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Bamberg
Auszeichnung

Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg erhielt Preis der Weltkulturerbestiftung

Bei der Welterbe-Urkundenverleihung vor 20 Jahren musste die "Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg e.V." vor der Konzerthalle noch Flugblätter verteilen, um auf die schwierige Verkehrssituation in der Altstadt hinzuweisen.
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Auszeichnung für die Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg. Unser Bild zeigt Vorsitzenden Jörg Händler (2.v.l.) zusammen mit OB Starke, Verena Metze-Mangold und Thomas Goppel. Foto: Ronald Rinklef
Auszeichnung für die Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg. Unser Bild zeigt Vorsitzenden Jörg Händler (2.v.l.) zusammen mit OB Starke, Verena Metze-Mangold und Thomas Goppel. Foto: Ronald Rinklef
Am Samstagabend beging der Verein nicht nur die Jubiläumsfeier "20 Jahre Welterbe" gemeinsam mit den Festgästen, sondern wurde sogar mit dem Preis der Stiftung Weltkulturerbe der Stadt Bamberg ausgezeichnet - dotiert mit 5000 Euro. Was Vereinsvorsitzenden Jörg Händler aber nicht davon abhielt, dem Ruf der Schutzgemeinschaft als "streitbar mit Ecken und Kanten" gerecht zu werden. So hatte sie die ehemalige Stadtheimatpflegerin und Welterbemanagerin Karin Dengler-Schreiber bezeichnet, die die Laudatio hielt.

Dengler-Schreiber begründete die Preisverleihung damit, dass sich die Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg in "vorbildlicher und nachahmenswerter Weise für die Erhaltung und Revitalisierung historischer Bausubstanz und die Wiederbebauung der Stadt Bamberg eingesetzt hat". Ein besonderes Anliegen der Schutzgemeinschaft sei, das Stadtbild in seiner Gesamtheit und Wesensart zu erhalten und zu pflegen sowie die Instandsetzung von Bau- und
Kulturdenkmälern zu fördern.

Die Rednerin erinnerte an die Gründung des Vereins vor 45 Jahren, am 27. September 1968, "aus Protest gegen den Abbruch des Stadtbild prägenden Hauses Zum Marienbild am Kaulbergfuß". Dengler-Schreiber listete die von der Schutzgemeinschaft geretteten "Schätze" auf: etwa den Erlwein-Bau des Alten Krankenhauses für das Stadtarchiv, das alte E-Werk für die heutige Volkshochschule oder den nördlichen Pavillon im Michaelsberger Terrassengarten. Ganz aktuell veranstaltet die Schutzgemeinschaft in Kooperation mit dem Architekturtreff Bamberg eine Vortragsreihe zum Thema "Konversion" und saniert das Erthal-Wappen unterhalb der Volkshochschule.

Vorsitzender Jörg Händler fand zunächst freundliche Dankesworte für die Auszeichnung, die allen Vereinsmitgliedern gebühre. Er erinnerte an Personen wie Nina Gräfin von Stauffenberg, Freifrau Gudila von Pölnitz, Irene Hottelmann-Schmidt oder Christa Harth, ohne deren Engagement der Verein nicht das geworden wäre, was er sei. Händler räumte ein: "Wir sind streitbar. Wir sind aber auch an Konsens und an gemeinsamen Lösungen im Sinne des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege interessiert." Die Schutzgemeinschaft lege mehr Wert auf Zusammenarbeit und Dialog als auf Konflikte.

Allerdings zweifle der Verein heute daran, ob es bei dieser Marschroute bleiben könne. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung lasse in der letzten Zeit zu wünschen übrig, beklagte Händler: "Wir haben den Eindruck, dass man uns zwar gerne Stellungnahmen abgeben lässt, man nimmt diese zur Kenntnis, macht aber dann das, was man will oder schon immer vorhatte, ohne unsere Einwände zu beachten." Dabei gebe es in Bamberg zahlreiche Projekte, bei denen mit den anderen Vereinen und Bürgern "echte gemeinsame Lösungen erarbeitet werden sollten", wie zum Beispiel bei Themen wie die weitere Bebauung im Haingebiet, die Ansiedlung öffentlicher Einrichtungen im sensiblen Berggebiet und den Bau von Parkpaletten dort oder das Projekt "Quartier an der Stadtmauer". Dabei richtete Jörg Händler seine Kritik nicht nur an die Stadtverwaltung, sondern auch an die Stadträte: "Nehmen Sie auch einmal einen anderen Blickwinkel ein!" rief er den zahlreich vertretenden Stadträten in der Konzerthalle zu. Es dürfe nicht dazu kommen, dass man den Titel Welterbe als selbstverständlich ansieht, sich damit schmückt und wirbt: "Man muss auch etwas dafür tun", forderte Händler. Welterbe und Denkmalschutz gehörten zum Selbstverständnis.
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