Bamberg

Und bitte ganz natürlich - Casting zum Franken-Tatort in Bamberg

41 Laiendarsteller machen sich Hoffnung, ab 9. August vor der Kamera zu stehen. Dann wird in Bamberg der neue Franken-Tatort gedreht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jetzt wird es ernst: Theresia und Helena spielen eine Szene nach, kritisch beäugt von dem Theaterpädagogen Lucas Jubl und Regieassistentin Anastasia Semesch an der Filmkamara. Foto: RiegerPress
Jetzt wird es ernst: Theresia und Helena spielen eine Szene nach, kritisch beäugt von dem Theaterpädagogen Lucas Jubl und Regieassistentin Anastasia Semesch an der Filmkamara. Foto: RiegerPress
Mit der edlen Anwaltskanzlei, die er später auf der Mattscheibe einmal darstellen soll, hat der spartanisch und nur provisorisch eingerichtete Raum im ehemaligen Kreiswehrersatzamt an der Promenade nur wenig gemein. Daher war von den Komparsen, die hier für ein kleines Rollencasting von der Produktionsfirma für den künftigen Franken-Tatort eingeladen worden waren, viel Fantasie gefragt. Freilich stand beim Casting auch nicht eine perfekt nachgebaute Kulisse im Vordergrund, sondern das schauspielerische Können der Laiendarsteller und deren Erscheinungsbild.

Rund 1000 Menschen hatten sich im Vorfeld für eine Komparsen- bzw. kleine Sprechrolle beworben. 41 von ihnen wurden ausgewählt und zum Casting-Video-Dreh eingeladen. Denn im neuen Franken-Tatort, der in Bamberg und an einem Tag in Nürnberg spielen wird, werden unter anderem fünf kleine Sprechrollen vergeben.

Helena und Theresia, beide aus dem Raum Bamberg, haben ihren großen Auftritt um die Mittagszeit. Nach der Aufnahme eines Fotos mit Namensschild und dem Abklären einiger Formalitäten sind schließlich ihre schauspielerischen Leistungen gefragt. Ihre Aufgabe ist es, zwei kleine Szenen durchspielen, wie sie später im Film vorkommen werden. Dabei sollen sie abwechselnd eine Sekretärin bzw. eine Klientin in einem Anwaltsbüro verkörpern und ihrem Chef den Besuch anmelden. Ein Text wurde nicht vorgegeben, somit ist Improvisation angesagt. Natürlich werden die Szenen mit einer kleinen Filmkamera festgehalten.

"Uns geht es bei dem Casting nicht darum, dass alles perfekt und fehlerfrei läuft. Vielmehr beurteilen wir das Erscheinungsbild, das Auftreten und vor allem, ob die Person mit unserem Rollenprofil übereinstimmt", erläutert Theaterpädagoge Lucas Jubl, der zusammen mit der zweiten Regieassistentin Anastasia Semesch einen Teil der Castings durchführt. Von großem Vorteil sei es zudem, wenn die Bewerber fränkisch sprechen. Schließlich drehe man einen Franken-Tatort und da wolle man möglichst authentisch sein.

Auch merke man sehr schnell, so die Regieassistentin, wer überhaupt nicht für eine Rolle geeignet sei. "Doch bisher haben wir viele brauchbare Charaktere vorgesprochen. Einige kamen sogar im Kostüm ihrer künftigen Rolle und waren hochmotiviert", schilderte Semesch.


Jetzt wird es spannend

Der kleine Videodreh dauert rund 15 Minuten. Eine Beurteilung erhalten Helena und Theresia nicht. Sie müssen sich wie alle anderen Komparsen und Kleindarsteller bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche gedulden, bis sie wissen, ob sie eine Rolle im neuen Tatort bekommen oder nicht. Als Trostpflaster gab es schon mal eine kleine Aufwandsentschädigung - was eigentlich eher ungewöhnlich ist. Denn normalerweise sind Castings unbezahlt. Im Gegenzug dafür müssen sie sich zur Verschwiegenheit verpflichten. Nicht, dass noch Details in die Öffentlichkeit gelangen, ehe der Film überhaupt im Kasten ist.

Gedreht wird übrigens vom 9. August bis Anfang September. Ob dann Theresia und Helena mit dabei sein werden, wird sich weisen. "Ich sehe es ganz sportlich. Wenn ich genommen werde, freue ich mich. Und wenn nicht, habe ich nichts verloren", sagt Helena und überlässt das Casting-Zimmer den nächsten Kandidaten.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren