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Falsche Polizeiautos: Was erlaubt ist und was nicht

Wo die falschen Streifenwagen fahren. Das amerikanische Highway-Patrol-Auto, das im Raum Bamberg gesichtet wurde, ist allerdings echt.
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Dieser BMW erregt derzeit in Bad Neustadt Aufsehen.  Foto: Michael Nöth
Dieser BMW erregt derzeit in Bad Neustadt Aufsehen. Foto: Michael Nöth
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Ein FT-Facebookfan aus Amerika hatte - fast - den passenden Kommentar dazu: "The cops in Germany like donuts too" (auch die Polizisten in Deutschland mögen Donuts). Parkte da doch Ende vergangener Woche in Bischbergs Hauptstraße vor einer Bäckerei ein amerikanischer Polizeiwagen. Unser Leser Michael Jungkunst hat diesen Moment im Bild festgehalten.

Täuschend echt wirkt das Gefährt der "Highway Patrol". Bekannt aus - vor allem älteren - amerikanischen Fernsehserien. Wirkt echt? Ist echt!


Job als Hochzeitsauto erledigt

Der Ford Crown Victoria mit Tirschenreuther Kennzeichen war als Hochzeitsauto im Raum Bamberg unterwegs. Auf die Spur, wo er herkommt, hat uns ein weiterer Facebookfan gebracht. Der Wagen (Baujahr 2003) gehört Lenz Leberkern und er fuhr tatsächlich viele Jahre über die Autobahnen in einem Bezirk nördlich von Los Angeles. Der Autoliebhaber aus einem kleinen Dorf in der Oberpfalz vermietet ihn. Umgerechnet über 250 000 Kilometer hat der Ford auf dem Meilen zählenden Tacho.

Mit dieser Lackierung darf er auf deutschen Straßen fahren, denn die Aufschrift "Police" ist zulässig.
Ist es schwierig, für ein importiertes Polizeifahrzeug aus Amerika hier die Zulassung zu erhalten? "Theoretisch nein, praktisch ja", sagt Lenz Leberkern. "Das Auto ist in Deutschland nicht gelistet. Es braucht ein Motorgutachten. Ein Bekannter, der sich mit solchen Wagen auskennt, hat es in Fulda durch den TÜV gebracht".


Ist das legal?

Alles in Ordnung also mit dem Streifenwagen aus Übersee. Wie aber sieht es mit den "nachgemachten" deutschen aus? Im Kreis Rhön-Grabfeld wird in diesen Tagen heiß diskutiert über einen BMW. Dieser Privatwagen in "Polizeioptik" und mit der Aufschrift "Tatütata" fährt in Bad Neustadt herum.

Ist das legal, fragen sich viele. "Ist es", sagt Georg Stockheimer, Hauptkommissar bei der Polizei Bad Neustadt. Vorausgesetzt der Schriftzug und die Linien seien nicht aus "retroreflektierendem Material", ergänzt Björn Schmitt von der Pressestelle der Polizei Unterfranken.

"Sind sie nicht", erklärt David Buck, Geschäftsführer der Firma Autofolierung in Würzburg. Er hat das Polizei-Design auf besagtem Wagen umgesetzt - und sich mit seinem Kunden zuvor informiert, was erlaubt ist. Für seine Firma sei das Fake-Polizeiauto ein eher außergewöhnlicher Auftrag gewesen. Den Design-Vorschlag habe der Kunde selbst mitgebracht.


Nicht gern gesehen

Befürwortet oder gar gern gesehen werde eine solche Lackierung vonseiten der Polizei nicht, so Georg Stockheimer von der Polizei Bad Neustadt. "Wir wollen natürlich nicht, dass sich Leute verunsichert fühlen", ergänzt Schmitt von der Pressestelle der Polizei.

Verboten ist es laut Stockheimer, ein Hoheitszeichen, also etwa das bayerische Wappen, auf dem Auto zu führen, auch "Polizei" als deutscher Schriftzug ist nicht erlaubt.

Im vergangenen Jahr hat ein junger Coburger mit seinem "Bullerei"-Fahrzeug Furore gemacht. An der Aufmachung des Passat-Kombi dürfte damals niemand ernsthaft Anstoß genommen haben, denn im April 2016 hat es das auffällige Gefährt noch einmal aufs Titelbild der Facebookseite seines Besitzers geschafft.
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