kubikmeterpreis von Wasser 1,93 Euro. Die Einleitungsgebühr fürs Abwasser kostet die Verbraucher pro Kubikmeter 2,40 Euro. Somit liegt bei der Wasserversorgung pro verbrauchtem Kubikmeter eine Unterdeckung von 33 Cent vor, beim Abwasser hingegen sind es 32 Cent.

Martin Mattausch: Wir haben gar keine andere Wahl"

"Wir müssen auch künftig kostendeckend arbeiten, daher haben wir gar keine andere Wahl, als die Gebühren anzuheben", betonte Ratsmitglied Martin Mattausch (Vereinigte Wählergemeinschaft). Zumal es, so ergänzte Bürgermeister Gerd Schneider (parteilos), in der Gemeinde 65 Kilometer Wassernetz er- und unterhalten werden müssten.

Daher wird es zum 1. Januar 2015 zu folgender Neuregelung kommen, die einstimmig von den Gemeinderäten beschlossen wurde: Beim Wasser kommt es zu zwei Erhöhungen. Zum einen wird die Jahresgebühr für die Hauswasserzähler um jeweils zwölf Euro steigen. Von den rund 2400 Zählern, die in der Gemeinde installiert sind, haben 2300 die geringste Durchflussmenge von 2,5 Kubikmetern pro Stunde. Hierfür wird die Gebühr ab nächstem Jahr dann 51,36 Euro (brutto) betragen.

Keine verfassungsrechtlichen Bedenken

Die Kostenunterdeckung bei der Abwasserentsorgung wird nach dem Willen des Gemeinderates durch die Einführung einer jährlichen Grundgebühr ausgeglichen. Analog zur Wassergrundgebühr wird diese ebenfalls 5136 Euro (brutto) betragen. Die Einführung einer Gebühr beruht auf dem Gedanken, dass allein durch das Bereitstellen und Vorhalten einer Einrichtung bereits Kosten entstehen. Auch bestehen gegen die Erhebung dieser Gebühren keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Ferner wurde die Gestaltung der Grundgebühr so vorgenommen, dass auch künftig eine angemessene Abrechnung nach der tatsächlichen Nutzung stattfindet. Die Einleitungsgebühr in Höhe von 2,40 Euro bleibt hingegen unverändert.
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