Stegaurach
Kindergarten

Schon die Kleinen dürfen sägen

Die Initiative der Verbände der Bayerischen Bauwirtschaft "Baumeister gesucht!" ist auf Bayerntour. Dabei hat sie auch im Kindergarten "St. Marien" in Stegaurach Halt gemacht.
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Harry Hammer zeigt den Kindern wie man richtig mit einer Säge umgeht - immer weg vom Körper!  Foto: Matthias Hoch
Harry Hammer zeigt den Kindern wie man richtig mit einer Säge umgeht - immer weg vom Körper! Foto: Matthias Hoch
Kindern macht es großen Spaß zu bauen. Im Kindergarten St. Marien dürfen die Kleinen jetzt ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Sie bekamen in der vergangenen Woche im Rahmen der Aktion "Baumeister gesucht!" eine neue Werkbank. Getragen wird die mobile Bildungsinitiative von den Verbänden der Bayerischen Bauwirtschaft. Die Firma Fliesen Morgenroth hat das Material gestiftet.
Die Protagonisten "Harry Hammer" und "Nicki Nagel" sind bayernweit unterwegs, um die Baumeister von morgen zu suchen. Im Gepäck hatten sie nicht nur eine Werkbank, sondern auch Werkzeug und ein Baumeister-Handbuch mit den wichtigsten Tipps und Tricks zum Handwerken mit Kindern.

Das Bauhandwerk kennenlernen

Derart professionell ausgestattet verbrachten die Kinder einen ganzen Vormittag mit Harry und Nicki. Die sind im echten Leben ebenfalls Schreinermeister und -gesellin.
Nachdem jedes der 20 teilnehmenden Kinder einen Bauhelm und ein Paar Handschuhe bekommen hatte, durften sie in die Welt des Bauhandwerks eintauchen.
Zunächst lernten sie Werkzeug wie Hammer, Säge und Raspel kennen und wie man mit diesem richtig umgeht - damit auch noch nach dem Werkeln alle Finger unversehrt sind.
Anschließend durften sie ihr handwerkliches Können unter Beweis stellen. Es wurde Holz zugesägt und geschliffen, Steinmauern hochgezogen und der Hammer geschwungen.

"Gesellenprüfung" als Abschluss

Am Ende des Vormittags sollte jedes Kind sein eigenes kleines Haus mit Grundkörper, Dach und Gartenzaun gebaut haben. Die Häuser mit Gartenzäunen fanden ihren Platz auf dem von den Kindern selbstgemalten Stadtplan. "Nicht das einzelne Haus wird letztendlich betrachtet, sondern das Gesamtbild", sagte Nicki Nagel.

Das Erlernte nachvollziehen

Der Leiterin des Kindergarten St. Marien, Gertrud Stöcklein, kommt das Projekt gerade zur rechten Zeit. Der Kindergarten wird nach 39 Jahren Betrieb bis zur Bodenplatte abgetragen und anschließend darauf neu errichtet. "Während der Bauzeit erfahren die Kinder täglich, wie ihre neue Kindertagesstätte entsteht", sagt Gertrud Stöcklein. Die Kinder können so das bereits Erlernte in der Realität nachvollziehen und den Baufortschritt bewusst miterleben. In der heutigen Zeit sei es besonders wichtig, Geschicklichkeit und Geduld zu entwickeln. Dann würde auch im Umgang mit Werkzeug nichts mehr schief gehen. Neben dem Mitmachprogramm stand die fachliche Unterstützung der Erzieherin Maria Ratzke und der freiwilligen Helfer im Mittelpunkt. Dabei wurden am Vortag Fragen zum altersgerechten Handwerken beantwortet, um die Jungen und Mädchen an den verschiedenen Werkstationen zu unterstützen.

Praktische Lernerfahrung wichtig

Ziel der Initiative sei es, Kindergartenkinder an bauhandwerkliche Arbeiten heranzuführen und diese langfristig in den Kindergarten-Alltag zu integrieren. Damit soll den Jungen und Mädchen der Umgang mit Werkzeug an einer Werkbank ermöglicht werden. Bei der Bildung und Erziehung der Kinder würden praktische Lernerfahrungen eine große Rolle spielen.
Nach der "Gesellenprüfung" erhielten die Kinder ihre Baumeister-Ausrüstung und die offizielle Urkunde "Ich bin ein Baumeister!".

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