"Einen oder zwei Tage lang hatten wir wegen der Kälte eine geringere Qualität an den Spargelspitzen", erinnert sich der Hirschaider Anbauer Hans Ott. Doch daran habe man sich eigentlich schon gewöhnt, denn "irgendwas ist mit dem Spargel immer". Dennoch sei es noch nicht oft vorgekommen, dass seit der Abdeckung der Beete mit Folien das Wurzelgemüse an den kühlen Nächten gelitten habe. Etwa ein Drittel bis die Hälfte einer Tagesernte sei deshalb ausgefallen.

Danach aber war der Absatz umso besser und jetzt ist längst alles sozusagen wieder in bester Butter. "Die Nachfrage lässt nicht nach", meint Hans Ott. Bis Saisonende rechnet er mit einer durchschnittlichen Ernte, vielleicht etwas darunter. Wieviel es sein wird? Das kann er jetzt noch nicht sagen. Eine Rolle spielt dabei aber auch der Rückgang der Anbaufläche im Bamberger Land. Vor allem die Besitzer kleinerer Flächen stellten den Spargelanbau mit dem Generationswechsel nicht selten ein - die nächste Generation sei berufstätig, habe weniger Zeit, und der Spargel "verlangt doch einiges an Arbeit". Der Großmarkt bevorzuge außerdem größere Zulieferer und habe mit vielen kleinen auch Probleme. "Die Direktvermarktung funktioniert halt nur, so lange die Eltern es noch machen", weiß der Hirschaider Spargelbauer.

Eine ähnliche Prognose wagt der Spargelfachmann beim Amt für Landwirtschaft und Gartenbau in Kitzingen, Gerhard Reichels dorfer. "Wir hatten einen prima Saisonstart mit guten Erträgen. Trotz der Folie gab es dann wegen des Kälteeinbruches Qualitätsminderungen, was den Anbauern Verluste gebracht hat". Das gleiche sich jetzt mit der feuchtwarmen Witterung wieder aus, die Saison sei ja noch nicht zu Ende und seit einer oder zwei Wochen habe man eine sehr gute Qualität.

In der Verwendung von Folien sieht Reichelsdorfer trotz gelegentlicher Probleme eine "sehr gute Lösung für die Anbauer". Befürchtungen, dass die Qualität unter der Abdeckung der Beete leiden könne, seien eindeutig widerlegt. Wenig Sinn sieht er darin, die Folien mit einem "Weichmacher" zu versehen - das bringe bei höheren Kosten keinen zusätzlichen Nutzen.

Je nach Witterung ernten die Spargelanbauer im Raum Bamberg - Forchheim pro Saison auf etwa 50 Hektar Anbaufläche rund 300 bis 350 Tonnen des "königlichen Gemüses". Drei Wochen vor Saisonende schätzt Reichelsdorfer den Ertrag in diesem Jahr auf etwa 300 Tonnen - ohne Gewähr. "Denn es sind noch etwa drei Wochen hin", eine sichere Zahl werde man erst danach wissen.