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Weisse Wölfe Terrorcrew: Razzien in Bamberg führen zu Verbot

Dank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg wurde die bundesweit agierende rechtsextreme Gruppierung "Weisse Wölfe Terrorcrew" aufgedeckt.
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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg in der Neonazi-Szene haben auch zum Verbot des rechtsextremistischen Netzwerks "Weisse Wölfe Terrorcrew" geführt.  Foto: Matthias Hoch/Archiv
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg in der Neonazi-Szene haben auch zum Verbot des rechtsextremistischen Netzwerks "Weisse Wölfe Terrorcrew" geführt. Foto: Matthias Hoch/Archiv
Immer weitere Vernetzungen der fränkischen Neonazi-Szene kommen ans Tageslicht: Die im vergangenen Jahr von der Staatsanwaltschaft Bamberg veranlassten Razzien haben nun sogar zu einem Verbot des bundesweit agierenden rechtsextremistischen Netzwerks "Weisse Wölfe Terrorcrew" (WWT) geführt.

"Dieser Verein bekennt sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus, er möchte eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten und dieses Ziel soll mit allen Mitteln durchgesetzt werden", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zum Verbotsverfahren. Von der Gruppierung gehe offene Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge, politische Gegner und Polizeibeamte aus.


Sektionsleiterin aus Bamberg

Das Terrornetzwerk ist laut de Maizière in Sektionen unterteilt und in zehn Bundesländern vertreten. Eine Sektion davon sei in Bayern angesiedelt. Im Visier der Fahnder steht ein Ehepaar aus Bamberg, das wohl die Aktivitäten der Neonazi-Gruppierung im Bundesland steuerte. Beide sind auch führende Mitglieder im Bamberger Kreisverband der rechtsextremen Partei "Die Rechte". Der Ehemann sitzt derzeit in Untersuchungshaft - wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Zudem soll er Anschläge geplant haben.


Razzien im Oktober 2015

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigte gegenüber inFranken.de, dass die Ermittlungen der Bamberger Staatsanwaltschaft ein wichtiger Baustein waren, der dazu beitrug, dass der Verein WWT aufgedeckt und verboten werden konnte.

Ermittler hatten im Oktober 2015 mehrere Wohnungen - auch von Mitgliedern der neonazistischen Partei "Die Rechte" - in der Stadt und Region Bamberg durchsucht. Dabei wurde zahlreiches rechtsextremistisches Propagandamaterial, Waffen und Datenträger sichergestellt. Elf Personen wurden festgenommen. Inzwischen sitzen noch zwei Beschuldigte in Untersuchungshaft. Gegenstand des laufenden Verfahrens sind auch geplante Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte.

Gestern hatte es in anderen Bundesländern Durchsuchungen gegeben, bei denen umfangreiches Beweismittel bei der WWT-Gruppierung gefunden und sichergestellt wurde. "Die Mitglieder sind in der rechtsextremistischen Szene vernetzt und gut etabliert", erklärte de Maizière. Der harte Kern der gewaltbereiten Gruppe betrage rund 25 Mitglieder. Der Rädelsführer des Vereins komme aus Hamburg.

Vom Verbot seien auch etwaige Nachfolgeorganisationen betroffen. Dies sei ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und ein wichtiger Schritt gegen Hass und Hetze in Deutschland. Nach Angaben des Innenministeriums sind im Zuge des Verbots keine Festnahmen erfolgt.





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