Bamberg
Immobilie

Rätsel um das "Herold-Haus"

Seinen Ärger über die Auflagen der Stadt hat Eigentümer Horst-Peter Müller in ein "Weihnachtsrätsel" verpackt. Für die Lösung lobte er Champagner aus.
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Horst-Peter Müller steht mit einer Kiste Champagner vor dem Herold-Haus, um das es in seinem "Weihnachtsrätsel" geht. Foto: Ronald Rinklef
Horst-Peter Müller steht mit einer Kiste Champagner vor dem Herold-Haus, um das es in seinem "Weihnachtsrätsel" geht. Foto: Ronald Rinklef
In der Weihnachtsausgabe des FT stellte der Steg-auracher Unternehmer Horst-Peter Müller klugen Köpfen in Aussicht, sie an Silvester mit Champagner satt und einem Panoramablick auf Bamberg zu verwöhnen. Er werde sie heute Nacht in den sechsten Stock des "Herold-Hauses" in der Ottostraße einladen, versprach er - unter einer Bedingung: Sie müssten ihm bei einem Problem helfen, für das er keine Lösung weiß.

Es geht um Müllers Problem mit dem sogenannten Herold-Haus, das ihm gehört, und vor allem um die Auflagen, die ihm die Stadt Bamberg für diese Immobilie macht. Seine Kritik am Stadtrat und seine Sicht der Dinge hat der streitbare Unternehmer in ein "Weihnachtsrätsel" gepackt, das in Form einer bezahlten Anzeige am 24. Dezember auf Seite 11 im Bamberger FT veröffentlicht war. Müller ließ sich den "Spaß" etwas kosten: Er kaufte fast eine Viertelzeitungsseite. Seine Anzeige trug die Überschrift "Mit der Axt ins Haus fallen . . ."

Was hat ihn dazu bewogen, in so ungewöhnlicher Form öffentlich Stellung zu beziehen? "Ich wollte mit Ironie auf das Problem hinweisen", lautet seine Antwort. Es gibt nach Müllers Überzeugung keinen Weg, um die Vorstellungen der Stadt zu realisieren. Weder technisch noch finanziell sehe er eine Möglichkeit, die an ihn herangetragenen Auflagen zu erfüllen.


Veränderungssperre für das ganze Gebiet

Der Konflikt zwischen ihm und der Stadt drang vor einigen Wochen an die Öffentlichkeit. Da lehnte der Stadtrat Müllers Antrag ab, die Mietwohnungen im Herold-Haus nach und nach in Stadtappartements für Mieter auf Zeit umzuwandeln. Mehr noch: Der Bausenat erließ gleich eine Veränderungssperre für das ganze Gebiet.

Bauverwaltung und Stadträte empfinden das in den 1970er-Jahren genehmigte Bauwerk heute als störenden Fremdkörper im Hain und sehen nun eine Chance, das Stadtbild an dieser Stelle zu heilen. So steht die Empfehlung an Eigentümer Müller im Raum, das kleine Hochhaus um drei Stockwerke zu kappen und es quasi hinter einem Neubau zu verstecken. Den dürfte er an der Grundstücksgrenze und in einer Kubatur bauen, wie sie die Ottostraße und weite Teile des Hainviertels prägen. Glaubt man Müllers Aufgabenstellung im "Weihnachtsrätsel", dann dürfte er die unteren Etagen des "Herold-Hauses" vor dem Abbruch oben nicht räumen. Das sei nur eines von mehreren Dingen der Unmöglichkeit, die man im Rathaus von ihm verlange.


Etliche Einsendungen erhalten

Wie bei einem richtigen Gewinnspiel enthielt Müllers "Weihnachtsrätsel" eine Adresse für Einsendungen. Er erhielt nach eigenen Angaben eine Reihe von Zuschriften, von denen er sich in seiner kritischen Haltung gegenüber Bauverwaltung und Stadtrat gestärkt fühlt. Des Rätsels Lösung sei aber nicht dabei gewesen.

Wie sich die Angelegenheit 2017 entwickeln wird, steht in den Sternen. Der Stegauracher signalisiert jedenfalls den Willen, für das zu kämpfen, was er für sein Recht hält. "Wenn es sein muss", will er "mit der Stadt in den Ring steigen". Klage gegen die Nichterteilung der beantragten Baugenehmigung hat er bereits erhoben.

Weil niemand sein "Weihnachtsrätsel" gelöst hat, wird es auch nichts mit der versprochenen Party. Den Champagner will Müller aber nicht alleine trinken. Er werde jedem der "ersten zwölf Einsender" eine Flasche zukommen lassen, kündigte er an - zusammen mit einem Bild aus dem sechsten Stock des "Herold-Hauses".
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