Bamberg
Weltkulturerbelauf

Volkslauf in Bamberg: Eine Stadt feiert ihre Helden

Knapp 12 000 Sportler gehen bei der siebten Auflage des beliebten Volkslaufes in Bamberg an den Start. Trotz Nieselregens am Nachmittag bevölkern wieder zahlreiche Zuschauer die engen Gassen der historischen Altstadt.
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Spalier für die Sportler: Der Bereich beim Alten Rathaus ist bei den Zuschauern des Weltkulturerbelaufes stets sehr beliebt. Fotos: Pack
Spalier für die Sportler: Der Bereich beim Alten Rathaus ist bei den Zuschauern des Weltkulturerbelaufes stets sehr beliebt. Fotos: Pack
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Wenige Meter hat der kleine Läufer noch bis ins Ziel. Der "Maxplatz" inmitten der Bamberger Fußgängerzone ist schon in Sicht, aber der Bub kann einfach nicht mehr. Immer wieder bleibt er stehen, hebt die Arme und schnappt nach Luft. Doch die Bamberger lassen ihre Helden nicht im Stich: Kollektiv lehnen sie sich über die Absperrgitter, feuern den jungen Sportler tosend an. Mit letzter Kraft, hochrotem Kopf und einem Lächeln auf den Lippen joggt er über die Ziellinie.

Wer einmal ein Gefühl dafür bekommen will, was den Weltkulturerbelauf in Bamberg so besonders macht, der sollte sich den ganzen Wettkampftag durch die Stadt treiben lassen. Nahezu an jeder Ecke stehen die Zuschauer und feuern die Sportler enthusiastisch an. So auch diesmal, bei der 7. Auflage. Trotz Nieselregens am Nachmittag und im Vergleich zu den Vorjahren frischen Temperaturen hatten sich am Sonntag Tausende von Fans in die Altstadtgassen aufgemacht.

Dabei geht es den meisten von ihnen weniger um den reinen Wettkampfgedanken. "Schauen Sie sich doch um: Jung oder alt, schnell oder langsam - jeder ist ein Held und wird gefeiert", bringt es eine ältere Bambergerin, die schon seit der ersten Auflage im Jahr 2003 immer am Streckenrand steht, auf den Punkt. Diesmal sei aufgrund des Wetters zwar etwas weniger los. "Aber wir machen trotzdem genügend Stimmung."

Meist aus der Region

Knapp 12 000 Sportler - vom Bambini-Lauf bis zum Halbmarathon - gingen am Sonntag an den Start. Sie kommen hauptsächlich aus Stadt und Landkreis Bamberg sowie den angrenzenden Landkreisen. "Der Lauf wird bewusst nicht überregional beworben, damit die Läufer der Heimat zum Zuge kommen", so Pressesprecher Martin Sage. Trotzdem würden sich auch Sportler aus ganz Deutschland anmelden.

Dass bei den Läufen alles reibungslos klappt, dafür sorgen knapp 1500 Helfer. Sie sind die Helden abseits der Strecke und auch bei ihnen war trotz einer ganzen Menge Arbeit am späten Nachmittag die Stimmung noch bestens. "Keine Probleme, alles läuft super", lautet der knappe Kommentar eines Bamberger Feuerwehrmanns, der in der Nähe des Starts am Markusplatz eingeteilt war.


Zwischenmahlzeit in Streckennähe

Zwischen den Läufen bleibt beim Weltkulturerbelauf im Übrigen genügend Zeit für eine Stärkung. Dann werden die Eiscafés bevölkert und in den Wirtshäusern gönnt man sich in unmittelbarer Streckennähe eine Zwischenmahlzeit oder eine kühles Bier. "Muss auch sein. Damit wir wieder Kraft zum Anfeuern haben", erläutert ein Bamberger Student, der es sich mit Freunden direkt vor der berühmten Brauereigaststätte "Schlenkerla" unweit des Bamberger Doms gemütlich gemacht hat. "Wir bleiben hier, bis der Letzte vorbeigelaufen ist."

Auch die auffällig vielen Touristengruppen können sich an diesem Sonntag dem besonderen Flair des Weltkulturerbelaufes nicht entziehen. Immer wieder bleiben sie stehen und feuern die Sportler an. Für eine junge Reiseleiterin, die einer Gruppe Asiaten bei einem Altstadtrundgang die schönen Ecken Bambergs näher bringen will, ist irgendwann klar: "Ich gebe es auf. Die wollen sowieso nur die Läufer fotografieren."


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