Buttenheim

Rathaus-Sturm in Buttenheim mal anders

Die Buttenheimer Narren fordern ein neues Rathaus. Bürgermeister und Gemeinderat werden derweil im Waldkindergarten untergebracht. Hunderte machten beim Gaudiwurm mit und Tausende verfolgten das bunte Treiben am Straßenrand.
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Da rollt es dahin, das alte Buttenheimer Rathaus. Die Feuerwehr meint, "a neues muss sein". Fotos: Rudolf Mader
Da rollt es dahin, das alte Buttenheimer Rathaus. Die Feuerwehr meint, "a neues muss sein". Fotos: Rudolf Mader
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Die Buttenheimer verstehen es seit Jahren, den Fasching in vollen Zügen zu genießen. Der vollste und tollste ist natürlich jedes Jahr der große Faschingszug am Dienstag. Und zu dem, was die Buttenheimer mit ihren neun Ortsteilen auf die Beine respektive auf die Wagenräder stellen, kommen auch noch Narren von außerhalb zum Zug. Zum Beispiel die Stammgäste aus Heroldsbach mit Prinzenpaar samt Elferrat und Garde oder die närrischen Nachbarn aus Hirschaid.

Vorneweg im Zug - und wie gehabt mit dem größten Wagen - jedoch die Buttenheimer Feuerwehr: "Ein neues Rathaus muss her", war ihr Motto in diesem Jahr. Und da wurde das in die Jahre gekommene und zu klein gewordene Gebäude als ziemlich baufällig, ja fast schon als Ruine dargestellt. Die Lösung war gleich drauf gemalt. Und da wurde klar, dass die Feuerwehr nicht ganz so uneigennützig für einen neuen Verwaltungssitz warb.
Denn es geht ja nicht nur um ein neues Rathaus, sondern um die Neugestaltung des ganzen Areals samt Bürgerhaus, Bauhof und eben Feuerwehrhaus. Die Jugendfeuerwehr schickte gleich einen stilechten Rathaus-Bautrupp hinterher.

Kindergarten statt Wahlkampf

Und die Gemeinderäte? Die müssen einstweilen eben im Waldkindergarten Platz nehmen. Recht zugig schien's auf dem Gäma-Rät-Wagen zu sein. "Nichts für Weicheier" eben. Für ein beschlussfähiges Gremium hätte die Zahl der Anwesenden auf dem Wagen. Politisch war's dafür heuer im Waldkindergarten "deutlich entspannter" als im Vorjahr, wie Bürgermeister Michael Karmann einräumte. Denn letztes Mal war noch Wahlkampf bei dem er und sein Konkurrent getrennt marschierten, um bei den Narren zu punkten.

Auch die große Politik bliebt in Buttenheim in diesem Jahr weitgehend außen vor. Nur der Motorradclub Roads aus Dreuschendorf stellte die Grexit-Frage: "Wie grillt man Griechen? Mit unserer Kohle."

Hirsch auf Abwegen

Das Thema Mauerbau an der Bahntrasse blieb dagegen den Feuerwehrlern aus Hirschaid vorbehalten. Die reimten zur Freiheit durch den Mauerfall in Berlin und dem neuen "Knastgefühl" im Regnitztal durch die Mauerpläne der Bahn. Apropos Hirschaid. Die Buttenheimer haben einen echten Hirschaider Hirschen "in Pflege" genommen. Feuerwehrkommandant Johannes Schuberth ging davon aus, dass die Hirschaider den noch im Laufe des Dienstags auslösen würden.

Doch zurück zum Zug. Bunte Tupfer setzten beispielsweise die Tiefenhöchstadter, die das Ergebnis ihres Superdüngers in rollenden Blumenkästen präsentierten. Oder die Buttenheimer Shopping Queens - natürlich in Jeans - und aus Gunzendorf die Betthupferla vom Schlosskindergarten. Reif für olympische Winterspiele sehen die Skifahrer von der Freiwilligen Feuerwehr Frankendorf ihren Ort. Ganz nach dem Motto, wenn die Garmischer nicht wollen.

An die 40 Gruppen und mehrere hundert Teilnehmer zählte der Buttenheimer Faschingszug. Und am Straßenrand stand noch ein Vielfaches an gut gelaunten Narren. Und die bekamen einiges ab. Von Süßigkeiten bis zum Schnaps - vor allem aber jede Menge Stimmung.

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