Bamberg
Kirche

Seltenes Ereignis: Marienprozession im Regen

Die große Marienprozession am Sonntag durch Bamberg wurde erstmals seit Langem vom Regen begleitet.
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Unter Regenschirmen verfolgen die Gläubigen die Prozession, hier vor der Martinskirche. Fotos: RiegerPress
Unter Regenschirmen verfolgen die Gläubigen die Prozession, hier vor der Martinskirche. Fotos: RiegerPress
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Als die Marienprozession am Sonntag von der Oberen Pfarre aus startete, sah es ganz danach aus, als ob das Wetter halten könnte. Doch bereits als die festlich geschmückte Marienfigur die Lugbank erreichte, fing es an zu tröpfeln. Und als die Prozession die Untere Brücke passierte, nahm der Regen immer mehr zu.

An der ersten Station, vor der Kirche der Englischen Fräulein, brachten viele mitlaufende Vereine ihre Prunkfahnen ins Trockene, andere wickelten sie in Plastikfolie ein, um sie wenigstens einigermaßen zu schützen. Auch die Marienfigur und ihre hochwertigen Prunkgewänder wurden mit Folie verhüllt. Die Prozession wurde fortgesetzt - allerdings im "Eiltempo". So wurde lediglich vor der Martinskirche, wo sich die beiden Marienstatuen, sprich die Schmerzensreiche von St. Martin und die Glorreiche von der Oberen Pfarre, gegenüberstanden, ein "Vater unser" gebetet und der Weg dann unverzüglich fortgesetzt.
Die letzte Station vor der Oberen Pfarre wurde ins Innere der Kirche verlegt.

An eine Prozession im strömenden Wetter konnte sich keiner der Teilnehmer erinnern. Selbst diejenigen, die schon seit Jahrzehnten mitlaufen, bescheinigten, dass das Wetter bisher immer mitgespielt hätte. Eine ältere Damen zeigte sich am Ende aber doch erleichtert, dass die Marienprozession trotz des strömenden Regens ausgezogen war: "So gibt es wenigstens heuer keinen Krieg!" Denn in den über 300 Jahren, in denen die Prozession inzwischen stattfindet, fiel sie lediglich in den Jahren 1914 und 1939 n aus. Und beide Male gab es danach Krieg.

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