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Streetspotr: Frankonauten fotografieren und gewinnen

Statt Werbeagentur und Marktforscher lässt die Firma "Streetspotr" aus Nürnberg mit Smartphones für sich arbeiten. Fotografieren Sie am Samstagvormittag mit "Streetspotr" den Frankonauten in der FT-Geschäftsstelle am Maxplatz in Bamberg und gewinnen Sie.
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Grafik: Tanja Friedrich/Streetspotr
Grafik: Tanja Friedrich/Streetspotr
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Mit einem Smartphone kann es jeder: Kamera zücken und abdrücken. Aber nicht jeder bekommt für sein Foto einen Euro. Oder 30. Dazu müsste man schon Straßendetektiv sein: Ein Streetspotr. Die gleichnamige Firma gründeten ein paar junge Leute vor zwei Jahren in Nürnberg, weil sie in der überall-und-ständig-Verfügbarkeit von Smartphones eine Chance sahen. Heute verdienen sie ihr Geld mit den Fotos, die ihnen ihre Straßendetektive liefern.

Wie das funktioniert? Die Firmenidee basiert auf Crowdsourcing, was in Anlehnung an Outsourcing so viel bedeutet wie die Auslagerung von Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger Nutzer, zum Beispiel über das Internet. Streetspotr ist nach den Angaben von Firmen-Mitgründerin Dorothea Utzt die erste Crowdsourcing-App (mobile Anwendungs-Software), die die permanente Präsenz von Millionen Smartphones und deren Nutzern für die Auftraggeber als "mobile Arbeitskräfte" nutzt.

Die Firmen schicken via Streetspotr die Nutzer aus, um für sie zu testen, zu überprüfen, Antworten zu geben, zu bewerten, zu filmen oder zu fotografieren. Auf dem Weg zum Restaurant, Einkaufen und Fitnessstudio oder beim Warten auf den Bus: "Mit Streetspotr liegen überall in der Umgebung Aufgaben auf der Straße, die Nutzer müssen sie nur entdecken", erklärt Utzt.

Proaktive Karte

Wer mit seinem Smartphone in der Nähe eines geeigneten ,Spots' ist, tippt den Auftrag an und der Job gehört ihm. Zuvor muss sich der Nutzer angemeldet und die entsprechende App heruntergeladen haben, die die Seite von Streetspotr samt aller Aufträge anzeigt. Sie öffnet sich proaktiv und zeigt auf einer Karte an, welche Jobs es aktuell regional und bundesweit gibt: Angebote, Speise- und Straßenkarten, Schaufenster oder Produktplatzierungen fotografieren, Adressen checken, Umfragen beantworten, Produkttests machen.

Bei einem neuen Auftrag heißt es schnell sein, oft sind die Jobs in wenigen Stunden oder Tagen erledigt. "Am besten macht man nur Aufträge in der Nähe", sagt Utzt. "Sonst braucht man zu viel Benzin und Zeit." Außerdem biete der eigene Ort genügend Spielraum: "Streetspotr kommen mehr rum und sehen ihre Stadt plötzlich neu."
Die App von Streetspotr wurde von Utzts Kompagnon Holger Frank entwickelt, Werner Hoier hat als weiterer Mitgründer das Kundenportal und die Internetseite dazu gestaltet. "Die beiden haben schon seit 2008 weltweit erfolgreiche Apps programmiert, die mindestens einer auf dem Handy hat", sagt Utzt.

Sie hat die Software von Frank und Hoier von Anfang an vermarktet und weiß: "Im Grunde kann jeder eine App entwickeln und einstellen." Bei Android funktioniere das ohne Einschränkungen, "Apple prüft die Apps und zieht 30 Prozent vom Umsatz", erklärt Utzt, ganz die Marketingexpertin. Das ist sie auch in ihrer eigenen Firma, "die wir komplett in Eigenleistung auf die Beine gestellt haben." Außer den Gründern sind mittlerweile neun Mitarbeiter - Informatiker, Wirtschaftsinformatiker, Betriebswirtschaftler und ein Fotograf - angestellt. Sie alle können vom Umsatz leben, den Streetspotr als Provision für die Vermittlung von Jobs generiert. Wie hoch die Einnahmen sind, will Utzt allerdings nicht verraten.

