Würgau

Warum Stau auf der A70 schlecht für die neue Hangbrücke ist

Die Bauarbeiten an der Autobahnbrücke bei Würgau laufen auf Hochtouren. Seinen kniffligsten Moment hat das Mammut-Projekt überstanden.
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Das erste Stück der neuen Hangbrücke der A 70 bei Würgau ist betoniert. In dieser Woche folgt der zweite von insgesamt elf Abschnitten. Foto: Ronald Rinklef
Das erste Stück der neuen Hangbrücke der A 70 bei Würgau ist betoniert. In dieser Woche folgt der zweite von insgesamt elf Abschnitten. Foto: Ronald Rinklef
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Alles hängt nun vom Verkehr ab: Einen Stau darf es in den acht bis zehn Stunden, in denen je eine der elf Fahrbahnplatten betoniert wird, nicht geben. Sonst könnte es sein, dass die spätere Oberfläche der neuen Hangbrücke bei Würgau Unebenheiten bekommt, und wer will schon eine gewellte Fahrbahn auf der A 70? Robert Zimmermann von der Autobahndirektion Nordbayern jedenfalls nicht.

Durchaus sei dies einer der kniffligsten Momente in der gesamten Bauzeit der südlichen Hangbrücke bei Würgau, sagt Zimmermann mit Blick auf die Baustelle. Rund 65 Betonmischer müssen allein für die erste Platte rollen und die beiden Betonpumpen füttern. Neben zirka 70 Tonnen Stahl braucht es allein 500 Kubikmeter Beton, um den ersten Überbauabschnitt der neuen Brücke zu erstellen.

Ein längerer Stau würde den gesamten Ablauf durcheinander bringen.
Bei der Betonage ist laut dem Ingenieur mit einberechnet, dass sich der Überbau beim Trocknen um rund einen Zentimeter senkt. Kommt durch einen größeren Verkehrsstau auf der A 70 über Stunden kein Beton mehr an der Baustelle an, würde diese Absenkung nicht eintreten. Laut Zimmermann ändert das zwar nichts an der Statik der Brücke. Doch müssten Unebenheiten ausgeglichen werden. "Der Beton enthält einen Verzögerer von sechs bis sieben Stunden", erklärt Zimmermann. Damit werde das Risiko eines solchen Szenarios minimiert.


Pro Woche eine Fahrbahnplatte

Bei der ersten und besonders kniffligen Fahrbahnplatte ging's schon mal gut. Der erste Überbau mit einer Länge von zirka 35 Metern wurde am Wochenende fertig gestellt, die Spannstähle am Sonntag vorgespannt. Die Betonmischung passt. Damit trägt das erste Brückenteil.

Was wichtig sei, so Bauleiter Zimmermann: Nach der ersten Betonage habe man etwas Erfahrung für die nachfolgenden Abschnitte gesammelt. Auch darüber, wie die Schalung möglichst reibungslos mithilfe des Vorschubgerüsts von einem zum anderen Abschnitt verschoben werden kann. Die Schalung dauert ein paar Tage, die Betonage dafür nur wenige Stunden.

Pro Woche wird so nun plangemäß eine weitere, rund 39 Meter lange und 35 bis 55 Zentimeter starke Fahrbahnplatte betoniert. Bis am Ende die gut 400 Meter lange Brücke steht: "Der Plan ist, dass der gesamte Überbau bis Juli erstellt ist", erklärt Zimmermann. Es folgen im Anschluss weitere Arbeiten, unter anderem am Belag des 18 Meter breiten Bauwerks.

Demnach läuft weiterhin alles nach Plan: Im September 2015 hatten die Abrissarbeiten der 47 Jahre alten südlichen Hangbrücke der A 70 begonnen. Der Neubau soll im September fertig sein. Der Bund investiert rund 8,2 Millionen Euro in das Brückenprojekt.

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