Bamberg
Glosse

Tieffliegende Dirndl im Schwimmbad

Was macht den Reiz durchnässter Frauenkleider aus? Manch ein Spaßvogel ging am Wochenende im Dirndl baden.
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Eine Teilnehmerin springt in Aschaffenburg während der zweiten Europameisterschaft im Dirndlspringen vom Fünf-Meter Brett. Foto: Nicolas Armer/dpa
Eine Teilnehmerin springt in Aschaffenburg während der zweiten Europameisterschaft im Dirndlspringen vom Fünf-Meter Brett. Foto: Nicolas Armer/dpa
Wenn Franken in Tracht vor Nässe triefen, handelt es sich nicht zwingend um ein verregnetes Anna- oder Rakoczy-Fest, sondern vielleicht um die Europameisterschaft im Dirndl-Springen. Bekanntlich muss ja nicht alles Lustige sinnvoll sein. Was spricht also dagegen, dass Gestalten in pseudobayerischer Tracht im gerade noch bayerischen Aschaffenburg auf einen Turm steigen und sich ins Wasser stürzen? Nicht viel.
Aber was spricht dafür? Vielleicht sehen die Teilnehmer im Dirndl eine letzte Chance zum Protest, einen Gegenentwurf zu bärtigen Hipstern und bunten Manga-Mädchen. Oder noch wilder, steckt gerade in der feuchten Trachtenzerstörung ein Hauch von Revolution gegen Bayerntümelei oder die Hochglanz-Volksmusik der Öffentlich-Rechtlichen? Wahrscheinlich ist das alles zu hoch gegriffen, die Teilnehmer wollten lediglich Spaß haben und ihre exzentrischen Auftritte begießen. Bleibt nur zu hoffen, dass niemand heimlich das Dirndl seiner Freundin geliehen hatte. Denn dann könnte es eine ganz andere Tracht setzen.

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