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Sportzentrum in Bamberg soll saniert werden

Defekter Kunstrasen, Uralt-Toiletten und mehr: 40 Jahre nach dem Bau herrscht im Sportzentrum in Gaustadt akuter Erneuerungsbedarf.
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In die Jahre gekommenes Sportzentrum Gaustadt: Seit den 70er Jahren wurde hier wenig investiert  Fotos: Ronald RInklef
In die Jahre gekommenes Sportzentrum Gaustadt: Seit den 70er Jahren wurde hier wenig investiert Fotos: Ronald RInklef
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Für Christian Görtler ist der Sachverhalt sonnenklar: Entweder die Stadt steckt in den nächsten Jahren sehr viel Geld in das Sportzentrum Gaustadt, oder die Vereine müssen sich nach einer Alternative umsehen. Die Liste der Mängel, die der DJK-Teutonia-Vorsitzende aufzählt, ist lang: Auf dem stumpf gewordenen Kunstrasenfeld droht für Fußballer akute Verletzungsgefahr; kaum noch jemand dreht seine Runden auf der Aschenbahn, die eher einem Rübenacker gleicht. Um den Boden des Gymnastikraums steht es kaum besser. Und die Toiletten! Vor allem Frauen empfinden die 40 Jahre alten Anlagen als Zumutung.

Doch die Tage des Dornröschenschlafs im Sportzentrum sind gezählt. Ende dieser Woche teilt die GroKo im Bamberger Stadtrat mit, dass nach langem Warten der Einstieg in die Sanierung des Sportzentrums 2017 gelingen soll.


Für die beiden Vereine DJK Teutonia Gaustadt und ASV Gaustadt mit rund 1100 Mitgliedern sind das erst einmal sehr gute Nachrichten. Jahrelang haben sie auf Verbesserungen gedrängt. Immerhin 17 Fußballmannschaften über alle Altersgruppen hinweg nutzen die beiden Felder des in den 70er Jahren großzügig am Rande des Michelsberger Waldes angelegten Sportzentrums. Klar ist: Ohne diese Spielstätten wäre der Fußball im Nordwesten in seiner Vielfalt gefährdet.

Das sieht auch Sportreferent und Bürgermeister Christian Lange (CSU) so. Er hebt vor allem die Jugendarbeit hervor, die hier geleistet wird. Lange weiß: In einer Stadt mit vielen vereinseigenen Fußballplätzen darf es nicht sein, dass ausgerechnet die neben dem Volkspark einzige im Eigentum der Stadt befindliche Spielstätte in eine prekäre Situation gerät. Deshalb die gute Nachricht: CSU, SPD, BuB und FDP wollen mit ihrer Mehrheit dafür sorgen, dass in den nächsten Jahren 600 000 Euro in die Sanierung des Sportzentrums fließen. Damit könnten zumindest Kunstrasenfeld und Flutlicht erneuert werden. Auch die anstehenden Sanierungsmaßnahmen im Vereinsgebäude und auf dem oberen Rasenspielfeld sollen so bald wie möglich in Angriff genommen werden, sollte sich bei den Haushaltsberatungen eine Mehrheit finden.


Eine Beratung steht noch aus

Was leicht klingt, ist es in Wahrheit nicht. Dem Beschluss der großen Fraktionen, der auch von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) unterstützt wird, ist ein langwieriges Tauziehen vorangegangen. Dabei ging es vor allem darum, wie die Gesamtkosten von rund einer Million Euro angesichts der vielfältigen anstehenden Aufgaben freigeschaufelt werden können. Auch der Zeitrahmen, in dem die Sanierung erfolgen soll, war und ist heiß umkämpft, wie niemand besser weiß als Daniela Reinfelder (BuB).

Die Gaustadter Stadträtin und Bürgervereinsvorsitzende hat sich das Projekt seit langem auf die Fahnen geschrieben. Deshalb freut sie sich, dass mit den Fraktionen von CSU und SPD nun eine stabile Mehrheit dahinter steht. Freilich: Was Reinfelder anprangert, ist der Umstand, dass trotz mehrerer Anträge aus ihrer Feder noch niemals in einem Fachsenat über das Vorhaben diskutiert wurde. Die Entscheidungsfindung zum Sanierungsprozess sei dadurch nicht gerade befördert worden.


Preschen die Großen vor?

Ein Beschluss mit sechsstelligen Folgenkosten ohne inhaltliche Vorberatung? Dies stößt auch bei der politischen Opposition auf Widerstand. Dieter Weinsheimer von der Bamberger Allianz findet es bezeichnend für den politischen Stil im Bamberger Rathaus, dass "CSU und SPD hier wieder einmal vorpreschen" und knappe Mittel verteilen, ohne vorher die große Linie im Haushalt festgeklopft zu haben. Und ohne dass sich der Stadtrat einen Überblick über die Situation in Gaustadt verschaffen konnte. Fakt sei, so sagt Weinsheimer, dass nach den Angaben von Kämmerer Bertram Felix im ersten Vorentwurf des Haushalts 2017 ein Haushaltsloch von rund 60 Millionen Euro im Haushalt klafft, das irgendwie geschlossen werden müsse. Konkret heißt das, dass für die Sanierung in Gaustadt an anderer Stelle Gelder eingespart werden müssen. Allerdings: In der Sache widerspricht auch die Bamberger Allianz den Forderungen der beiden Gaustadter Vereine nicht. Es sei klar, dass im Sportzentrum irgendetwas getan werden müsse, sagt Weinsheimer: "Sonst können wir es früher oder später abreißen."

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