Bamberg
Organisation

Sanierung Obere Brücke: Es bleibt bei Baubeginn im März

Die Obere Brücke soll während ihrer geplanten viermonatigen Bauphase maximal die Hälfte der Zeit voll gesperrt sein.
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Tourismusdirektor Andreas Christel, Baureferent Thomas Beese und Ruth Vollmar, Leiterin der Wirtschaftsförderung, blicken auf den Abschnitt der Oberen Brücke, der bald Baustelle sein wird.  Foto: Barbara Herbst
Tourismusdirektor Andreas Christel, Baureferent Thomas Beese und Ruth Vollmar, Leiterin der Wirtschaftsförderung, blicken auf den Abschnitt der Oberen Brücke, der bald Baustelle sein wird. Foto: Barbara Herbst
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Die geplante Brückensperre im Herzen der Altstadt verbreitet nicht nur unter Gastronomen und im Stadtrat Panik, sie beschäftigt auch das Standesamt: Das Telefon hat pausenlos geklingelt: Anrufe aus Bern, aus Tokio, aus der Region - "wir sind im Sommer voll ausgebucht", sagt Robert Strauß, Leiter des Bamberger Standesamtes bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Vom 15. März bis zum 22. Juli soll die Obere Brücke saniert werden. Eine Nachricht, die bei etlichen Brautpaaren Irritationen ausgelöst hat: Haben sie doch die Gäste längst eingeladen, im Restaurant reserviert und: den repräsentativen Rokokosaal im Alten Rathaus gemietet - für satte 540 Euro pro halbe Stunde.

Strauß gibt für die 25 Trauungen, die während der Sanierung stattfinden sollen, Entwarnung: Der beliebte Hochzeits-Saal sowie die Sammlung Ludwig im Alten Rathaus werden über den domseitigen Bogen oder die Untere Brücke erreichbar bleiben. Von dieser gibt es einen Zugang, der den Gästen mit der Ausstellung "Frühlingserwachen" versüßt werden soll, kündigt Regina Hanemann, Direktorin der Museen der Stadt, an.

Wie Baureferent Thomas Beese erläutert, sind rund 130 Kalendertage für die Sanierung der auf der Innenstadt-Seite liegenden Bögen angesetzt. Rund die Hälfte der Zeit wird die Brücke auch für Fußgänger voll gesperrt sein, allerdings nicht am Stück: "An wichtigen Tagen bleibt sie offen", sagt Beese. Er spricht die Karwoche und Ostern oder Pfingsten an. Auch die Ferien sind nur bedingt betroffen, wie die Grafik zeigt.

Dass es während der Vollsperrungs-Phasen zu "Touristenstaus" kommt, glaubt Tourismusdirektor Andreas Christel nicht. "Wir haben leistungsfähige Bypässe." Allerdings merkt er an, dass Flohmärkte und Radfahrer auf der Unteren Brücke dann ein sehr heikles Thema seien.

Ein solches ist das Bauvorhaben für die anliegenden Gewerbetreibenden nach wie vor. Ruth Vollmar, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt, kündigte einige Aktionen an, um die Einschränkungen für die Geschäftsleute so gering wie möglich zu halten. Sie spricht etwa von Informationssäulen mit den Namen der Läden oder dass man die Bauzäune mit "Gucklöchern" versehen könne, um Passanten in die Nähe der Baustelle - und dortigen Geschäfte - zu ziehen.


Bausenat sieht Besserung

Grünes Licht, dass die Arbeiten tatsächlich am 15. März beginnen können, erteilte am Mittwoch nachmittag der Bausenat. Er nahm den erneuten Bericht des Baureferenten Thomas Beese zur Kenntnis und würdigte damit die sichtbaren Bemühungen der Stadtverwaltung, auf die Betroffenen zuzugehen und die Auswirkungen der Brückensperre so gering wie möglich zu halten.

Zufrieden zeigte sich auch CSU-Sprecher Franz-Wilhelm Heller. Die Stadt habe erkennbar nachgebessert lobte Heller die Tatsache, dass die Zahl der Tage mit Vollsperrung auf etwa 65 Tage begrenzt wird.

Norbert Tscherner (BBB) ließ sich davon nicht beeindrucken. Er erneuerte seinen Einwand, dass es wenig Sinn macht, die Brückenbögen gegen Feuchtigkeit abzudichten, aber die Widerlager außen vor zu lassen. "Ich will Schaden von der Stadt abwenden", sagte er.

Den Sanierungsbeginn konnte Tscherner dadurch zwar nicht aufhalten. Allerdings soll dem Problem durchfeuchteter Widerlager auf den Grund gegangen werde. Ein Ortstermin wurde beschlossen.
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