Die 34-Jährige kommt aus Stuttgart und hat die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung absolviert. 2007 wurde sie zur Leiterin des Bezirksrathauses im Stadtteil Stammheim gewählt ("mit 12 000 freilaufenden Bürgern"). In dieser Funktion lernte sie die "ganze Bandbreite an kommunalen Herausforderungen kennen, von der Kinderbetreuung bis zur Aussegnungshalle", wie sie den Stadträten schilderte. Nach zwei Monaten Einarbeitungszeit in Bamberg sei sie überzeugt davon, dass dank ihres Vorgängers Christian Wonka, der die Wirtschaftsförderung ab 1989 aufgebaut und geprägt habe, in der Stadt ein "wirtschaftsfreundliches Klima vorhanden ist".

Hülle beschreibt die Wirtschaftsförderung als "Querschnittsfunktion, die fast alle Bereiche der Stadtverwaltung tangiert". Das Amt sei zentrale Anlaufstelle für Unternehmer, Gewerbetreibende, Investoren und Existenzgründer. Vor dem Hintergrund des harten Konkurrenzkampfes zwischen Städten und Regionen um die besten Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler sei das Standortmarketing eine weitere wichtige Aufgabe der Wirtschaftsförderung. Zudem will Hülle sich für mehr Familienfreundlichkeit bei den Unternehmen stark machen: "Das ist ein wichtiger Baustein."

Hülles Vorgänger Christian Wonka erinnerte in seinem kurzen Rückblick auf fast 23 Jahre Wirtschaftsförderung an Paul Röhner, der im Amt des Oberbürgermeisters das Rechts- und Wirtschaftsreferat eingerichtet und ihm, Wonka, anvertraut hat. In der anschließenden Diskussionsrunde gab es ausschließlich Lob und Dank für Wonka und gute Wünsche für Hülle. Ursula Sowa, GAL, hofft und glaubt, dass mit Hülle "frischer Wind ins Rathaus" kommen wird, der "den Staub aufwirbelt". Lediglich Helmut Müller, Fraktionsvorsitzender der CSU, konnte sich eine kleine Stichelei nicht verkneifen: "Ich wundere mich nur, dass die Zahl der Köpfe in der Wirtschaftsförderung nicht höher ist als in der städtischen Pressestelle." Prompt kam die Retourkutsche aus den Reihen der SPD: "Das hat die CSU doch mit beschlossen. Aber das vergisst sie immer."