Bamberg
Denkmalschutz

Die Wunderburg in Bamberg hat jetzt ein Raumwunder auf vier Ebenen

Weil ein alter Zwischenboden erhalten blieb, bietet eine zum Wohnhaus umgebaute Scheune in der Wunderburg viel Platz.
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Eine steile Treppe führt auf die Empore. Rechts im Bild sieht man - hinter einem neu entstandenen Windfang - das alte Scheunentor. Foto: Ronald Rinklef
Eine steile Treppe führt auf die Empore. Rechts im Bild sieht man - hinter einem neu entstandenen Windfang - das alte Scheunentor. Foto: Ronald Rinklef
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Das Anwesen in der Koppenhofgasse 3 gehört zu den eher unscheinbaren Einzeldenkmälern Bambergs. Es handelt sich um eine Scheune aus dem 17./18. Jahrhundert, die später - wohl Ende des 19. Jahrhunderts - auch bewohnt wurde. Aus jener Zeit rührt ein Zwischenboden her, der das Häuschen zu etwas Besonderem macht. Der heutige Eigentümer hat die ungewöhnliche Raumaufteilung für die Nachwelt erhalten und bei der Sanierung als Empore in den Wohnraum integriert.

Freilich: Wer größer als 1.70 Meter ist, kann auf der Empore nicht aufrecht stehen. Umso bemerkenswerter finden es die städtischen Denkmalpfleger, dass der Hausherr sich für den Zwischenboden begeistert und ihn erhalten hat. Raymund Schmitz vom Team Denkmalpflege des Baureferats nennt die gewachsene Struktur "nicht ganz einfach". Deshalb scheint sie in anderen alten Scheunen nicht überlebt zu haben.


Einmalige Raumsituation

Schmitz ist nach eigenen Angaben in Bamberg kein zweites Objekt bekannt, in dem so eine Raumsituation noch vorhanden ist. Er geht aber davon aus, dass der Einbau von Zwischendecken nichts Außergewöhnliches war: Auf diese Weise hat man damals bewohnbare Kammern und mehr Fläche zum Lagern der Erzeugnisse gewonnen. Insofern ist die Koppenhofgasse 3 für die städtische Denkmalpflegebehörde ein ortstypisches Zeitzeugnis zur Baugeschichte in der Oberen Gärtnerei.


Einen Wunsch erfüllt

Der jetzige Hausbesitzer - ein Bamberger, der namentlich nicht in Erscheinung treten will - saniert das Einzeldenkmal seit mehreren Jahren und mit viel Eigenleistung. Bezogen wird es in Kürze vom Sohn und dessen vierköpfiger Familie. Vom offen gestalteten Erdgeschoss bis zum neu ausgebauten Spitzboden gibt es auf vier Ebenen rund 120 Quadratmeter.

Weitere 30 Quadratmeter Nutzfläche bieten die Empore und ein kleiner Raum auf der Zwischenebene, der wohl Fernsehzimmer wird.

Mit dem Instandsetzen der Scheune erfüllt sich der Eigentümer einen lang gehegten Wunsch. Das Gebäude habe ihm schon vor 50 Jahren gefallen, erzählt er.

Damals habe er vom Elternhaus aus drauf geschaut und immer davon geträumt, dass die Scheune eines Tages ihm gehören würde. Vor ein paar Jahren erfüllte sich sein Traum: Nach dem Tod des letzten Bewohners, der auch Eigentümer war, veräußerte die Erbengemeinschaft die Immobile. Sie muss zu diesem Zeitpunkt alles andere als ein "Traum"-Haus gewesen sein. Ruinös und verwahrlost sei es gewesen, erzählt der heutige Besitzer - nicht ohne Stolz darauf, wie das Einzeldenkmal jetzt da steht. Viel Altes wurde erhalten, von Holzböden und Deckenbalken über ein kleines innenliegendes Fenster bis zum alten Scheunentor samt zugehöriger Hausmadonna.
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