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Reckendorferin ergattert Stipendium für Oxford

Kristina Lunz aus Reckendorf hat ein Komplettstipendium für eine der renommiertesten Universitäten der Welt bekommen.
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Kristina Lunz in London Alle Fotos: privat
Kristina Lunz in London Alle Fotos: privat
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Aus dem winzigen, idyllischen Dorf Reckendorf bei Heiligenstadt ist sie jetzt schon bis Oxford gekommen: An der weltberühmten Universität, wo Margaret Thatcher, Tony Blair, Bill Clinton, der derzeitige australische Premierminister Tony Abbott, JRR Tolkien und Oscar Wilde studiert haben, drückt seit wenigen Tagen Kristina Lunz die "Schulbank".

Globale Regierungsführung

Die 25-Jährige, Absolventin des Gymnasiums Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, hat ein Komplett-Stipendium für den Masterstudiengang "Global Governance and Diplomacy" (Globale Regierungsführung und Diplomatie) an einer der Eliteuniversitäten der Welt ergattert. Die Universität Oxford belegt in internationalen Bewertungen Platz 6 der renommiertesten Hochschulen und nimmt im nationalen Vergleich den 2. Platz unter den führenden akademischen Institutionen ein.

Das Stipendium, das sie erhält, deckt alle Studiengebühren, die Lebenshaltungskosten und die College-Kosten ab. Zur Erläuterung: Als drittälteste Universität Europas wurde die Uni Oxford im 12. Jahrhundert gegründet, und sie besteht noch heute aus einem College-System. Das bedeutet, dass sich die Universität sozusagen in viele kleinere unterteilt. Insgesamt summiert sich der Wert des Stipendiums auf circa 40 000 Euro. Kristina Lunz erhält es aufgrund ihrer herausragenden Leistungen, aber auch, weil ihre Eltern keinen akademischen Hintergrund haben und sie aus einer ländlichen Region stammt.

Enorme Konkurrenz

Kristina studiert an der Universität Oxford am St. Cross College, das Studenten vorbehalten ist, die schon ein abgeschlossenes Studium vorweisen können. Der von ihr gewählte Studiengang ist der gefragteste an der Universität Oxford. Die Konkurrenz unter den zahlreichen Bewerbern ist entsprechend hoch, so dass nur herausragende Studenten die Möglichkeit erhalten, das Studium aufzunehmen.

Die Uni Oxford bietet Kristina ein Lernumfeld, das zukünftige Spitzenkräfte ausbildet. Absolventen sind beispielsweise 26 britische Minister, mindestens 30 internationale Führungskräfte, 50 Nobelpreisträger sowie 120 Gewinner olympischer Medaillen.

Kristinas Leistung ist noch bemerkenswerter, wenn man in Betracht zieht, dass ihre Familie keinen akademischen Hintergrund hat und sie somit die erste Generation ist, die an einer Universität studiert. Dass Kristina nun an einer der besten Universitäten der Welt studiert macht vor allem ihre Mutter stolz und glücklich. Ihr und ihrem erst vor kurzem verstorbenen Vater zuliebe hat sich die Tochter vorgenommen, in Oxford besonders engagiert zu arbeiten, um sich auf diese Weise für die Erziehung und die Unterstützung durch ihre Eltern dankbar zu zeigen.

Von Zielstrebigkeit und Leidenschaft ist ihr bisheriger Weg gekennzeichnet. Sie erhält bereits ein staatliches Stipendium, das für nur 2 Prozent der deutschen Studenten zugänglich ist, und sie ist studentisches Mitglied des Tönissteiner Kreises. Letztes Jahr durfte sie an der "Summer School" der renommierten Stanford University (USA) teilnehmen und absolvierte bis September 2014 am akademisch führenden University College, London, ihren Master in "Global Governance and Ethics".

Engagement für Menschenrechte

Menschenrechte liegen Kristina besonders am Herzen, speziell die der Frauen in einer globalen Welt. Gerade erst kam sie aus Ghana zurück, wo sie im Rahmen ihrer Abschlussarbeit untersuchte, warum Frauen in aufsteigenden Industrieländern zunehmend diskriminiert werden. Sie hat dafür Repräsentanten des Ministeriums für Gerechtigkeit und von Amnesty International getroffen. Außerdem veröffentlicht sie gerade ihre erste Petition, die eine respektvolle Berichterstattung gegenüber allen Menschen in der Bild-Zeitung fordert.

Durch Praktika in Johannesburg bei der Nicht-Regierungsorganisation der Konrad-Adenauer Stiftung sowie in Berlin beim "European Council on Foreign Relations" steht Kristina die Welt offen.
In Oxford ist sie jetzt schon mal. Wer weiß, wohin sie die Karriere noch erschlägt...


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