Lieber erzählt sie von der Entwicklung ihrer Firma, die mit 1000 Nutzern angefangen und es trotz eines geringen Marketingbudgets schon weit gebracht hat. Nachdem Utzt Streetspotr im Frühjahr auf der Local Web Konferenz in Nürnberg vorgestellt hat, wurde die Presse auf die Idee des kleinen Unternehmens aufmerksam. Ein Artikel auf Spiegel online, eine Sendung bei RTL: "Danach haben sich innerhalb von 24 Stunden 40 000 Nutzer bei uns angemeldet." Aktuell sind knapp 203 400 Straßendetektive mit von der Partie, "täglich kommen etwa 400 Nutzer neu hinzu", sagt Utzt.

Quotenpläne

Zu den den Auftraggebern von Streetspotr gehören Wöhrl, Gelbe Seiten oder Lieferheld, Firmen aus Deutschland ebenso wie aus Österreich und der Schweiz. Im Sommer soll Streetspotr in England starten. "Was wir machen, ist nichts anderes als Marktforschung", sagt Utzt. Streetspotr steuert sowohl die Gesamtanzahl der Orte, an denen der Job erledigt werden soll, als auch die Anzahl der Ausführungen an einem Ort. Außerdem können Quotenpläne umgesetzt werden, die in der Marktforschung wichtig sind. "Zum Beispiel wird nach 500 erreichten Ergebnissen in einer definierten Altersgruppe der Spot für diese unsichtbar", erklärt Utzt.

Die Auftraggeber können jeden Job manuell überprüfen, indem sie sich einloggen und die Fotos anschauen. Damit deren Qualität stimmt, gibt Streetspotr Standards vor und überprüft die eingeschickten Ergebnisse. Die Nutzer bekommen für ein Foto einen, für Produkttests 30 Euro und beantworten je nach Auftrag ein, zwei Fragen. Außerdem gibt es für jeden ausgeführten Job ,Street Points', mit denen der User nach und nach höher bezahlte Aufgaben annehmen kann.

Mit erarbeiteten Badges (Wimpeln) wird er zum Street Master, Globe Trotter oder Star Photographer. Kleiner Gag, den sich die Macher von Streetspotr ausgedacht haben. Das befeuert den internen Wettbewerb und den Spieltrieb der Nutzer. "Die meisten machen das nicht wegen des Geldes", weiß Utzt aus einer Umfrage unter 2000 Usern. Sondern? "60 Prozent haben gesagt, der Spaß steht im Vordergrund." Sie sind einfach gern: Straßendetektive.

Testen Sie Streetspotr und gewinnen Sie

Unsere Aufgabe für Sie bei Streetspotr lautet: Fotografieren Sie unseren Papp-Frankonauten in der Geschäftsstelle des Fränkischen Tages am Maxplatz in Bamberg. Dies können Sie ausschließlich am 29. Juni zwischen 9 und 14 Uhr tun. Bei schönem Wetter steht der Frankonaut vor, bei schlechtem Wetter in der Geschäftsstelle (Grüner Markt 31, 96047 Bamberg).

Jeder der ersten 40 Teilnehmer, der unseren Frankonauten-Aufsteller fotografiert und den erfüllten Job sowie das geschossene Bild unserer Geschäftsstellenmitarbeiterin Frau Pfannenmüller zeigt, erhält jeweils einen der folgenden Gewinne:

- 10 Überraschungen aus unserem Shop
- 10 Rucksäcke
- 10 Karten Alice Cooper (4.8. Lichtenfels)
- 4 Kochbücher (Italien)
- 4 Bücher Formel 1 - Die ganze Geschichte
- 2 Sets Fischbesteck plus Kochbuch

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich zusammen mit dem Frankonauten fotografieren könnten. Die Bilder dazu würden wir dann in einem Artikel auf www.infranken.de veröffentlichen.










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