Scheßlitz

Scheßlitz fasst einen "historischen" Beschluss

Die Stadt Scheßlitz war die letzte Gemeinde im Landkreis, die noch keinen Flächennutzungsplan hatte.
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Jetzt hat Scheßlitz, hier der Westen der Stadt, endlich einen Flächennutzungsplan für das gesamte Gebiet mit allen Gemeindeteilen. Foto: R. Rinklef
Jetzt hat Scheßlitz, hier der Westen der Stadt, endlich einen Flächennutzungsplan für das gesamte Gebiet mit allen Gemeindeteilen. Foto: R. Rinklef
Die Stadt Scheßlitz mit ihren insgesamt 30 Gemeindeteilen und einer Fläche von knapp 100 Quadratkilometern war die letzte im Landkreis Bamberg, die noch keinen Flächennutzungsplan hatte. Aus einem solchen heraus werden Bebauungspläne entwickelt. Die Erstellung eines Flächennutzungsplanes hatte auch die Rechtsaufsicht und Genehmigungsbehörde, also das Landratsamt, immer wieder angemahnt. Mit dem offiziellen Feststellungsbeschluss für den Plan am Dienstagabend wird in der Stadt ein neues Zeitalter eingeläutet, so dass Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU) den Beschluss einen historischen nannte.

Dafür gab es Applaus auch von den Zuhörerreihen.

Planer Günther Maak von der Bayerischen Landessiedlung, inzwischen ein alter Bekannter in der Stadt, so Kaupers Anmerkung, hatte entsprechend viel zugearbeitet. Eine besondere Herausforderung bildete die reich strukturierte Landschaft mit einer Vielzahl von Schutzgebieten und Biotopen.

Zwar war der Flächennutzungsplan schon im Jahr 2000 in Angriff genommen worden, doch, so die Recherche beim Landratsamt, waren wasserrechtliche Fragen zu für Bebauung vorgesehenen Gebieten bis zum Jahr 2009 nicht ausreichend geklärt. "Beim Flächennutzungsplan handelt es sich um eine grafische Plandarstellung des gesamten Gemeindegebietes, in dem die bestehenden und für die Zukunft erwünschten Flächennutzungen dargestellt sind", so die Erläuterung des Landratsamtes.


Großer Aufwand

Die besondere Problematik bei Scheßlitz, so das Landratsamt weiter, sei die große Anzahl an Gemeindeteilen. Bei einer derart großen Anzahl, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, seit natürlich wesentlich aufwendiger, als bei einer kleineren Gemeinde.

So hatte das Projekt Flächennutzungsplan eine zeitlang geruht. Dann war es in den vergangenen drei Jahren in unzähligen Sitzungen, Besprechungen, unter Einbindung der verschiedensten Stellen, Verbände, Behörden und Bürger so weit gereift, dass nurmehr wenige Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange (Landratsamt, Landwirtschaftsamt, Tenet und mehrere Bürger aus Scheßlitz) abschließend zu behandeln waren.

Mit dem so genannten Feststellungsbeschluss hat die Stadt wohl das Ihre getan und wird für die Zukunft gerüstet sein. "Da fällt mir wirklich ein Stein vom Herzen", merkte der Bürgermeister abschließend dazu an, "gut, dass wir es geschafft haben".

Geschafft hat das Gremium dann auch gleich zwei weitere wichtige Bauangelegenheiten: So stellte die Aldi GmbH & Co. KG Adelsdorf den Antrag zum Neubau eines Aldi-Lebensmittelmarktes und eines dm-Drogeriemarktes im Westen der Stadt. Hier hatte es lange bei Emmissionsschutzfragen gehakt. Dieses Problem ist nun gelöst.

Die Nachfrage von Stadtrat Florian Roth (CSU) zu den neuen Verkaufsflächen beantwortete Kauper umgehend - dm werde eine Verkaufsfläche von gut 708 Quadratmetern haben, Aldi knapp 1200 Quadratmeter. Er freue sich auf den Baugbeginn, ließ Kauper wissen.

Die Bauvoranfrage seitens des Stadtrates wurde jedenfalls positiv beantwortet.
Mit den vorhandenen Möglichkeiten und dem neu Entstehenden werde Scheßlitz zu einem wahren "Einkaufs-Eldorado", freute sich Bürgermeister Kauper.
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