LKR Bamberg
Bevölkerungsstatistik

Stegaurach hängt beim Wachstum alle ab

Der Landkreis Bamberg verzeichnet erneut steigende Einwohnerzahlen, auch wenn sich die Entwicklung zuletzt wieder verlangsamt hat. Am 30. Juni 2014 lebten im Landkreis 144 510 Menschen.
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Der Zuwachs hält sich in Grenzen, aber wieder steht ein Plus bei den Einwohnerzahlen im Landkreis Bamberg. 144 510 Menschen zählte das statistische Landesamt zum 30. Juni 2014. Das sind 85 mehr als ein halbes Jahr zuvor und sogar 563 mehr als am 30. Juni 2013. Damit steht Bamberg eindeutig an der Spitze der neun oberfränkischen Landkreise. Sonst konnte nur noch Forchheim mit einem Bevölkerungszuwachs aufwarten (+141), alle anderen Landkreise verzeichneten Verluste.

Gewinner und Verlierer gab es jedoch nicht nur innerhalb Oberfrankens, sondern auch innerhalb des Landkreises Bamberg. Klarer Spitzenreiter beim Wachstum ist Stegaurach: 101 Menschen kamen im ersten Halbjahr 2014 dazu, im zweiten Halbjahr 2013 waren es sogar 119 gewesen. Mit nun offiziell 6943 Einwohnern hat Stegaurach nun 220 mehr als ein Jahr zuvor. Und nach der eigenen aktuellen Fortschreibung der Gemeinde hält der Trend an.
Denn Stegaurach hat plötzlich viel Wohnraum zu bieten. Mehr als 120 Wohnungen wurden hier durch den Abzug der US Army frei. Und im Gegensatz zu den ehemals 300 bis 400 amerikanischen Armeeangehörigen, werden die neuen Bewohner in der Statistik mitgezählt.

Hirschaid setzt sich ab

Stegaurach bleibt damit sechstgrößte Landkreisgemeinde, aber Scheßlitz auf Platz fünf, das im gleichen Jahr nur um 32 Einwohner zulegte, kommt in Reichweite. Mehr Einwohner (+61) wurden auch in Strullendorf gezählt. Dort macht sich offenbar ebenfalls der Konversionseffekt bemerkbar. Mit 110 Neubürgern hat Hirschaid zwar nur halb so viele dazugewonnen wie Stegaurach, doch als größte Landkreiskommune (11 930 Einwohner) hat es sich an der Spitze weiter abgesetzt. Denn die Nummer zwei und drei verloren. In Memmelsdorf ist es ein leichter Rückgang um zwölf auf 8831 Einwohner, in Hallstadt ein deutlicher um 76 auf 8332.

Deutlich gewachsen sind dagegen Burgebrach (+60) und Litzendorf (+65). Litzendorf hat damit wieder die 6000er Marke geknackt und gleichzeitig Bischberg in der Landkreisrangliste von Platz acht auf neun verdrängt. Denn Bischberg verlor im gleichen Zeitraum 44 Einwohner und rutschte von 6012 auf 5969 ab. Das Neubaugebiet "Himmelreich" mit mehr als 70 Baurechten schlägt sich in der Statistik natürlich noch nicht nieder. Bischberg hatte seinerseits Litzendorf erst im Jahr 2008 überholt. Auf der Gewinnerseite muss auch noch Rattelsdorf erwähnt werden. Mit einem Einwohnerplus von 78 hat die Marktgemeinde den drittgrößten Zuwachs im Landkreis. Prozentual (+1,7 Prozent) rangiert Rattelsdorf sogar noch vor Hirschaid auf Platz zwei.

Die prozentual höchsten Verluste muss erneut der Steigerwald hinnehmen. Ebrach verlor 40 Einwohner (-2,2 Prozent) und Burgwindheim 24 (-1,8 Prozent). Ein etwas geringeres Minus verzeichnen Schönbrunn und Priesendorf.

Kleine noch kleiner

Spürbare Verluste musste diesmal auch Gundelsheim hinnehmen. Die Gemeinde verlor 43 Einwohner. In Zapfendorf werden 34 Einwohner weniger gezählt als ein Jahr zuvor. Zur 5000er Marke, die man noch bis Ende 2012 gehalten hatte, fehlen nun bereits 38 Bürger.

Auch die Kleinsten schrumpfen weiter. 16 Einwohner weniger in Gerach und neun in Wattendorf klingt zwar nicht nach viel. Doch in Gerach sind das immerhin 1,7 Prozent, in Wattendorf 1,3 Prozent der Einwohner.
Die Verlustliste bestätigt und verstärkt in vielen Fällen den Trend der letzten zehn Jahre. Am 30. Juni 2004 wies die amtliche Statistik etwa für Gerach noch 1012 Einwohner aus. Zehn Jahre später sind es 929. Wattendorf zählte 2004 noch 711 Bürger, 2014 nur noch 674.

Nimmt man den gesamten Landkreis, so zählt dieser beinahe wieder so viele Einwohner wie vor zehn Jahren. Damals waren es 144 599, also gerade einmal 89 mehr als zum Stichtag 30. Juni im vergangenen Jahr. Doch beim Blick auf einzelne Gemeinden fallen die großen Unterschiede auf.

Burgebrach, Buttenheim und Stegaurach gewannen über den gesamten Zeitraum gesehen jeweils über 200 Einwohner hinzu. Hirschaid zählt inzwischen sogar 562 Bürger mehr als vor zehn Jahren. Auf der Gegenseite gibt es aber neun Gemeinden, die seit Sommer 2004 mehr als hundert Einwohner einbüßten: Hallstadt 228, Heiligenstadt 169, Oberhaid 164, Burgwindheim 160, Memmelsdorf 146, Viereth-Trunstadt 135, Schlüsselfeld 127, Ebrach 118 und Breitengüßbach 104.

Es gibt also offene Baustellen, so positiv sich die Lage auch insgesamt darstellt. "Die Zahlen belegen einmal mehr, dass wir in einem ausgesprochenen Zukunftslandkreis leben", freut sich Landrat Johann Kalb über die aktuellen Zahlen. Doch der genauere Blick darauf zeigt, dass offenbar mehr nötig ist, als allein die Lage im Bamberger Speckgürtel oder die Ausweisung neuer Baugebiete.
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