Bamberg
Statistik

Verkehr in Bamberg: Alle vier Stunden passiert ein Unfall

Im vergangenen Jahr sind so viele Menschen auf den Straßen in Bamberg ums Leben gekommen wie lange nicht. Auch die Zahl der Unfälle hat zugenommen.
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Die Kreuzung Memmelsdorfer Straße ist weiterhin die unfallträchtigste Stelle am Berliner Ring in Bamberg. Bei diesem Unfall im Juli 2015 war die Ampel ausgefallen.  Foto: F. Merzbach/Archiv
Die Kreuzung Memmelsdorfer Straße ist weiterhin die unfallträchtigste Stelle am Berliner Ring in Bamberg. Bei diesem Unfall im Juli 2015 war die Ampel ausgefallen. Foto: F. Merzbach/Archiv
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Weniger als vier Stunden dauert es, bis es nach einem Unfall auf den Straßen im Stadtgebiet erneut kracht. Das zumindest sagt die Statistik: Die Polizei hat im vergangenen Jahr 2415 Unfälle registriert. Am Tag ereignen sich somit im Schnitt 6,6 Zusammenstöße in Bamberg. Erneut sind die Zahlen um knapp fünf Prozent gegenüber den Vorjahren angestiegen.

Ein trauriger Rekord stellt die Zahl der Verkehrstoten dar: Auf den oberfränkischen Straßen sind im vergangenen Jahr mehr Menschen ums Leben gekommen: 53 Personen wurden Opfer von Verkehrsunfällen, das sind 19 mehr als noch im Jahr 2014. "Diese Entwicklung spiegelt sich auch in unserer Statistik wider", so Bambergs Vize-Polizeichef Klaus Linsner bei einem Pressegespräch.


Sechs Verkehrstote

Sechs Menschen sind im vergangenen Jahr infolge von Unfällen im Stadtgebiet getötet worden. Nach der Zählweise des Landesamtes für Statistik sind es vier Tote: Da zwei Verkehrsteilnehmer später als 30 Tage nach den Unglücken gestorben waren, werden die Vorfälle strenggenommen nicht als tödliche Unfälle geführt. Dennoch ist das seit langem der höchste Stand: Zuletzt hatte es 2010 vier Verkehrstote in Bamberg gegeben.

Die Polizei versuche immer nach den Ursachen zu forschen, so Linsner. Doch hatten sich die tödlichen Unfälle alle recht unterschiedlich ereignet. Als Ende März in der Pödeldorfer Straße ein Autofahrer ums Leben kam, war überhöhte Geschwindigkeit als Ursache festgestellt worden. Doch zu hohes Tempo spielt laut Polizei ansonsten kaum eine Rolle. Ursache Nummer eins bleibt der zu geringe Abstand. Insgesamt 557 Unfälle sind so auf den Straßen geschehen.

Die Anzahl der Unfälle mit der Ursache Alkohol liegt auf einem niedrigen Niveau, hat aber ebenso zugenommen (von 31 auf 41). "Wir haben deshalb schon reagiert und mehr Kontrollen durchgeführt", sagt Hauptkommissarin Ines Schellmann.

Mehr Zusammenstöße mit Radfahrern (204) wurden registriert. Typisch laut Polizei ist, dass Radfahrer beim Ab- oder Einbiegen übersehen werden oder ihnen die Vorfahrt genommen wird. Vor allem die Anzahl der Unfälle, bei denen sich Radler leicht verletzten, ist um gut ein Viertel angestiegen. Bei den Schwerverletzten gab es einen leichten Anstieg. Auch unter den getöteten Verkehrsteilnehmern waren zwei Radfahrer.

Eine der unfallträchtigsten Stellen war im vergangenen Jahr die B 26: An der Abfahrt vom Hafen kommt es vor allem beim Linksabbiegen zu schweren Unfällen: Zehn Personen waren verletzt worden. Die Stelle will das Staatliche Bauamt durch eine Ampel entschärfen, die wohl 2017 installiert werden soll. Ebenso wird es aufgrund von gehäuften Unfallzahlen (zuletzt drei Verletzte) an der Annastraße/Starkenfeldstraße zu baulichen Änderungen kommen.


Einfädelspur zum Münchner Ring

Der Berliner Ring findet sich in der Statistik nach wie vor ganz oben: Am meisten passiere weiterhin an der Kreuzung Memmelsdorfer Straße, sagt Polizeisprecher Holger Dremel. 14 Mal hat es dort im vergangenen Jahr gekracht (2014: 15 Mal). Auch die Kreuzung an der Moosstraße taucht mit neun Unfällen in der Statistik auf.

In den vergangenen Jahren beobachten die Behörden auch eine andere Stelle am Berliner Ring: "50 Prozent der Verkehrsteilnehmer aus dem Norden fahren nach rechts Richtung Münchner Ring", sagt Michael Raab vom Staatlichen Bauamt. Eine Abbiegespur gibt es dort nicht. Die Situation ist für Rad- und Autofahrer unübersichtlich. Immer wieder stellt die Polizei Auffahrunfälle fest. "Wir müssen den Konfliktpunkt entschärfen", so Raab. Über eine Einfädelspur wird diskutiert, frühestens 2018 könnte sich etwas tun.
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