Steinfeld
Beisetzung

Trauer auf dem Jura um Gastwirt Otto Hübner

Im Alter von 72 Jahren ist Otto Hübner gestorben. Bekannt war er vielen als Gastwirt. In Erinnerung bleiben wird er als eine Institution, als " der Otto".
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Otto Hübner in der Wirtsstube. Foto: privat
Otto Hübner in der Wirtsstube. Foto: privat
Von Joseph Beck und Timo Stöhr

Bei klirrender Kälte kamen am Samstag hunderte Menschen zum Friedhof in Steinfeld, um Otto Hübner das letzte Geleit zu geben. Nach kurzer Krankheit, ausgelöst durch einen Sturz, war er am 5. Januar 2017 gestorben.


Markenzeichen Mütze

Kennzeichen des Junggesellen waren seine stets freundliche Art und sein Lächeln, das auch sein Spitzbübisches zum Ausdruck brachte. Sein äußeres Markenzeichen war die rotkarierte Schirmmütze mit dem schwarzen Bommel. Wo der Otto saß und ging, hatte er sie auf.

Seine Gäste bediente er mit ruhiger, stoischer Art in seinem Wirtshaus, der historischen Gaststätte mit dem alten Holzfußboden und dem schwarzen Holzofen mit reichlich geschwungenem Rohr hin zum Schlot quer durchs ganze Gastzimmer. Zu der Einrichtung des Zimmers gehört in der Ecke das Holzkreuz. Religiös war die Familie, in die Otto hineingeboren wurde. Sein Bruder Hans wurde Pfarrer, später Dekan und lebt seit seiner Pensionierung in Uetzing (Kreis Lichtenfels). Bei seinem Vortrag zur 950-Jahrfeier Steinfelds im Jahr 2015 erzählte Hans, dass auch nach dem Krieg noch abends in der voll besetzten Wirtschaft der Engel des Herrn gebetet wurde.


Betrieb längst übergeben

Das Otto-Bier (so heißt es eigentlich gar nicht, aber jeder nennt es so) und das Wirtshaus wird es auch in Zukunft geben. Die Gastwirtschaft und die Brauerei hat Otto Hübner schon 2003 an seinen Neffen Thomas Will übergeben. In den letzten eineinhalb Jahrzehnten übernahm der Neffe mit seiner Familie die Verantwortung, führte den Familienbetrieb weiter und Otto war bis zuletzt in der Wirtsstube dabei.

Den langen Trauerzug am Samstag über den Steinfelder Friedhof führte die Familie Thomas Will an, gefolgt von Ottos Bruder und den Familien der vier Schwestern. Pfarrer Michael Herrmann betonte beim Aussegnungsamt in der übervollen Kirche St. Martin, dass Otto ein gewissenhafter und regelmäßiger Kirchenbesucher war. Am Ende des Gottesdienstes sprachen dem Verstorbenen einige der zahlreichen Vereine, in denen Otto Mitglied war, Dankesworte aus und versprachen ein ehrenvolles Gedenken. Die Zahl der Blumenschalen aller Verwandten, Freunde, Stammgäste und Vereine an der Aussegnungshalle übertraf die 30.

Zum Begräbnis an der Familiengruft direkt am Kirchenturm versammelten sich dann die vielen weiteren Trauergäste, die in der Kirche keinen Platz mehr gefunden hatten. Während sie dem Toten das Weihwasser spendeten und von ihm Abschied nahmen, spielte in der Kirche der Musikverein Stadelhofen "Ich hatt' einen Kameraden" und andere würdige besinnliche Stücke.

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