Bamberg
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Studienmesse in Bamberg in der Kongress- und Konzerthalle

Die Studienmesse lockte am Samstag Gymnasiasten und Eltern in die Kongress- und Konzerthalle. Mehr als 75 Aussteller gaben Einblicke in Berufswelten.
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Über 75 Aussteller boten eine Fülle an Informationen für Schüler und Eltern.  Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Über 75 Aussteller boten eine Fülle an Informationen für Schüler und Eltern. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Ganz so freiwillig besuchten die 17-jährigen "Ladies" Angelika, Angela und Nina die Studienmesse in der Kongress- und Konzerthalle nicht: "Es ist eine verpflichtende Schulveranstaltung unseres Gymnasiums im Rahmen der Berufs- und Studienphase", erklärten die Bayreutherinnen.

Lange Gesichter zogen die jungen Damen dennoch nicht ob dieses "Samstagsunterrichts". Denn "es macht Spaß, und es gibt eine große Auswahl auf dieser Messe", erklärten die drei. Vor allen Dingen sei es cool, dass an den Info-Ständen "viele junge Leute sind, die selbst in der Ausbildung oder im Studium stehen und uns weiter helfen".

Mehr als 75 Aussteller - darunter 25 Hochschulen - boten Beratung, eröffneten manch neue Perspektiven und gaben einen Einblick in Berufswelten. Angelika zum Beispiel schwebt ein Beruf im Bereich Medizin und Gesundheit vor, ebenso ihrer Zwillingsschwester Angela. Nun ahnen die beiden, die im nächsten Jahr das Abitur machen, dass es außer einem klassischen Medizinstudium vielfältige Möglichkeiten gibt.

Nina dagegen möchte gar nicht studieren, sondern lieber eine praktische Ausbildung absolvieren. Auch in dieser Hinsicht bot die Studienmesse konkrete Aussichten. Besonders waren Informationen über duale Studiengänge gefragt. Auch entsprechende Fachvorträge wurden interessiert verfolgt.

Ebenfalls belagert war der Stand der Handwerkskammer für Oberfranken, an dem Ausbildungsberaterin Christine Spickenreuther Neugier weckte. "Zehn Prozent aller Lehrlinge sind Abiturienten", wusste Spickenreuther und wandte sich einer Gymnasiastin zu, die eine Schreinerlehre anstrebt mit dem Ziel, Restauratorin zu werden.


"Handwerk auf goldenem Boden"

"Umweltberufe, Sanitär-Heizung-Klima, Kfz-Mechatroniker sind auch gefragt", resümierte Christine Spickenreuther. Jedem jungen Menschen, der nachfragte, konnte sie etwas erzählen über "Handwerk auf goldenem Boden", in dem etwa der Meisterbrief Türen öffnet für ein eigenes Unternehmen.

Natürlich fiel auch das Wort vom "Mangel an Fachkräften im Handwerk", von "sicheren Arbeitsplätzen" und "hoher Zufriedenheit im Beruf".

Ähnliches konnte auch Jacqueline Stoeßel aufgeweckten Schülern berichten, die sich an ihren Info-Tisch wagten. Denn entgegen öffentlicher Meinungstrends waren "Berufe der Kirche", für die die Gemeindereferentin Stoeßel warb, durchaus gefragt. Zumal solche "beste Aussichten" hätten in Zeiten des Priestermangels: "Es gibt viele Wege im pastoralen und sozialen Bereich", sagte die Gemeindereferentin und weckte damit das Interesse ihrs Klientels. Jacqueline Stoeßel war mit Herzblut bei der Sache, weil es "mir ganz einfach Spaß macht, auf der Studienmesse die ganze Bandbreite und Vielfalt an kirchlichen Berufen aufzuzeigen".

Weniger exotische Aussteller wie die Bayerische Polizei, die Bundeswehr, die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern, Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, die Justizbehörden Bamberg oder die AOK Bayern mussten naturgemäß weniger Überzeugungsarbeit leisten. An ihren Ständen herrschte ein reges Kommen und Gehen. Oftmals hatten die Gymnasiasten ihre Eltern im Schlepptau, die sie behutsam energisch zu den Informanten schoben.


Vielen Schülern fehle Wissen

Die Studienmesse war eine Veranstaltung des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft Bamberg. Die Organisation lag in den Händen der Wirtschaftsförderung von Stadt und Landkreis Bamberg sowie der Bamberger Congress und Event GmbH. Partner waren die Agentur für Arbeit Bamberg sowie die Agentur Kopfwerk.

Als Schirmherren fungierten Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Johann Kalb. Für sie stellte nach eigenen Worten die Messe eine Chance dar, "die Fachkräfte von morgen in der Region zu halten". Viele Abiturienten der Region wüssten zwar um die Lebensqualität, ihnen fehle aber das Wissen über die attraktiven Arbeitgeber und Bildungseinrichtungen, die exzellente Ausbildungsangebote machen. So sei die Studienmesse eine "tolle Informationsplattform", um junge Menschen über die Angebote in der Region umfassend zu informieren.
Nach einigen Stunden des Suchens, Broschüren-Sammelns und Fragenstellens stand Angelika, Angela und Nina nur noch der Sinn nach "chillen". Bis sie der Bus wieder nach Bayreuth zurück fuhr, hatten sie sich in eine stille Ecke der Konzerthalle zurückgezogen. Irgendwie müde, aber auch froh über diesen Tag, der sie in der Lebensplanung weiter gebracht hatte.
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