Pommersfelden
Integration

Pommersfelden sagt Ja zu "Integra Mensch"

Nun engagiert sich auch Pommersfelden für ein Projekt für Menschen mit Behinderung der Bamberger Lebenshilfe.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nur eines von vielen Integra-Projekten bei den Bamberger Stadtwerken. Archivbild: privat
Nur eines von vielen Integra-Projekten bei den Bamberger Stadtwerken. Archivbild: privat
Pommersfelden ist bereits die siebte Gemeinde, die sich einem Projekt von "Integra Mensch", einer Abteilung der Bamberger Lebenshilfe, anschließt. Kuno Eichner, Leiter der Bamberger Werkstätten, konnte in der Sitzung die Gemeinderäte von seiner Idee überzeugen.

Dem Sozialpädagogen und Gründer von "Integra Mensch" liegt die echte Integration von behinderten Menschen sehr am Herzen. So berichtete Eichner im Pommersfeldener Sitzungssaal auch von den Erfolgen, behinderte Menschen in alle möglichen Arbeitsbereiche außerhalb der eigenen Werkstätten zu vermitteln.

137 Menschen mit Behinderung hätten bereits in Stadt und Landkreis Bamberg in unterschiedlichsten Branchen Arbeit im Rahmen von Patenschaften gefunden. 15 behinderte Menschen konnten sogar in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gebracht werden.


Gute Erfahrungen gemacht

In der Gemeinde Pommersfelden waren seine Bemühungen bereits vor Jahren erfolgreich. "Wir waren eine der ersten Gemeinden, die sich für die Idee geöffnet und gute Erfahrungen damit gemacht hat", betonte Erster Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach).

Bereits seit 2005 sei ein behinderter Bürger in der Gemeinde beschäftigt. "Es gibt nahezu alles für behinderte Menschen - vom Kindes- bis zum Seniorenalter", betonte Kuno Eichner. Doch das sei eine Welt für sich. Was in den Lebenshilfe-Werkstätten geleistet werde, sei keine Integration, sondern Förderung.

Nachdem seine Idee im Arbeitsbereich bereits funktioniert, möchte Eichner nun den nächsten Schritt machen. "Im Freizeitbereich geht bei behinderten Menschen gar nichts", stellte er fest.


Auch Behinderte könnten in die Vereine

Während andere in ihrem Alter ihre Freizeit gestalten, säßen junge Behinderte zu Hause. Dabei könnten sie an Ferienprogrammen, an Sport und Vereinsaktivitäten teilnehmen oder Tätigkeiten in den Kirchen übernehmen. Dazu brauche es allerdings Betreuer, die sich kümmern, die die behinderten Menschen an die Hand nehmen. Um sein Projekt zu verwirklichen, schwebt Eichner daher die Einstellung von drei Fachkräften vor. Im Landkreis unterwegs, sollen sie den Behinderten an die Seite gestellt werden, aber auch mit den Bürgern vor Ort ein Netzwerk für die Behinderten schaffen.

Um sein "Modell" zu finanzieren, spricht Eichner bei den Gemeinden vor. Er bittet darum, sein Vorhaben jährlich mit einem Euro pro Kopf der Einwohner zu unterstützen. Finanziell würden die Kommunen mit ihrer Beteiligung sogar noch profitieren, denn die Plätze in den Werkstätten wären wesentlich teurer.

Das Modell sei langfristig angelegt, so Echner weiter. Sollte es nichts werden, so könne die Gemeinde jederzeit wieder aussteigen. Bei knapp 3000 Einwohnern der Gemeinde Pommersfelden, soll das Projekt mit der gleichen Summe jährlich unterstützt werden. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren