Bamberg

Rätselraten über künftigen Honer-Mieter hält an

Der Räumungsverkauf erfüllt bisher die Erwartungen, über den Nachfolger in dem Ende des Monats schließenden Kaufhaus verrät Chef Franz Josef Honer aber (noch) nichts.
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Mit Martin Honer hätte es  einen potenzieller Nachfolger in vierter Generation  gegeben.  Doch Vater Franz Josef sieht für das  Privatkaufhaus keine  Zukunft. Foto:  Ronald  Rinklef
Mit Martin Honer hätte es einen potenzieller Nachfolger in vierter Generation gegeben. Doch Vater Franz Josef sieht für das Privatkaufhaus keine Zukunft. Foto: Ronald Rinklef
Nicht nur die Ware, auch Dekorations-Artikel und Einrichtungsgegenstände finden reißenden Absatz, sagt Franz Josef Honer. "Die Schaufensterpuppen waren als erstes weg". Er hätte 100 verkaufen können, hatte aber nur rund 20.

Die Geiz-ist-geil-Mentalität der Verbraucher prangerte der Kaufmann in der Vergangenheit immer wieder als Sargnagel des Einzelhandels an. Er sieht sich in seiner Kritik auch im Ausverkauf bestätigt: Die Leute würden Sachen unbedacht kaufen, nur weil sie billig sind. Und dann wollten sie sie umtauschen, weil sie nicht passen oder gefallen. Doch das seien keine Umtauschgründe: "Schreiben Sie, dass die Kunden lieber fünf Minuten länger überlegen sollen, ehe sie sich entscheiden", sagte Honer im FT-Gespräch. Schon personell sei man neben dem Räumungsverkauf nicht in der Lage, noch Umtäusche zu bewältigen. "Außerdem wollen wir die Sachen ja los werden."

Nicht gut auf Belegschaft zu sprechen


Auf seine Belegschaft ist der Geschäftsmann nach dem Arbeitskampf, mit dem sie Monate lang um den Erhalt ihrer Jobs gekämpft hat, nicht gut zu sprechen. "Jetzt, wo sie mehr Geld kriegen, arbeiten sie weniger", behauptet er in Anspielung auf die Rückkehr in den Tarif, die Abfindungen und die Transfergesellschaft, die ihm Betriebsrat und Gewerkschaft abgerungen haben.

Franz Josef Honer hat Ende 2011 entschieden, aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Die Kaufhaus-Immobilie wird nach einem gründlichen Umbau vermietet. Wer einzieht, steht angeblich noch nicht fest. Aspiranten gebe es "jede Menge", sagte Franz Josef Honer gestern im Beisein seines Sohnes Martin. Und fügte hinzu: "Manche wollen wir, manche nicht."



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