Scheßlitz
Entwicklungskonzept

Schönstatt-Zentrum in Scheßlitz soll erweitert werden

Das Schönstatt-Zentrum auf dem früheren Nato-Gelände bei Dörrnwasserlos will sich der steigenden Nachfrage stellen. Für Erweiterungspläne gibt es bereits konkrete Überlegungen.
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Das Schönstattzentrum Marienberg bei Dörrnwasserlos Fotos: Barbara Herbst
Das Schönstattzentrum Marienberg bei Dörrnwasserlos Fotos: Barbara Herbst
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Das von der katholischen Kirche unterhaltene Schön stattzentrum Marienberg befindet sich seit 1996 auf dem Gelände eines früheren Raketenstützpunktes der Nato bei Dörrnwasserlos (Stadtteil von Scheßlitz). Durch Umnutzung bestehender Flachdachbauten, die Neugestaltung des rund zehn Hektar großen Areals, seine spirituellen Anlagen, durch den Neubau einer Begegnungsstätte mit Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeiten und einer Schönstattkapelle, dazu diverse Spiel-, Zelt- und Sportplätze, hat sich der Marienberg in einer landschaftlich herrlichen Lage zu einem Begegnungszentrum mit vielfältigen kulturellen Angeboten entwickelt.

Viele Seminarteilnehmer, Besucher, Wallfahrer und Touristen, Busgruppen aus Pfarreien, Vereinen und Verbänden, Jugend-, Sport- und Studentengruppen sowie Familien mit Kindern nehmen das vielfältige Angebot dankbar an oder kehren gerne in der seit 2009 geöffneten Sonntagsgaststätte ein. Inzwischen zeigt sich aber immer deutlicher, dass die ehemalige Militäranlage in ihrer gesamten Bausubstanz und Zuordnung den Bedürfnissen der Schönstattbewegung und den allgemeinen öffentlichen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird.

Zu diesem Zweck wurde in einem breit angelegten, zweijährigen Prozess mit dem Planungsbüro Baur-Consult ein Entwicklungskonzept erstellt, das im Förderprogramm "Leader" mit 15 500 Euro unterstützt wird. Schönstattpräses Martin Emge und Architekt Gerhard Schlereth stellten jetzt einem Gremium von Vertretern der zuständigen Behörden und Fördereinrichtungen die Grundzüge dieses Konzeptes zur weiteren Diskussion vor.


Schadhafte Gebäude

In seiner kurzen Rückblende bezifferte Emge die bisherige Gesamtinvestition im Zeitraum von 1996 bis 2015 auf circa zwei Millionen Euro. Die Besucherzahlen für die vielfältigen Angebote hätten sich seit der statistischen Erfassung im Jahr 2000 bis zum Jahr 2014 von 5480 auf 25 929 Personen erhöht und belegten die Notwendigkeit von baulichen Erweiterungen.

Architekt Schlereth erläuterte Einzelheiten des Entwicklungskonzeptes. Teilweise schadhafte und unzweckmäßige Nato-Gebäude sollen rück- bzw. umgebaut, der Eingangsbereich einladender gestaltet werden. In fünf Gesprächsforen mit allen Schönstattgruppierungen erhielt der Neubau eines Begegnungszentrums, das sowohl kirchlich für Liturgien als auch multimedial genutzt werden kann, sowie ein vorgelagerter "Marktplatz" mit Verschattungsmöglichkeiten für Großveranstaltungen anstelle der jetzigen Hauskapelle (bisheriger Erholungssaal der Amerikaner) höchste Priorität. Diese wohl teuerste Maßnahme soll bereits im kommenden Jahr als Schlüsselprojekt begonnen werden.

In der Diskussion forderten Landrat Johann Kalb (CSU) und der Geschäftsführer der Oberfrankenstiftung, Eckhard Wiltsch, unter anderem einen belastbaren, sauber errechneten Finanzierungsplan, von dem die Höhe der möglichen Zuschüsse abhänge. Um die Planungsphase abzukürzen und Kosten zu sparen, soll das Entwicklungskonzept auch Grundlage für die Anpassung des Flächen- und Bebauungsplanes sein. Die Stadt Scheßlitz wird, wie Zweiter Bürgermeister Holger Dremel mitteilte, umgehend Angebote einer Neuerschließung für Wasser und Kanal erstellen.


Breite Unterstützung

Alle Entscheidungsträger und Fördereinrichtungen, darunter auch Ordinariatsrat Josef Schwab als Bauamtsdirektor der Erzdiözese Bamberg und MdL Heinrich Rudrof (CSU), versprachen, dieses Projekt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.

Rudrof schlug der Stadt Scheßlitz vor, gegebenenfalls auch Mittel über den Konversionstitel beim Bund abzurufen. Schönstatt hofft auch auf eine bedarfsgerechte Förderung durch Leader. Die Höhe der Förderung, erläuterte Günter Dippold von der Bezirksregierung Oberfranken, hänge jedoch davon ab, wie weit die Investition einer Maßnahme gemeinnützigen Zwecken dient. Die Verpflegung von Übernachtungs- und Seminargästen sei nicht förderschädlich. Alle Anwesenden waren sich einig, dass die Weiterentwicklung des früheren Natogeländes durch Schönstatt überregionale Bedeutung habe und darüber hinaus eine erhebliche Wertsteigerung der ländlichen Umgebung darstelle.
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