Hallstadt
Umzug

Rathaus-Mitarbeiter in Hallstadt atmen auf

Nach über sieben Jahren im beengten Bürgerhaus-Provisorium arbeitet Hallstadts Stadtverwaltung seit wenigen Wochen wieder am angestammten Platz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Von noch nötigen Restarbeiten erfährt Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf in Gesprächen, wie hier im Bürgerbüro. Fotos: Anette Schreiber
Von noch nötigen Restarbeiten erfährt Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf in Gesprächen, wie hier im Bürgerbüro. Fotos: Anette Schreiber
+31 Bilder
Sieh an: Ein paar Kartons sind doch noch zu finden. Und Umzugs-Aufkleber, wie auf der Couch im Bürgeramt. Die Verwaltung hat sich wieder eingerichtet; Fotos und Pflanzen platziert. Warum aber hängen so überhaupt keine Bilder an den Wänden? Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf, derzeit Urlaubsvertretung im Rathaus, grinst vielsagend. Dann wird seine Antwort in nahezu jedem einzelnen Raum wiederholt: Hallstadt setzt auf eine professionelle Lösung, mit der immer wieder auch neue Ausstellungen in den historischen Verwaltungssitz geholt werden können. Bis die Bilderschienen installiert sind, durchdringt kein Nagel die neu sanierten Wände.

Nach über sieben Jahren ist die Verwaltung erneut in das abermals sanierte Gebäude umgezogen. "Wir sind wieder heimgekehrt", bringt es eine langjährige Mitarbeiterin auf den Punkt. Nach der 3,2 Millionen Euro teueren, 2002 abgeschlossenen Generalsanierung arbeitete die Belegschaft nur wenige Jahre in dem historischen Bau. Infolge von Wasserschäden gab es eine Schadstoffbelastung.

So musste man das Gebäude verlassen, um die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu gefährden. Im Anschluss gab es Gutachen, Versicherungstechnisches zu klären und schließlich wieder zu sanieren. So werkelte die Verwaltung über sieben Jahre im benachbarten Bürgerhaus. Unter äußerst erschwerten Bedingungen, wie Zweiter Bürgermeister Wolf anklingen lässt, "weil das Bürgerhaus ja für eine vollkommen andere Nutzung gebaut wurde".

So gab es etwa keinerlei Rückzugsraum, sondern nur lauter "kleine Großraum-Büros". Das brachte große Einschränkungen mit sich. Personalgespräche oder Sozialfälle unter derartigen Bedingungen zu behandeln, war äußerst schwierig, gerade mit Blick auf den Datenschutz. Einen Raum für sich hatte nur der Bürgermeister, und dort gab es nur einen winzigen Besprechungtisch.

Überall gab es eine laute Geräuschkulisse, erinnern sich Heide Göppel und Sylvia Pecht vom Bürgermeistervorzimmer. Es fehlten zudem Schränke und Stauraum. Aber auch das neue alte Domizil ist (noch) nicht perfekt. So funktioniert etwa der Kühlschrank noch nicht, weshalb etliches zum Kühlen auf Fenstersimsen im Freien lagert. "Drüben" sei nicht alles schlecht gewesen: Dank der großen Glasfassaden habe man viel Tageslicht gehabt, erinnern sie sich.

Dennoch, insgesamt hat der neuerliche Umzug für Aufatmen gesorgt, zeigen die Äußerungen. Ludwig Wolf empfindet die Stimmung in der Belegschaft jetzt als "gelöster". Wohl auch, weil es wieder Zimmer gibt, Rückzugsmöglichkeiten und endlich Platz für Auszubildende und Praktikanten. "Die Lage hat sich entspannt", findet er.

Auch nach dem Umzug Anfang Dezember ist noch nicht alles fertig und bleiben kleinere Restarbeiten. Äußerlich erkennt der Besucher das bereits an den Zimmertüren: Lediglich bedruckte und angeklebte Papierblätter verraten, auf wen man hinter der Türe treffen wird.


Konzentrierteres Arbeiten

Verwaltungschef Uwe Schardt zum Beispiel. Der freut sich, nun wieder konzentrierter arbeiten zu können. Voll des Lobes ist er über seinen ergonomischen, also höhenverstellbaren Besprechungstisch. Selbiges weiß Kämmerer Markus Pflaum zu schätzen. Der Hüter des Stadtsäckels betont aber auch, dass ein Großteil der Möbel wiederverwendet wurde und Neuanschaffungen nur in geringem Umfang angefallen sind. Der Umzug über die Straße hat die Stadt 16 000 Euro gekostet, die erneute Sanierung ist mit 1,6 Millionen veranschlagt.

"Endlich wieder normale Büroräume", atmet der 40-Jährige auf. "Ich denke, allen gefällt es, wieder zurück zu sein." Dazu ergänzt Elmar Uttenreuther vom Bürgerbüro: "Was bei der ersten Sanierung schlecht geplant war, etwa bei der Elektroverkabelung, wurde verbessert." Dass man freilich weiterhin in ein saniertes, altes Haus zurückkam, zeigt der feine Staub auf edlen schwarzen Oberflächen - die alten Holzbalken lassen Geschichte rieseln.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren