München
Todesfall

Tod bei Polizeieinsatz - Versionen widersprechen sich

Ein 59-jähriger Bamberger ist am Montag bei einem Polizeieinsatz in München gestorben. Während einer Unfallaufnahme ist er laut Polizei handgreiflich geworden. Die Beamten schritten ein, dabei kollabierte der 59-Jährige. Die Familie will nun Anzeige erstatten und wartet auf die Ergebnisse einer zweiten Obduktion.
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Symbolbild: Ronald Rinklef
Symbolbild: Ronald Rinklef
Mit "Tragischer Todesfall bei Unfallaufnahme" ist der Pressebericht des Polizeipräsidiums München vom Montag überschrieben. Darin wird berichtet, dass nach einem Auffahrunfall im Stadtteil Sendling der 59 Jahre alte Unfallverursacher während der Aufnahme ausgerastet sei und von den Polizeibeamten "am Boden fixiert" werden musste. Daraufhin sei der Mann kollabiert. Trotz sofortiger Reanimation durch Beamte und Arzt, war jedoch nur noch der Tod des Mannes feststellbar, so die Mitteilung.

Stellt Familie Anzeige?

Wie sich jetzt herausstellte, handelt es sich dabei um den Bamberger Gärtner Michael Eichfelder, der mit seiner Frau in München unterwegs war. Sein Sohn, Hans-Jürgen Eichfelder, reagierte geschockt. Er verfolgte zu dem Zeitpunkt im Bamberger Rathaus die Stimmenauszählung der Stadtratswahl mit besonderem Interesse: Er wurde für Bambergs Unabhängige Bürger in das Gremium gewählt.

"Meinem Vater ging es zu diesem Zeitpunkt noch gut", sagt Hans-Jürgen Eichfelder und widerspricht damit der Darstellung der Polizei, die schreibt, dass als vorläufiges Obduktionsergebnis ein natürlicher Tod durch gravierende Vorerkrankungen an Herz und Lunge festgestellt wurde.

Hier bestehen bei der Familie Zweifel. Laut Hans-Jürgen Eichfelder hat die Familie den 59-Jährigen inzwischen auch in Erlangen obduzieren lassen. Das Ergebnis steht noch aus. Dennoch scheint klar zu sein, dass die Familie Anzeige erstattet, da sie auch den Vorgang des Einsatzes offenbar anders darstellt als die Polizei. Die Polizei gibt an, dass der Bamberger zunächst handgreiflich gegenüber seiner Ehefrau geworden sei. Laut der Familie soll der 59-Jährige die Frau aber nicht angegriffen haben.

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