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Störenfriede bleiben draußen: Spezi-Keller in Bamberg hat nun Security-Kräfte

Die Betreiber des Spezial Kellers setzen neuerdings Security-Kräfte ein, um Ärger mit aggressiven Gästen zu vermeiden. Verständnis finden sie bei vielen.
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Michael und Andreas Krapp unterstützen als Security-Kräfte die Mitarbeiter des Spezial Kellers immer samstags. Foto: Ronald Rinklef
Michael und Andreas Krapp unterstützen als Security-Kräfte die Mitarbeiter des Spezial Kellers immer samstags. Foto: Ronald Rinklef
Die Sonne scheint, Keller-Wetter! Lust auf ne Brez'n und ein kühles Bier? Diese Tradition fern des hektischen Alltags zu pflegen, ist Balsam für die fränkische Seele. Wer samstags in beschaulicher Stimmung aber den Spezial Keller ansteuert, um einen Blick vom Stephansberg aus zu genießen, stößt inmitten der Idylle neuerdings auf Security-Kräfte. Hat sich die Sicherheitslage in Bamberg so verschärft, dass derartige Maßnahmen unumgänglich sind?


Strom von Tagesausflüglern

"Gerade samstags erlebten wir zunehmend Gruppen, die schon angetrunken aufs Gelände drängten", berichtet Katharina Löhr als eine der Juniorcheffinnen des Spezial Kellers. Mehr und mehr Tagesausflügler aus dem Umland oder von weiter her strömten nach Bamberg, um vom Bahnhof aus Bierkeller und andere Lokalitäten anzusteuern. Die meisten Besucher seien selbstverständlich friedlich. Bei einigen aber macht sich eine Gruppendynamik bemerkbar, die auch andere Wirte mit Sorge sehen.



Wo bleibt die vielgerühmte fränkische Gemütlichkeit beim Biergenuss unter freiem Himmel? Auf dem Spezial Keller waren lärmende Besuchergruppen schon im vergangenen Jahr zu beobachten. "So entschieden wir uns heuer nach ersten schlechten Erfahrungen im April, Security-Mitarbeiter einzusetzen", sagt Katharina Löhr. Gleich an den ersten sonnigen Samstagen war es zu Pöbeleien gekommen, als Gäste auch wegen mitgebrachter Alkoholika ermahnt wurden. "Solche Typen kriegst Du kaum mehr los." Friedlichen Besuchern zuliebe beugen die Keller-Betreiber derartigen Vorkommnissen künftig vor. Zumal sie bei Bockbieranstichen schon erfolgreich mit Security-Kräften arbeiteten. "Auch hier kommen ja immer mehr Leute, vor allem Jugendliche, die unter 18 Jahren sowieso nur in Begleitung von Erwachsenen aufs Gelände dürfen." Ohne Sicherheitskräfte sei der Ansturm kaum mehr zu kontrollieren.



Zu speziellen Anlässen

Auf vorbeugende Maßnahmen setzt auch Sigmund Brockard als Inhaber der Gaststätte Greifenklau. Bislang verstärkte er sein Team über Security aber nur bei speziellen Anlässen wie eben Bockbieranstichen, am "Vatertag" oder am 1. Mai - gleich zu Beginn der Keller-Saison. "Die Gruppen werden eben immer größer und das Verhalten mancher Leute extremer", sagt der Bamberger, der die Entwicklung mit dem gleichen Bedauern wie Katharina Löhr sieht. Natürlich seien die meisten, die in geselliger Runde die Atmosphäre des Greifenklau-Gartens genießen, angenehme Zeitgenossen. "Aber es gibt gerade im Alter zwischen 20 und 40 auch andere, die laut, aggressiv und völlig uneinsichtig sind." Krüge würden geklaut, Dinge zerstört. Wenn sich dieser Trend weiter verschärfe, ist für Brockard auch ein regulärer Einsatz von Security-Kräften an Samstagen vorstellbar.

Bei der Mahrs Bräu kann davon noch keine Rede sein, wie auf Anfrage zu erfahren war. Störenfriede gleich welcher Art seien nicht zu beklagen. Nur bei Bockbieranstichen sind Security-Mitarbeiter mittlerweile ein Muss. Auch gibt es keine Junggesellen-Abschiede im Garten des Wirtshauses mehr. Anders als auf'm Fässla-Keller, wo derartige Feiern noch "bis zu einem gewissen Grad" gestattet sind. "Irgendwann aber reicht's", so der Pächter, der im Falle eines Falles auf Mitarbeiter setzt, die sich zu helfen wissen. Auch würden sichtlich angetrunkene Besucher generell nicht bedient, wie sie beispielsweise "am Herrentag, wo's härter zugeht" zu beobachten seien.


Ärger bei Benefizkonzert

"Ich kann bestätigen, dass mehr Gruppen als früher unterwegs sind", sagt Andrea Konrad als Chefin des Wilde-Rose-Kelllers. Bei uns gab's bislang aber glücklicherweise noch keine Konflikte." Eine Ausnahme bildete ein Benefizkonzert, bei dem es mal Ärger mit einem Besucher gegeben hätte.

Auf dem Spezial Keller jedenfalls greift das neue Sicherheitskonzept. Worauf fast alle Gäste Katharina Löhr zufolge positiv reagierten. "Wir testen das Ganze aber zunächst noch aus." Die entstehenden Kosten werden übrigens nicht auf den Bierpreis umgelegt, so dass 0,4-Seidla auf dem Stephansberg keine triste Realität werden. "Die gibt's bei uns sicher nicht", so die Bambergerin mit einem Schmunzeln.
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