Bamberg
Regelung

Radweg Obere Königsstraße in Bamberg wieder in zwei Richtungen befahrbar

Der Radweg in der Oberen Königstraße darf zwischen Kettenbrückstraße und Letzengasse wieder in beiden Richtungen benutzt werden.
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Auf diesem Stück des Radweges dürfen Radler nun wieder in beiden Richtungen unterwegs sein. Foto: Ronald Rinklef
Auf diesem Stück des Radweges dürfen Radler nun wieder in beiden Richtungen unterwegs sein. Foto: Ronald Rinklef
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Jüngst wurde bekannt: Bamberg ist die "Fahrradstadt Süddeutschlands". Ein Begriff, den Diplom-Verkehrswirtschaftlerin Kathrin Henninger in den Raum gestellt hat. Sie hatte für ein Ingenieurbüro, das von der Stadtverwaltung beauftragt worden war, eine statistisch gesicherte und repräsentative Umfrage durchgeführt. Ergebnis: Die Stadtbewohner legen 30 Prozent aller Wege mit dem Drahtesel zurück - sofern die Strecke nicht länger als zirka fünf Kilometer lang ist.

Diese schaut sich mancher Radelnde in Bamberg offenbar nicht immer so ganz genau an. Beispiel: Der Radweg in der Oberen Königstraße zwischen den Einmündungen Letzengasse und Kettenbrückstraße. Der Weg durfte seit einiger Zeit nicht mehr in beiden Richtungen befahren werden. Das ist offenbar nicht jedem Radler aufgefallen ist - oder wurde ignoriert?

Franz-Wilhelm Heller (CSU) jedenfalls gab in der Sitzung des Umweltsenats zu: "Ich habe selbst noch nicht gemerkt, dass ich so nicht fahren darf." Zumal man ja vor vielen Jahren die Radachse durch die Gartenstadt beschlossen hatte.

FDP-Stadtrat Martin Pöhner merkte ebenfalls an, dass sich "die meisten schwer tun, zu erkennen, wie sie fahren sollen". Das wäre - vor dem neuen Beschluss des Umweltsenats - folgendermaßen gewesen: Von der Kettenbrücke kommend rechts in die Obere Königstraße auf die Autofahrbahn einbiegen und dann sofort nach links in die Letzengasse.

Ein nicht ganz ungefährliches Manöver, wie Ordnungsreferent Ralf Haupt anmerkte: Das Abbiegen von der Fahrbahn der Oberen Königstraße in die Letzengasse sei insofern ein Sicherheitsrisiko, als die Radfahrer eine Lücke zwischen den Autos abpassen müssen. Erschwerend käme hinzu, dass die "Einfahrmöglichkeit" in die Letzengasse häufig durch falschparkende Roller und andere Fahrzeuge verstellt sei.


Pflanzkübel als Hindernisse

Ebenfalls als mögliches Hindernis identifizierte Peter Gack (Grün-Alternative Liste) manchen Pflanzkübel in der Oberen Königstraße. "Gegenüber vom ,Deutschen Haus‘ haben wir eine saublöde Situation."
Die Kübel einfach zu verschieben, davon riet BUB-Stadträtin Daniela Reinfelder allerdings ab: Man müsse auf die beiden anliegenden Brauereien achten.

Neben dem Thema "Pflanzkübel" wurde in der Sitzung ein anderer Punkt nicht mehr weiter verfolgt: Die Grünen-Fraktion hätte sich einen "Shared Space" ("geteilten Raum") für alle Verkehrsteilnehmer gewünscht. Peter Gack hätte sich eine Art "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" vorstellen können, in dem alle Verkehrsteilnehmer aufeinander achten. Was der Umweltsenat dagegen beschloss: Die "Zweirichtungsnutzung" des Radweges ist wieder erlaubt - erlaubt, nicht verpflichtend. Wer also lieber im Sinne der "Zwischenregelung" von der Fahrbahn der Oberen Königsstraße in die schmale Letzengasse abbiegen möchte, darf dies auch weiterhin tun.
Ein Grund, warum der Radweg nun wieder in beiden Richtungen "beradelt" werden darf, ist auch: Es hat dort bisher keine Unfälle gegeben, die auf die Zweirichtungsnutzung zurückzuführen sind. Zumindest sind keine bekannt geworden.

Voraussetzung für die Freigabe ist laut Haupt, dass der Radweg in der Regel 2,40 Meter breit sein muss, mindestens aber 2,0 Meter. Der aktuelle Streckenabschnitt zwischen Königstraße und Letzengasse besitzt allerdings nicht die Regelbreite, er liegt aber mit gut 2,10 Metern noch etwas über dem Minimum. Die Stadtverwaltung hält dies für vertretbar.

Allerdings: "Das Problem, dass dann viele Radfahrer auch in Richtung Luitpoldkreuzung auf der falschen Seite weiterfahren, ist bekannt - hier sollte durch die Anbringung eines Schildes ,Geisterradler‘ auf das Falschverhalten aufmerksam gemacht werden", wie es in den Sitzungsunterlagen heißt.

Auf Wunsch der GAL wird es zusätzlich noch eine Ortsbegehung geben. Die Grünen möchten über Vorschläge beraten, wie man das Radfahren in der Oberen Königstraße sicherer machen kann, etwa durch zusätzliche oder neu postierte Schilder.
 
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