Strullendorf
Tag des offenen Denkmals

Strullendorf: erste Einblicke in die Schulgasse 2

Im kleinbäuerlichen Anwesen Schulgasse 2 in Strullendorf werden am 13. September erstmals für eine breite Öffentlichkeit die Türen geöffnet. Ein vielfältiges Konzept soll das Haus mit Leben erfüllen.
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Die "gute Stube" wird von den Vereinsmitgliedern ein- beziehungsweise umgeräumt. Fotos: Andrea Spörlein
Die "gute Stube" wird von den Vereinsmitgliedern ein- beziehungsweise umgeräumt. Fotos: Andrea Spörlein
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Derzeit sind die Mitglieder des Heimatkundlichen Vereins Zeegenbachtal schwer am Arbeiten. Gilt es doch letzten Schliff anzulegen an das Ensemble in der Schulgasse 2. Das ehemalige kleinbäuerliche Anwesen ist in diesem Jahr am Sonntag, 13. September, beim bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" dabei. Es ist dann erstmals offiziell geöffnet und kann von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Das Bauerhofensemble besteht aus einem Wohnhaus, einem Stadel, einer Holzlege, einem Schweinestall und einem Waschhaus. Das eingeschossige Wohnhaus stammt in Teilen aus dem Jahr 1679 und ist eines der wenigen Häuser Strullendorfs, das die Brandschatzung durch die französischen Truppen im Jahr 1796 überstand. 1885 kamen der Stadel und 1899 die Holzlege über einem Gewölbekeller und der Schweinestall hinzu.


Zahlreiche Förderer

Unter dem Motto vom "Bauernhof zum Kulturhof" wurde der Bauernhof von 2012 bis 2015 denkmalgerecht saniert. Dank großzügiger Unterstützung durch die Städtebauförderung/Regierung von Oberfranken, des Landratsamtes Bamberg, des Landesamtes für Denkmalpflege, der Oberfrankenstiftung und die Gemeinde Strullendorf konnte dieses letzte Zeugnis kleinbäuerlicher Lebensweise erhalten werden.

Klar war von Anfang an, dass kein "weiteres Heimatmuseum entstehen soll", sondern dass das Anwesen unter anderem auch für Schulklassen erlebbar gemacht werden soll. Für die örtliche Vereine oder für kleinere Events steht das Anwesen genauso zur Verfügung. Erste Vorgespräche mit der Grund- und Mittelschule Strullendorf wurden bereits geführt.
Das Konzept sah von Anfang an einen "weitestgehend konservatorischen Umgang mit dem Bestand vor". Daher wurde, wenn es möglich war, der überkommene Zustand lediglich gesichert und konserviert. Im Inneren sind Befundstellen von älteren Fassungen als "Fenster in die Vergangenheit" belassen worden.

Der Heimatkundliche Verein Zeegenbachtal kümmert sich um das Haus, den Hof und den Garten in der Schulgasse. Die Wohnräume sind derzeit mit vielen liebevollen Details im Stile der 1950er Jahre eingerichtet. Mit Rat und Tat stand dem Verein immer wieder Kreisheimatpfleger Wolfgang Rössler zur Seite. Birgit Jauernig, Leiterin des Bauernmuseum in Frensdorf, fand bei ihrem kürzlich erfolgten Besuch vor Ort anerkennende Worte und gab Tipps zum Präsentieren der mittlerweile schon umfangreichen Sammlung des Vereins.


Originale bewahrt

Einige originale Ausstattungsgegenstände konnten erhalten und für die nächsten Generationen bewahrt werden. Das Bild der Babette Wagner, der ersten Frau des Pankraz Wagner, muss noch in der "guten Stube" seinen Ehrenplatz finden, Küchenutensilien aufgestellt werden und auch im Schlafzimmer fehlt noch die eine oder andere passende Kleinigkeit.

Viele Dinge konnten dank des handwerklichen Geschicks und des beruflichen Könnens der Vereinsmitglieder erledigt werden. So wurde etwa wieder eine maßstabsgetreue Nachbildung des historischen Taubenhauses an seinem ursprünglichen Platz im Hof aufgestellt. Ein anderes Vereinsmitglied hat eine Powerpoint-Präsentation für den "Tag des offenen Denkmals" zusammengestellt, andere Mitglieder haben im Archiv geforscht oder Zeitzeugen befragt. Sehr froh ist Karl Körner, der Erste Vorsitzende des Heimatkundlichen Vereins, dass der große Garten von einem Nachbarn in der Schulgasse gepflegt und gehegt wird. Dieser kann sich auch noch gut an die letzte Bewohnerin erinnern.


Viel vorzubereiten

Bis zum 13. September gibt es trotzdem noch allerhand zu tun. Die Öfen müssen von einer Fachfirma gesetzt, die große Scheune muss aufgeräumt und vielleicht auch die Stube ein weiteres Mal umgeräumt werden. Beschriftungen für die zahlreichen bäuerlichen Arbeitsgeräte fehlen oder sind noch zu erarbeiten. Letztendlich muss auch der "Tag des offenen Denkmals" selbst vorbereitet werden. Kaffee und Kuchen wird es geben, auch Spezialitäten vom Grill, aber alles will man im Vorfeld dann doch nicht verraten.
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