Bamberg
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Reihenhäuser Schaeffler 2.0: Mehr Platz, aber auch teurer

Für die geplanten Reihenhäuser im Wohnquartier Schaeffler 2.0 fällt die Einkommensbegrenzung weg. Doch auch der Preis steigt.
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Die freie Fläche in der linken Ecke des Baukomplexes zeigt den Standort, an dem 36 Reihenhäuser in drei langgezogenen Gebäuden entstehen sollen.  Luftbild: Ronald Rinklef
Die freie Fläche in der linken Ecke des Baukomplexes zeigt den Standort, an dem 36 Reihenhäuser in drei langgezogenen Gebäuden entstehen sollen. Luftbild: Ronald Rinklef
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Es ist der letzte Bauabschnitt von Schaeffler 2.0, dem neuen Wohngebiet zwischen Lichtenhaidestraße und Magazinstraße im Norden Bambergs. Sind die "Reihenhäuser am Platz" errichtet, fehlen auf dem Areal nur noch die Grünanlagen.

Entstehen sollen drei Häuser mit jeweils zwölf Wohnungen von einer Größe zwischen 110 und 130 Quadratmetern. Ursprünglich waren maximal 100 Quadratmeter angesetzt, "doch die Nachfrage bei unseren Kunden hat bestätigt, dass viele noch ein fünftes Zimmer wollen", sagt Laurenz Zuber von der Firma Campus Nobilis aus Crailsheim. Mit diesem Bauträger will die Stadtverwaltung nach drei Jahren Stillstand wieder Bewegung in das Projekt bringen.

Denn die erste Idee, die Objekte auf den Markt zu bringen, hatte nicht gefruchtet: 2012 hatte die Stadt mit der Denkmalneu-Gruppe, dem Bauträger des gesamten Geländes, eine "soziale Komponente" und die Anwendung des Bamberger "Wohnbaulandmodells" vereinbart. Geplant waren Eigentumswohnungen für Familien mit mindestens einem Kind, die auch in dem erworbenen Wohneigentum leben, statt es zu vermieten. Zudem durfte eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten werden.


Kein Darlehen von den Banken

Dieses Modell für die neu zu bauenden Reihenhäuser wurde seit 2013 vermarktet, doch leider habe die angesprochene Zielgruppe kein Interesse gezeigt, wie Bambergs Baureferent Thomas Beese sagt. "Einige Interessenten hatten ein zu hohes Einkommen und sind deshalb rausgefallen. Andere ein zu niedriges, für das sie von den Banken kein Darlehen bekommen haben."

Außerdem seien zeitgleich die Häuser der sogenannten Nato-Siedlung auf den Markt gekommen und an die beginnende Konversion des ehemaligen amerikanischen Kasernengeländes hatten sich gewisse Hoffnungen geknüpft. Zudem, so formuliert es Matthias Bauer aus dem städtischen Immobilienmanagement: "Beim ersten Versuch waren die Wohnungen vom Zuschnitt her ungünstig für Familien."

Der zweite Versuch schaut so aus: Die Eigentumswohnungen verfügen jetzt über mehr Fläche, eine andere Anordnung der Zimmer, und die soziale Komponente bleibt größtenteils bestehen - von den 36 Reihenhäusern sind 30 Mittelhäuser nur für Eigennutzer gedacht, davon müssen 20 an Familien mit Kindern gehen. Nur die sechs Eckhäuser sind frei verkäuflich und ohne soziale oder preisliche Bindung, können also auch als Kapitalanlage genutzt werden. Dafür liegt der Kaufpreis pro Quadratmeter auch 200 bis 300 Euro höher als bei den übrigen Häusern, wie Zuber erklärt.

Der Preis war ursprünglich bei 2790 Euro angesetzt, ist mittlerweile aber auf 3150 Euro angestiegen. Baureferent Thomas Beese spricht allerdings von einer "Preisdeckelung", weil zumindest die Häuser mit der Sozialklausel nicht mehr teurer werden dürfen. Wer noch auf eine Wohnungsbauförderung hoffen kann, das hängt laut Beese vom Einzelfall ab.


Warum steigt der Kaufpreis?

Doch warum überhaupt die Steigerung? Weil die Wohnungen jetzt größer werden. Weil die neue "Klientel" nach dem Wegfall der Einkommensgrenze auch "gewisse Ansprüche" habe, so Zuber. Er spricht von Fußbodenheizung und Massivholzparkett. Und, weil sich die Baukosten in den vergangenen drei Jahren gesteigert hätten.
Rund 420 000 Euro sind der Startpreis für ein Reihenhaus, inklusive eines Parkplatzes, der verpflichtend mit gekauft werden muss - für 14 990 Euro. Ursprünglich war vorgesehen, dass die neuen Eigentümer noch einen zweiten Platz im Parkhaus für weitere 17 000 Euro bezahlen müssen. Laut Zuber ist man "mit der Stadt am Verhandeln", dass nur ein Parkplatz, der günstigere, gekauft werden muss.

Minimum 420 000 Euro für ein Reihenhaus in Bamberg-Nord, in der Nachbarschaft zum Schlachthof - ist dieser Preis gerechtfertigt? Bauträger Zuber zumindest sagt freilich "ja" und geht davon aus, dass er dieses Jahr alle Objekte verkauft bekommt.
Er gibt zu, dass es sich im Vergleich zu den vergangenen vier bis fünf Jahren "schon um ordentliche Preise" handelt. "Aber die Immobilien kennen momentan nur eine Richtung." Die Baugenehmigung mit der Stadt sei so gut wie durch, in den kommenden Monaten soll losgebaggert werden. Im Sommer 2017 sollen die ersten Eigentümer einziehen können. Bereits jetzt gebe es über 100 Kontakte mit Interessenten - von denen einige allerdings wegen eines begrenzten Budgets wieder abgesprungen seien, so Zuber. Andere kämen aus dem Raum Bayreuth, Nürnberg oder Erlangen und sprächen von "fairen Preisen".

Der Stadtrat hat für das Projekt laut Baureferent Beese grundsätzlich "grünes Licht" gegeben, aktuell stecke man in den Vertragsverhandlungen in einer "Dreieckssituation" mit "Denkmalneu" und Campus Nobilis. Der Baureferent wagt einen Blick in die nähere Zukunft: "In einigen Wochen könnte es losgehen."
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