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Pokémon Go in Bamberg: Deshalb ist der Platz vor der Tourist-Info so beliebt

Einige Plätze in Bamberg sind derzeit bei Pokémon-Go-Spielern besonders gefragt. Was den Reiz des Spiels ausmacht - und was problematisch werden könnte.
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Auch Max, Lucas und Tolga (von links) spielen im Rosengarten Geyerswörth Pokémon Go. Foto: Matthias Hoch
Auch Max, Lucas und Tolga (von links) spielen im Rosengarten Geyerswörth Pokémon Go. Foto: Matthias Hoch
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Sie sitzen auf der Mauer des Brunnens, auf den Metallstühlen am Brunnen, an den Hecken am Brunnen: Der Platz vor der Tourist-Information in der Geyerswörthstraße ist bevölkert mit jungen Leuten, die gebannt auf's Handy schauen - und auf die nächste Stadtführung warten? Eher weniger.

Die meisten spielen Pokémon Go, seit wenigen Wochen auch in Bamberg ein absoluter Hype. Es geht darum, digitale Monster zu fangen, sie weiterzuentwickeln und gegeneinander antreten zu lassen. Die Wesen mit Namen wie "Tauboss" (ein Vogel) oder "Rattfratz" (ein lilafarbenes Nagetier) lassen sich auch anlocken.

Besonders gut funktioniert das auf der öffentlichen Freifläche vor der Tourist-Info, "weil es hier am Platz drei Pokéstops gibt", erklärt Spieler Markus. Zentrale Anlaufstellen, an denen viele Pokémonfans "Lockmodule" versprühen - und die wirken. Die Freundinnen Jaciky und Simona haben in einer halben Stunde schon um die 70 Monster gefangen. "Wir werden hier sitzen, bis der Akku leer ist, auch der externe", sagt Jacky und lacht. "Jetzt können wir das Spiel, das wir als Kinder gespielt haben, in Wirklichkeit zocken."


"Kindheitserinnerungen aus den 90ern"

Auch Tolga auf der anderen Seite des Brunnens spricht von "Kindheitserinnerungen aus den 90ern". Max, neben ihm, gefällt das "Community-Ding": Zwar kann jeder Spieler einzeln durch die Gegend ziehen, "doch mittlerweile haben sich feste Gruppen etabliert." Für Nebenmann Lucas steht der spielerische Ehrgeiz im Vordergrund.
Eine Mischung aus beidem führt wohl dazu, dass teilweise Samstagnacht noch 100 Leute oder mehr stundenlang vor der Tourist-Info "auf der Jagd" sind. "Letztes Mal musste ich zwölf Euro für's Parkhaus zahlen", merkt Tolga an und grinst.
Über 100 Menschen im Spielfieber, musste da schon einmal die Polizei einschreiten? "Nein, wir haben keine Meldungen, weder über Streitereien, noch über Menschen, die gegen etwas gelaufen sind, weil sie auf's Handy geschaut haben", sagt Sprecherin Silke Gahn.

In der Stadtverwaltung gibt es laut Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar ebenfalls keine Beschwerden. Sie ist froh, dass es in Bamberg keine Pokéstops an "sensiblen Orten" wie auf Friedhöfen oder in Kirchen gibt - was andernorts offenbar durchaus vorkommt.

Auch der Betrieb der Tourist-Info läuft. Besucher, die auf die nächste Stadtführung warten, teilen sich die großzügige Fläche im Rosengarten Geyerswörth mit den Pokémonspielern.
Tourismusdirektor Andreas Christel macht allerdings etwas anderes Sorgen: "die große Vermüllung". Man lasse die Mülleimer bereits häufiger leeren, doch gerade am Wochenende reiche das nicht mehr aus. Als vor kurzem das "Canalissimo"-Festival in unmittelbarer Nähe stattfand, habe es am nächsten morgen ausgesehen "wie nach einem Wirbelsturm". Christels Appell: "Bitte den Müll wieder mit nach Hause nehmen."


"Pokémon-Go-Event" und Facebookgruppe

Absolut positiv wirkt sich das "Jagdfieber" dagegen auf einen anderen Anlieger aus: Jens Müller ist Geschäftsführer des "Aposto", und er hat kürzlich ein "Pokémon-Go-Event" ausgerichtet: "Wir haben einen gelben Pikachu-Cocktail angeboten, mit und ohne Alkohol. Und wir haben einige Tische mit Mehrfachsteckdosen versorgt." Für den Gastronomen hat sich die Aktion gelohnt: "Die Leute drehen durch".
Und sie verabreden sich, fragen nach, wo man besonders seltene Monster fangen oder wie man Schwierigkeiten in der App beheben kann - in einer eigenen Facebookgruppe, die es natürlich auch schon gibt.

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