Bamberg
Verkehr

Umbau der "Nordtangente " in Bamberg dauert bis 2020

Über Jahre wurde im Stadtrat darüber diskutiert, nun hat der Umbau der "Nordtangente" begonnen. Vor allem für Radfahrer soll die Strecke sicherer werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Magazinstraße ist seit Montag nur noch in Richtung Siechenkreuzung befahrbar. Hier wird eine Querungshilfe und eine Bushaltestelle zur besseren Anbindung des Schaeffler-Geländes gebaut. Auch ein neuer Radfahrstreifen entsteht. Foto: Ronald Rinklef
Die Magazinstraße ist seit Montag nur noch in Richtung Siechenkreuzung befahrbar. Hier wird eine Querungshilfe und eine Bushaltestelle zur besseren Anbindung des Schaeffler-Geländes gebaut. Auch ein neuer Radfahrstreifen entsteht. Foto: Ronald Rinklef
+2 Bilder
An der Europabrücke sind täglich rund 2500 Radfahrer unterwegs. Das hohe Aufkommen liegt in erster Linie an den Studenten, die von der Universität in der Feldkirchenstraße über die Memmelsdorfer Straße zum Hochschulstandort auf die Erba-Insel pendeln. Doch ist der Weg alles andere als optimal: Den Großteil der Strecke müssen Pedalisten auf einem Zweirichtungsradweg hinter sich bringen. Heißt: Von der Siechenkreuzung nach Gaustadt ist nur auf der linken Fahrbahnseite ein Radweg für beide Richtungen vorhanden, was vor allem am Margaretendamm zu gefährlichen Situationen führte.

"Es hat immer wieder Unfälle gegeben", sagt Polizeisprecher Holger Dremel. Vor allem dann, wenn Autofahrer aus der Magazinstraße nach links in den Margaretendamm abbiegen wollten und nicht an die Fahrradfahrer dachten, die sich von hinten annäherten.
Immer wieder kam es so zu Zusammenstößen an der Europabrücke: Die Polizei zählte in dem Abschnitt zwischen 2011 und 2015 rund 22 Radverkehrsunfälle.


Ende des gemeinsamen Radwegs

Nicht nur aus Sicht von Polizei und Stadt ist somit der am Montag begonnene Umbau der "Nordtangente", genauer: der Achse Memmelsdorfer Straße, Magazinstraße und Regensburger Ring, längst überfällig. Auch Michael Schilling, Pressesprecher vom Fahrradclub ADFC, begrüßt den Ausbau. Es sei eine klare Verbesserung für Radfahrer zu erwarten, da schließlich der Zweirichtungsverkehr verschwindet. Radfahrer, die in Richtung Gaustadt auf der "Nordtangente" unterwegs sind, sollen später auf ihrer Fahrbahnseite einen markierten Streifen benutzen können. Vorteil: Sie müssen nicht mehr die Seite wechseln.

Damit dies gelingt, wird laut Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt (EBB) die Straßenoberfläche erneuert und neu markiert, Inseln und Ampeln - auch für mobilitätseingeschränkte Personen - verändert.


Mehrere Bauabschnitte

Doch bis zur Fertigstellung dauert es: Mit einer Bauzeit bis 2020 ist zu rechnen. Das Projekt ist schließlich kein kleines. Die gesamte Achse zwischen Ludwigstraße und Gaustadt wird umgebaut. Allein der erste von fünf Bauabschnitten ist in fünf Bauphasen aufgeteilt.

In den ersten beiden Bauphasen wird die Magazinstraße baulich verändert. Laut Claus Reinhardt, Sprecher des Baureferats der Stadt, wird unter anderem eine Fußgängerinsel zur sicheren Überquerung der Straße auf Höhe der Stadtwerke errichtet. Außerdem entsteht auf selber Höhe eine Bucht für eine Bushaltestelle. Beides diene der Anbindung des Schaeffler-Geländes, wo viele Familien wohnen.

Im Anschluss folgen die Gegenseite der Magazinstraße und Arbeiten am Margaretendamm und der Europabrücke. Bis Anfang September dauert der erste Abschnitt, dem jedes Jahr bis 2020 ein weiterer Abschnitt folgt.
Die Maßnahme hat ihren Preis: Für den ersten Bauabschnitt werden rund 650.000 Euro Projektkosten angesetzt. Doch fallen die Kosten für die Stadt durch Förderungen geringer aus. So ist es auch bei den geschätzten Gesamtkosten: Insgesamt wurden ursprünglich über fünf Millionen Euro für das komplette Projekt veranschlagt. Davon hätte die Stadt rund 2,5 Millionen Euro bezahlen müssen. Doch hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, mögliche Varianten aus Kostengründen für die Bauabschnitte vier und fünf zu prüfen. Dies betrifft die Anbindung des Radweges an die Ludwigstraße und Schweinfurter Straße (Gaustadt).


Umleitung mit Staugefahr

Die Baustelle erfordert Geduld: Seit Montag ist die Magazinstraße eine Einbahnstraße. Nur noch der Verkehr aus Richtung Gaustadt kommt dort auf direktem Wege durch. Den Verkehrsteilnehmern aus der anderen Richtung rät Reinhardt, die Stelle weiträumig zu umfahren. Denn zu Spitzenzeiten, so hat sich am Montag gezeigt, ist auch die Umleitungsstrecke durch die Lichtenhaidestraße ausgelastet. Und eine Abkürzung durch die Jäckstraße ist nur für Radfahrer zu empfehlen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren