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Bamberg
Bildung

Theresianum: OB Starke regt neues "Spitzengespräch" an

Immer größer wird die Zahl derer, die zur Rettung der Spätberufenen-Schule der Karmeliten in Bamberg beitragen wollen. Auch eine Initiative aus dem Rathaus gibt es jetzt.
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Auch auf den Maxplatz gingen Schüler und Lehrer, um sich Unterstützung für ihre Aktion "Rettet das Theresianum" zu holen. Foto: privat
Auch auf den Maxplatz gingen Schüler und Lehrer, um sich Unterstützung für ihre Aktion "Rettet das Theresianum" zu holen. Foto: privat
1250 Unterschriften in vier Stunden: Das große Echo auf den Start einer Aktion, mit der Schüler und Lehrer des Theresianums neuerdings für den Erhalt ihrer Schule kämpfen, belegt das hohe Ansehen und den großen Rückhalt, den das Spätberufenen-Gymnasium der Karmeliten in der Öffentlichkeit genießt.

Seit vor 14 Tagen die Entscheidung der Ordensleitung bekannt wurde, die Bildungsstätte aus personellen und finanziellen Gründen zu schließen, setzen sich immer mehr Persönlichkeiten und Institutionen dafür ein, dass es mit der Schule irgendwie weiter geht.

Jetzt ergreifen Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Bürgermeister Christian Lange (CSU) die Initiative und machen sich für ein erneutes "Spitzengespräch" stark. Alle Beteiligten sollten sich zusammen setzen und nochmals die Möglichkeiten für ein gemeinsames Betreiberkonzept ausloten, appelliert Starke nach Angaben der Rathaus-Pressestelle in einem Brief an den Orden der Karmeliten. Der OB hat demnach auch Kontakt mit Erzbischof Ludwig Schick aufgenommen.

Bambergs Grüne haben sich inzwischen ebenfalls zu Wort gemeldet. Wie schon CSU, SPD und FDP (siehe Beitrag "Das Theresianum beschäftigt zunehmend die Lokalpolitik" im FT vom 12. Juni ) bedauert die GAL ebenfalls das drohende Aus für das Theresianum.

Im Unterschied zu den anderen Parteien tritt sie aber nicht für die Rettung der Schule selbst ein, sondern dafür, dass der dort angebotene besondere Bildungsweg für schulische Spätzünder erhalten bleibt. Das wäre nach Meinung des bildungspolitischen Sprechers der GAL, Tobias Rausch, auch an einem der bestehenden Gymnasien möglich. Nur dafür sollte sich die Stadt laut Rausch einsetzen, der ansonsten betont, dass Bildung Ländersache ist.

Die Bamberger Landtagsabgeordnete und Staatsministerin Melanie Huml (CSU) war, wie sie auf Anfrage sagt, seit Oktober in "sehr sehr intensive Beratungen" um die Zukunft des Theresianums eingebunden. Nach ihren Worten saßen mehrere Regierungsvertreter, der Bamberger Schulreferent, ein Vertreter des bayerischen Kultusministeriums und der Generalvikar der Erzdiözese mit Verantwortlichen des Ordens zusammen. Leider sei keine Lösung gefunden worden, um den Träger langfristig zu entlasten.

Die Übernahme der Schule durch das Land Bayern ist aus Sicht des Kabinettsmitglied problematisch, weil daraus ein Präzedenzfall werden könnte. Bekanntermaßen würden etliche Kommunen, darunter auch Bamberg, ihre städtischen Schulen lieber heute als morgen in die finanzielle Verantwortung des Staats geben. "Es ist ja nicht so, dass der Freistaat nichts zahlt" zum Betrieb des Theresianums, so Huml. Er steuere jährlich etwa 1,28 Millionen Euro bei. Auch wenn Huml keine großen Hoffnungen hegt: Es sollte, sagt sie, nichts unversucht bleiben, das Theresianum zu retten: "Die Schule ist wichtig."

Ihr Abgeordneten-Kollege Heinrich Rudrof (CSU), der zu seinem großen Bedauern in die Gespräche nicht eingebunden war, "will beim nächsten runden Tisch auf jeden Fall dabei sein". Er hat nach eigenen Angaben schon zahlreiche Telefonate geführt und Briefe geschrieben, seit er aus dem FT vom drohenden Aus für das Theresianum erfuhr. Rudrof glaubt, dass noch nicht alles versucht wurde, um der Schule eine Zukunft zu geben. So will er wissen, dass die Übernahme der Trägerschaft bisher noch nicht an Kultusminister Spaenle persönlich herangetragen wurde.

Für den Erhalt des Theresianums sprechen sich unterdessen auch die Direktoren aller acht Gymnasien in Bamberg aus. In einer Petition bezeichnen sie das Spätberufenen-Gymnasium als unverzichtbare Ergänzung der hiesigen Schullandschaft: Es ermögliche "seit Generationen auch denjenigen jungen Menschen das Erreichen der Hochschulreife, für die andere Wege aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr gangbar waren".

Schüler und Lehrer am Theresianum selbst, das 2016 sein 70-jähriges Bestehen feiern könnte, lassen nichts unversucht, um die Schließung ihrer Schule zu verhindern. Aus ihrem Kreis schrieb Wilhelm Boosz alle Ehemaligen an, die einen geistlichen Beruf gewählt haben. Er appelliert an sie, sich bei Erzbischof Ludwig Schick für die Schule zu verwenden und ihn zu bitten, an einer Rettung der katholisch geprägten Bildungsstätte mitzuwirken.

Die Ausrichtung auf so genannte Spätberufene, die oft erst im Erwachsenenalter und mitten im Berufsleben den Wunsch hegen, das Abitur nachzuholen, ist ein Faktor, den viele Fürsprecher des Theresianums hervorheben. Ein anderer ist das familiäre Klima, das zugleich die tiefe und oft lebenslange Verbundenheit Ehemaliger mit der Schule am Bamberger Karmelitenplatz erklärt.

Anmerkung:

Seit Montagabend läuft eine Online-Petition gegen die Schließung des Theresianums.

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