Bamberg
Sicherheitslage

Silvester in Bamberg im Zeichen der Sicherheit

Der Jahreswechsel steht unter dem Eindruck des Terroranschlags in Berlin. In Bamberg ist bei Polizei und Sicherheitsdiensten mehr Personal im Dienst.
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Dichtes Gedränge auf der Unteren Brücke an Silvester 2015. Archivbild: Ronald Rinklef
Dichtes Gedränge auf der Unteren Brücke an Silvester 2015. Archivbild: Ronald Rinklef
Ein paar Dinge sind jedes Jahr gleich, wenn der Dezember zu Ende geht: die Frage nach guten Vorsätzen oder die Überlegung, wo man den Jahreswechsel verbringt. Und die Mitteilung der Stadt Bamberg, wo überall das "Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern" greift.

Zur Erinnerung: auf dem Domplatz, dem Michaelsberg und der Altenburg sowie "in unmittelbarer Nähe anderer Kirchen". Generell sei im gesamten Altstadtbereich Zurückhaltung und Vorsicht geboten. "Zudem ist das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände auch in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Fachwerkhäusern verboten", heißt es weiter in der Mitteilung.
Soweit die jährlich wiederkehrende Ermahnung zum vorsichtigen und verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Neu ist in diesem Jahr: die Mannschaftsstärke der Polizei. Um wie viele Beamte die Polizeiinspektion Bamberg-Stadt ihre Leute tatsächlich aufstockt, verrät Sprecherin Silke Gahn nicht - aus nachvollziehbaren Gründen. Was werden die Konsequenzen für die feiernden Bamberger sein? Glaubt man Gahn, halten sie sich in Grenzen. "Man sieht vielleicht ein paar mehr Beamte als sonst", sagt sie und fügt an: "Wir werden und wollen keine Angst verbreiten."


In Zivil und Uniform

Die Polizisten werden sowohl uniformiert als auch in Zivil im Stadtgebiet unterwegs sein, der Fokus liegt auf der Innenstadt. Besonders überwacht werden die Sandstraße, die Obere und Untere Brücke, der Domplatz und die Fußgängerzone. Orte, an denen sich viele Menschen versammeln - droht möglicherweise Gefahr? "Wir haben keine Hinweise, dass bestimmte Plätze gemieden werden sollten", sagt die Polizeisprecherin und gibt Entwarnung. Auch aus dem Rathaus heißt es: "Es gibt kein Versammlungsverbot in der Stadt. Silvester kann wie jedes Jahr gefeiert werden", erläutert Sprecherin Stephanie Schirken-Gerster.

Gleichwohl: Für die Polizei kommt dieses Jahr vieles zusammen. Der Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin vor kurzem ist noch präsent, gleichzeitig erinnert man sich, was an Silvester vor einem Jahr in Köln passiert ist - sexuelle Übergriffe auf Frauen und gleichzeitig Taschendiebstähle. Für Bamberg kündigt Silke Gahn an: "Wir werden ein Auge darauf haben." Die Beamten bekommen zusätzlich Unterstützung von weiteren Kräften der bayerischen Polizei.

Man werde ständig untereinander in Kontakt stehen und sich dort aufhalten, "wo was los ist", sagt Gahn. Straßensperren zur Terrorabwehr, wie etwa während des Weihnachtsmarktes, sind nicht geplant. "Die Örtlichkeiten in Bamberg erschweren ein Hineinpreschen mit einem größeren Fahrzeug."
Übrigens: Mit der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) habe die erhöhte Polizeipräsenz nichts zu tun, wie die Polizistin auf Nachfrage sagt.

Auch in der großen Flüchtlingsunterkunft im Bamberger Osten ist Silvester kein Tag wie jeder andere. Zunächst einmal hat die Regierung von Oberfranken "ein Verbot des Abbrennens und des Einführens pyrotechnischer Gegenstände" für das Gelände der AEO erlassen, wie von Pressesprecherin Heike Hampl zu erfahren ist. Dies diene vor allem dem Schutz der teils kriegstraumatisierten Menschen, die dort leben. Da sich die Bewohner der Einrichtung in Bamberg frei bewegen dürfen, wird es beim Betreten des Geländes Taschenkontrollen geben, die die Sicherheitsleute durchführen. Von diesen werden in der Silvesternacht doppelt so viele wie in einer normalen Nachtschicht im Einsatz sein - was die Regierung mit der gestiegenen Zahl an Asylbewerbern begründet. Im Dezember 2015 waren es noch 856 Bewohner, dieses Jahr sind es 1293.

Doch was ist mit einem sensiblen Thema - dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen? Laut Hampl erhalten alle Bewohner der AEO bei ihrer Ankunft ein Faltblatt über die wichtigsten Verhaltensregeln in Deutschland.

Darüber hinaus gebe es den "Refugeeguide" ("Flüchtlingsleitfaden") in verschiedenen Sprachen, in dem über Leben und Werte in der Bundesrepublik aufgeklärt werden. Und: "Speziell zum Jahreswechsel wurden Aushänge getätigt, in denen über die Gebräuche zu Silvester aufgeklärt wird."
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