Viereth-Trunstadt

Viereth Trunstadt: kleine Straßen, große Sorgen

Einige Straßen in Viereth Trunstadt sind an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen. Egal, ob man nach der besten oder nach der billigsten Lösung sucht, die Entscheidung ist meist nicht einfach.
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Ab ins Bankett, heiß es bei Weiher immer häufiger, seit Tütschengereuth gesperrt ist und die Straße zur Ausweichroute wurde. Fotos: hak
Ab ins Bankett, heiß es bei Weiher immer häufiger, seit Tütschengereuth gesperrt ist und die Straße zur Ausweichroute wurde. Fotos: hak
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Beim Thema Straßen steht Viereth-Trunstadt derzeit vor mehreren Herausforderungen. Die Gemeinde hat darum ein Ingenieurbüro beauftragt, drei Strecken in Augenschein zu nehmen: die Gemeindeverbindungsstraßen Viereth - Tüschengereuth und Weiher - Trabelsdorf sowie die Ortsdurchfahrt der B 26 in Viereth.

Einen guten Zustand bescheinigt Ingenieur Peter Bittel vom Bamberger Büro Wolf der Fahrbahn von Weiher in Richtung Trabelsdorf. Allerdings ist diese nur drei Meter breit. Im Begegnungsverkehr bleibt also nur das Ausweichen ins Bankett. Und das ist derzeit recht häufig nötig. Denn seit der Vollsperrung der Ortsdurchfahrt in Tütschengereuth ist diese Straße für viele aus dem oberen Aurachtal zur Ausweichstrecke auf den Weg ins Maintal geworden.

Unter den vielen Ausweichmanövern leiden vor allem die Bankette.
Schon bisher war der gemeindliche Bauhof regelmäßig unterwegs um diese neu aufzuschütten, inzwischen kommt er kaum noch nach - und die Sperrung in Tütschengereuth wird sich bis ins kommende Jahr hinziehen. Ingenieur Bittel macht deshalb den Vorschlag, die asphaltierte Fahrbahn auf 4,5 Meter zu verbreitern, was etwa 170 000 Euro kosten würde. Die Kosten für den laufenden Unterhalt - laut Geschäftsleiter Gerd Franke jährlich rund 10 000 Euro - könnten dadurch deutlich gesenkt werden.

Im Gemeinderat überwiegt jedoch die Skepsis. Auch will man nicht mit einer breiteren Straße noch mehr Durchgangsverkehr anziehen. Deshalb wartet man, bis sich die Verkehrslage wieder beruhigt - und macht zunächst wie gehabt weiter.


Flurweg als Alternative?

Komplizierter ist die Sachlage, was die Straße von Viereth nach Tütschengereuth betrifft. Hier ist die aktuelle Belastung zwar nicht so stark gestiegen seit der Sperrung in Tüschengereuth im Frühjahr 2015. Doch die gut drei Kilometer lange Strecke ist schon der geringen Verkehrsbelastung abschnittsweise nicht mehr gewachsen.

Zwar wurde der untere Abschnitt "Im Erzenthal" in Viereth nach einem drohenden Hangrutsch vor zwei Jahren aufwendig saniert und gesichert. Aber ein etwa 570 Meter langes Mittelstück ist nach Ansicht des Ingenieurs dermaßen marode, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Ein Neubau würde etwa 570 000 Euro kosten, die Instandsetzung der gesamten Strecke auf dem Gemeindegebiet von Viereth-Trunstadt etwa 1,8 Millionen.

Deutlich günstiger käme es die Gemeinde, die Straße vor dem maroden Abschnitt geradeaus in Richtung zur Staatsstraße bei Tütschengereuth zu verlängern. Dort ist im Zuge der Flurbereinigung ohnehin ein neuer Wirtschaftsweg geplant. Doch das weckt bei vielen Vierethern Befürchtungen, dass sich die Strecke, die jetzt schon häufig als Schleichweg genutzt wird, zum viel befahrenen Zubringer zur A 70 entwickeln könnte. So haben Anwohner bereits eine Flugblattaktion gestartet und sich mit einem Brief an Bürgermeisterin Regina Wohlpart (BG) gewandt. Die Bedenken werden von der Bürgermeisterin und vom Gemeinderat weitgehend geteilt. Aussagen, dass Eigentümer im Laufe der Flurbereinigung zum Grundstücksabgabe gezwungen worden wären, weist Wohlpart jedoch entschieden als falsch zurück.

Eine Herabstufung der Straße zum gesperrten Flurweg, wie es im Frühjahr bereits mit der Straße von Trunstadt in Richtung Priesendorf gemacht wurde, scheint auch keine Alternative. Zudem müsste die Gemeinde dann vermutlich staatliche Zuschüsse zur Erzenthal-Sanierung in Höhe von über 200 000 Euro zurückzahlen.


Kaum Spielraum an der B 26

Das für die Bundesstraße zuständige Staatliche Bauamt Bamberg plant 2017 in der Ortsdurchfahrt von Viereth die Fahrbahn zu sanieren. Laut Bittel kommen dadurch auch auf die Gemeinde Fixkosten in sechsstelliger Höhe zu. Bedingt sind diese vor allem durch die Ver- und Entsorgungsleitungen, die unter der Straße verlaufen.
Andererseits eröffnen sich der Gemeinde Möglichkeiten, den Bereich der Ortsdurchfahrt mit Mitteln aus der Städtebauförderung aufzuwerten. Da laut Bittel wegen der rückläufigen Verkehrsbelastung eine Rückstufung der Bundes- zur Staatsstraße möglich ist und das Bauamt eine Verringerung der Fahrbahnbreite von aktuell 7,50 Meter auf 6,50 Meter angeboten hat, entstünde hier ein Gestaltungsspielraum - wenn gleichzeitig der bisher an der Straße entlang führende Radweg an den Main verlegt würde. Allerdings hat sich der Gemeinderat bereits in einer früheren Sitzung gegen eine Verlegung des Radweges ausgesprochen.

Auf Skepsis stößt in dem Gremium auch der Vorschlag für eine Querungshilfe. Eine solche ist prinzipiell erwünscht, allerdings scheint der einzig mögliche Standort dafür ungeeignet. Da eine Fahrbahnbreite von zwei Mal 3,75 Meter nötig ist - damit Schneepflüge durchkommen - und die Insel mindestens zwei Meter breit sein muss, könne dies nur auf Höhe der Blumenstraße realisiert werden, so Bittel. Ein Bedarf an dieser Stelle wird aber im Gemeinderat nicht gesehen.

Da ein Gesamtausbau des straßenbegleitenden Raumes in die Millionen gehen würde, wird dieser Möglichkeit in der Gemeinde kaum eine Realisierungschance eingeräumt. Bürgermeisterin Wohlpart regt nun an, sich über eine Punktuelle Neugestaltung des Straßenraumes - etwa an der Kapelle bei der Blumenstraße - Gedanken zu machen.
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