Kirchschletten
Jubiläum

Sogar der frühere Papst schickt Grüße nach Kirchschletten

Die Abtei Maria Frieden in Kirchschletten feierte ihr 60-jähriges Bestehen. Äbtissin Mechthild Thürmer bekam als besondere Überraschung ein Schreiben von Benedeikt XVI., dem früheren Oberhaupt der katholischen Kirche.
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Äbtissin Mechthild Thürmer erhielt den Apostolischen Segen - überreicht von Oblatin Barbara Vogel. Foto: Johannes Michel
Äbtissin Mechthild Thürmer erhielt den Apostolischen Segen - überreicht von Oblatin Barbara Vogel. Foto: Johannes Michel
"Als Ebensfelder bin ich direkt um die Ecke aufgewachsen - und wir haben die Abtei Maria Frieden immer als unser Kloster betrachtet. Außerdem habe ich ursprünglich den Beruf des Landwirts gelernt." Zwei Verbindungen, die Domkapitular Norbert Jung in seiner Predigt zum Jubiläum "60 Jahre Abtei Maria Frieden" in Kirchschletten herausstellte. Die Gemeinschaft wurde vor 60 Jahren von Edeltraud Danner gegründet und steht heute nicht nur für Spiritualität und Gemeinschaft, sondern auch für ökologische Landwirtschaft.

Äbtissin Mechthild Thürmer war schlicht überwältigt. Nicht nur, dass zum Festtag viele Oblaten (Menschen, die ein benediktinisches Leben führen, ohne Mitglied eines Konvents zu sein) gekommen waren. Nein, sondern auch, dass Barbara Vogel, Oblatin seit zwei Jahren, ihr ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht hatte.

"Seine Heiligkeit Benedikt XVI. erteilt Sr. M. Mechthild Thürmer O.S.B. von Herzen den Apostolischen Segen und erbittet die Fülle der göttlichen Gnaden zum 60-jährigen Gründungsjubiläum der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten am 23. Juni 2013", stand auf einem in Gold eingerahmten Bild. "Wir haben unserem ehemaligen Papst geschrieben, und er hat gerne geantwortet", sagte Barbara Vogel, als Oblatin "Schwester Pia".

1953 erwarben die Benediktinerschwestern die Gebäude vom Kloster Niederaltaich, 20 Jahre später wurde das Kloster zur Abtei erhoben. Natürlich müssen die Schwestern zum Erhalt des Klosters auch arbeiten - Grundlage sind ein Biohof, die Kerzenwerkstatt und die Beherbergung von Gästen. Letztere kommen, um eine Auszeit zu nehmen, also "auf Zeit", oder nun vermehrt als Jakobuspilger. Denn seit 2012 ist die Abtei offizielle Pilgerherberge. Für diesen Zweck soll in Kürze die ehemalige Dorfschule von Kirchschletten, das heutige "Haus Edeltraud", umfassend saniert werden.

"Über die Jahre ist das Kloster zum Mitbewohner der Ortschaft geworden", sagte Norbert Jung in seiner Predigt. "Kirchschletten ist der einzige Ort in der Diözese, wo nicht nur die Frauen die Hosen anhaben, sondern wo auch eine Frau den Stab in der Hand hält." Der Nachwuchsmangel im Kloster sei, meinte Jung, ein Spiegelbild unserer Zeit. "Dennoch sage ich: Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!"

Ein Lob für den Gutshof

Zapfendorfs Bürgermeister Josef Martin (CSU/VU), der ebenfalls am Festgottesdienst teilnahm, lobte die stete Aufwärtsentwicklung des Klosters - noch nie sei der Gutshof so gut geführt worden wie heute. "Kirchschletten wäre ohne die Abtei nicht mehr denkbar", sagte Martin.

"Edeltraud Danners Ja, ein Ja, mit 65 Jahren neu zu beginnen, soll uns auch heute Mut für die Zukunft machen", sagte Äbtissin Mechthild Thürmer zum Schluss des Gottesdienstes.

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