Bamberg
Bilanz

Sparkasse Bamberg erhöht Kontoführungsgebühren

Die Sparkasse Bamberg zieht eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Zum April erhöht das Institut die Preise für Girokonten.
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Die Banken verdienen mit Girokonten kaum mehr Geld. Hohe Einlagen der Kunden erzeugen inzwischen sogar Kosten für die Kreditinstitute. Deshalb erhöht nun auch die Sparkasse Bamberg die Gebühren für die Girokonten.  Foto: Barbara Herbst
Die Banken verdienen mit Girokonten kaum mehr Geld. Hohe Einlagen der Kunden erzeugen inzwischen sogar Kosten für die Kreditinstitute. Deshalb erhöht nun auch die Sparkasse Bamberg die Gebühren für die Girokonten. Foto: Barbara Herbst
Nahezu jeder zweite Stadt- und Landkreis-Bewohner (zusammen gut 210.000 Einwohner) ist Kunde bei der Sparkasse Bamberg. Das Institut bleibt mit 46 Prozent Marktanteil weiterhin führend. So zählte die Sparkasse insgesamt 114.000 Privatgirokonten (13.000 Firmengirokonten) im vergangenen Geschäftsjahr. Fast zwei Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. "Das zeigt, dass wir nach wie vor Zulauf haben", sagt Vorstandsmitglied Thomas Endres bei der Bilanzpressekonferenz. Insgesamt fällt das Fazit positiv aus. Seit zehn Jahren verzeichne die Sparkasse einen Zuwachs: 2016 seien es netto 1500 Konten gewesen, sagt Vorstandschef Stephan Kirchner. Für dieses Jahr fallen die Erwartungen aber etwas geringer aus.


Bilanzsumme 3,9 Milliarden Euro

In Zeiten der anhaltenden Niedrigzinsphase und steigenden Eigenkapitalanforderungen erhöhen die Banken ihre Kontoführungsgebühren. So auch die Sparkasse Bamberg zum 1. April. "Die Kunden sind bereits informiert", sagt Kirchner. Die mit einer Bilanzsumme von 3,9 Milliarden Euro (2015: 3,8 Milliarden) größte Sparkasse in Oberfranken will mit dem Thema offensiv umgehen.

Die Gründe für eine Erhöhung liegen für die Sparkasse auf der Hand. Die Banken verdienten mit Girokonten kein Geld mehr. Hohe Einlagen der Kunden erzeugten inzwischen Kosten für die Kreditinstitute. Sie müssten das Geld mit Negativzinsen bei der Europäischen Zentralbank (-0,4 Prozent) anlegen. Niedrige Margen bei den Kreditkarten und selbst die hohen Zinsen bei Dispokrediten könnten die Kosten für die Girokonten nicht ausgleichen, erklärt Kirchner. Geld verdienten die Banken mit Wertpapieren oder Immobilienkrediten. Damit könnten sie die Girokonten querfinanzieren. Doch sei das nicht fair gegenüber Wertpapieranlegern, betont Thomas Endres. "Die Zeit der kostenlosen Konten ist vorbei", sagt der Vorstand. Selbst Direktbanken müssten sich Gedanken machen.

Nun müssen künftig auch die Onlinekunden der Sparkasse 2,75 Euro pro Monat berappen (bei der VR-Bank Bamberg kostet der Online-Tarif derzeit 2,95 Euro). Bisher haben Sparkassen-Kunden maximal 1,50 Euro bezahlt. Die Onlinekontenbesitzer stellen mit einem Drittel der Girokonteninhaber die größte Gruppe: rund 48.000 Geschäfts- und Privatkunden.

Größere Einbrüche bei den Girokonten befürchtet Vorstandschef Kirchner trotz der Preiserhöhung nicht: Die ein oder andere Kündigung werde es zwar geben, das liege aber auch daran, dass mancher mehrere Konten zusammenlegen würde.


Beratungscenter entstehen

Die Sparkasse wolle weiterhin für die Kunden - digital und vor Ort - da sein und sich zukunftsorientiert aufstellen. Das hat Ende 2016 zu der unpopulären Entscheidung im Verwaltungsrat geführt, sieben Filialen in Stadt und Landkreis zum 1. Februar 2017 zu schließen. "Die Reaktion war nicht von großer Freude geprägt", gibt Kirchner zu. Er habe Verständnis, dass sich Bürgermeister und Bürgervereinsvorsitzende für den Erhalt einsetzten.

Missfallen erntete die Sparkasse nicht nur in Bamberg, unter anderem auch im Marktgemeinderat Hirschaid wegen der Schließung der Filiale in Sassanfahrt. Dagegen gab es positive Reaktionen auf den Ausbau eines Beratungscenters in Hirschaid. Auch in Burgebrach und Scheßlitz soll ein solches ab Ende Juni entstehen. Später auch in Hallstadt. "Wir wollen noch mehr persönliche, qualitative Beratung", erklärt Kirchner. In den Centern sollen Kunden Experten für Baufinanzierung, Wertpapieranlage, Versicherungen und mehr antreffen.

Weiterhin blieben 51 Filialen im ganzen Geschäftsgebiet erhalten. "Wir sind gut präsent. Am Geschäftsstellennetz wird sich in naher Zukunft nichts ändern", verspricht Kirchner.


Sparkassen-Bilanz 2016

Kredite Die Nachfrage nach Krediten zu niedrigen Konditionen führte zum Bestand von 2,5 Milliarden Euro (+2,1 Prozent).

Eigenheim Auch Investitionen haben zugelegt, was sich an hohen Wohnbaukreditvolumen von 1,1 Milliarden Euro zeigte.

Mittelstand Mehr als die Hälfte ihrer Kredite habe die Sparkasse an Geschäftskunden vor allem aus dem Mittelstand vergeben (1,4 Milliarden Euro, Zuwachs von knapp 2 Prozent)

Kundeneinlagen Trotz Niedrigzinsen haben Kunden über drei Milliarden Euro der Sparkasse anvertraut (+ 3 Prozent).

Wertpapiere Kunden haben fast 600 Millionen Euro in Wertpapieren angelegt. Tendenz steigend.
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