Bamberg
Kirche

Stephanshof in Bamberg eröffnet

Am Sonntagnachmittag weihte Regionalbischöfin Dorothea Greiner den neuen Stephanshof ein. 500 Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen erkundeten das 6,6 Millionen Euro-Projekt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Große Festgemeinde: Nach zwei Jahren Bauzeit wurde der Stephanshof feierlich eingeweiht.   Fotos: Ronald Rinklef
Große Festgemeinde: Nach zwei Jahren Bauzeit wurde der Stephanshof feierlich eingeweiht. Fotos: Ronald Rinklef
+2 Bilder
- Die evangelisch-lutherische Kirche von Bamberg hat mitten im Weltkulturerbe ein neues Zentrum: Der Stephanshof bringt Kirchengemeinde, Kultur und Verwaltung in einen neuen, nie dagewesenen Einklang. Dorothea Greiner, Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, stellte am Sonntagnachmittag das Ensemble unter Gottes Schutz und Segen.

Gut 500 Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen waren zum Gottesdienst und Festakt in den Stephanshof im Schatten der St. Stephanskirche geströmt - zu einem "Fest voller Wärme, das nicht nur für die Gemeinde St. Stephan, sondern für den ganzen Dekanatsbezirk Bamberg von Bedeutung ist", begrüßte Dekan Hans-Martin Lechner die Schar. Ihm war die Freude über den gelungenen Abschluss einer Bauphase anzusehen, die bereits unter seinem Vorgänger Otfried Sperl im Jahr 2007 mit ersten Planungen begann.

Eigentlicher Baubeginn war dann im Mai 2013. Ein Dachstuhlbrand im Kapitelhaus im August 2014 "kostete ein halbes Jahr Bauzeit", erklärte der Würzburger Architekt Christian Teichmann. Doch Ende gut, alles gut: "Diese Architektur ist in Stein gegossene Liebe", brachte er sein behindertengerechtes und ökologisch vorbildliches Werk auf einen poetischen Nenner. Bischöfin Greiner würdigte in ihrer Predigt "diese geglückte Renovierung und Neukonzeption des Gesamtkomplexes Stephanshof". Sie gratulierte den drei Institutionen, die ihn jetzt nutzen, zu den "hervorragenden Bedingungen zum Arbeiten und Feiern, zu Engagement und Gemeinschaft". Die Gemeinde St. Stephan, der Dekanatsbezirk Bamberg und das Kirchengemeindeamt für die Dekanate Bamberg, Forchheim und Rügheim haben nun ein gemeinsames Zuhause.

Dieses gelungene Gemeinde- und Dekanatszentrum sei sowohl innerkirchlich ein Gewinn als auch für Stadt und Region, so die Bischöfin. Denn "die Räume werden dem christlichen, kulturellen und sozialen Leben sehr dienlich sein".


Sechs große Räume

Die Predigerin ging auf sechs große Räume ein, die nach Glaubenszeugen in Geschichte und Gegenwart benannt sind: das Kunigundengewölbe, den Martin Luther-Saal, das Johannes Schwanhauser-Foyer, den Otto-Dietz-Saal, das Dietrich Bonhoeffer-Zimmer und den Dorothee Sölle-Raum. Mit seinem Namenspatron Stephan sei der Stephanshof ohnehin "ein Ort des Bekennens zu Christus, dem Herrn und Retter dieser Welt und darum ein starker Ort der Hoffnung", erklärte Bischöfin Greiner.

Regierungspräsident Wilhelm Wenning, der auch für den Stiftungsrat der Oberfrankenstiftung stand, gratulierte zum neuen Gemeinde-, Kultur- und Verwaltungsgebäude. Er ging auf die wechselvolle Geschichte des Kapitelhauses samt der Nebengebäude ein, die nun nach Umbau und Generalsanierung "ein Platz sind, an dem sich Menschen begegnen können".

Die Oberfrankenstiftung hat 1,1 Millionen Euro zu den Gesamtbaukosten von 6,6 Millionen Euro beigesteuert. Weitere Zuschussgeber waren die Bayerische Landesstiftung und das Landesamt für Denkmalpflege. Den Löwenanteil tragen die Evangelisch-lutherische Landeskirche, die Gesamtkirchengemeinde Bamberg und die Kirchengemeinde St. Stephan.

Mit einem Schmunzeln dankte Dekan Lechner dem anwesenden Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) "für die ideelle Unterstützung, eine andere gab es ja nicht".

Der OB ging in seinem Grußwort launig darauf ein: "Wir haben uns in der Stadtverwaltung darum bemüht, nicht im Wege zu stehen" Starke, selbst Protestant, schwärmte: "Es ist ein wunderbarer Tag für die Stadt Bamberg, heute sind wir alle evangelisch." Doch im gleichen Atemzug würdigte er das gute Miteinander aller Konfessionen und Religionen in Bamberg, "die das Klima gemeinsam prägen".


Besucher erkundeten die Räume

Diese Harmonie hatte Domkapitular Gerhard Förch als Vertreter der katholischen Kirche nach eigenen Worten fast dazu verführt, "Weihrauch und Weihwasser zur Einweihung des Stephanshofes mitzubringen".

Doch bei aller funktionierenden Ökumene "habe ich mich dann doch nicht getraut", lächelte Förch. Seine Gratulation im Namen auch von Erzbischof Ludwig Schick galt dem "neuen Zuhause unserer evangelischen Brüder und Schwestern, die es zur Würde und zur Begegnung von Menschen gebaut haben".

Nach dem Festakt erkundeten die Besucher die Räumlichkeiten und erfreuten sich an einem bunten musikalischen Angebot für Jung und Alt. Schon die Gestaltung des Gottesdienstes war ein Ohrenschmaus: Der Dekanatsposaunenchor unter der Leitung von Norbert Stumpf und der Gospelchor mit Dekanatskantorin Ingrid Kasper brachten den Stephanshof ins Schwingen.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren