LKR Bamberg
Bilanz

Plus und Minus bei BamLit

Der Kultur- und Sportausschuss des Kreistags empfiehlt eine weitere Förderung des Bamberger Literaturfestivals.
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Zuschauermagnet BamLit: ein vollbesetzter Spiegelsaal der Harmonie bei der Lesung von Christoph Ransmayr im Rahmen des Festivals 2017. Foto: Barbara Herbst/Archiv
Zuschauermagnet BamLit: ein vollbesetzter Spiegelsaal der Harmonie bei der Lesung von Christoph Ransmayr im Rahmen des Festivals 2017. Foto: Barbara Herbst/Archiv
20 Monate nachdem die zuständigen Landkreisgremien 22 000 Euro für ein "Internationales Literaturfestival in der Region Bamberg" bewilligt haben, wurde nun dem Kultur- und Sportausschuss des Kreistags die Bilanz des Bamberger Literaturfestivals (BamLit) in den Jahren 2016 und 2017 präsentiert.

Die Rechnung ist aufgegangen, zumindest nach den Zahlen, die Renate Kühhorn, Fachbereichsleiterin Kultur und Sport im Landratsamt, und Gaby Heyder, Geschäftsführerin der "Bamberger Literaturfestival UG" präsentierten. Bei der ersten Ausgabe 2016 gab es demnach ein Minus von 25,05 Euro in der Zwischenbilanzierung. 2017 wird es angesichts bewilligter, aber noch nicht ausbezahlter Zuschüsse von Oberfrankenstiftung und Stadt Bamberg auf eine schwarze Null hinauslaufen.

Allerdings gibt es in der Zusammensetzung der Zahlen gewaltige Unterschiede gegenüber der Planung (siehe nebenstehenden Kasten). So fielen beispielsweise 45 000 Euro EU-Förderung weg. Auf der anderen Seite liegen die Einnahmen aus Eintrittsgeldern um ein Vielfaches über den angesetzten 7000 Euro. Mit fast 80 000 Euro deckten die Eintrittsgelder 2017 fast die Hälfte der Gesamtkosten.

Deutlich höher als in der ursprünglichen Kalkulation sind zum Beispiel die Kosten für Saalmieten. Geplant waren 10 000 Euro, tatsächlich beliefen sie sich 2016 auf weit über 16 000 Euro und 2017 stiegen sie sogar auf fast 27 000 Euro. Der Posten Werbung/Ticketing, ebenfalls mit 10 000 Euro pro Jahr veranschlagt, kam 3,5 Mal so teuer zu stehen.


Kritische Nachfragen

Kritische Nachfragen kamen vor allem von Andreas Lösche (Grüne). Wobei auch er betonte, dass das Festival "an sich eine wunderbare Sache" sei. Das stelle keiner in Abrede. Allerdings gebe es "keine volle Transparenz", ob die Veranstaltung nun gemeinnützig sei - wie es etwa die Oberfrankenstiftung für eine Förderung verlangt -, oder ob nicht doch privatwirtschaftliche Interessen zum Zuge kommen könnten. "Ungewöhnlich niedrig" fand Lösche den Anteil der Autorenhonorare, den er aufgrund der Abgaben an die Künstlersozialkasse nachrechnete. Denn damit wären die Moderatorenhonorare vergleichsweise hoch.

Zur Sprache kam auch die unklare Rolle des Landkreises als Veranstalter. Für Landrat Johann Kalb (CSU) war eindeutig, dass "zehn Prozent Eigenteil " in der Beschlussvorlage von 2015 "darauf hindeuten und klar machen, dass der Landkreis Veranstalter ist". Jonas Merzbacher (SPD), der das Festival als "großen Erfolg, der nicht kleingemacht werden darf" bezeichnete, wünschte sich, dass der Landkreis sich dann als Veranstalter auch entsprechend präsentiere.

Deutliche Kritik übte Merzbacher am Vorgehen, dass etwa der Ausschuss nicht über den nachträglichen Abschluss eines Werkvertrags mit der UG informiert wurden. Den Sachbericht wollte er deshalb auch nicht "zustimmend" zur Kenntnis nehmen, ebenso wie Lösche und Liebhard Löffler. Einer weiteren Förderung versagte nur Lösche - und das nur aufgrund fehlender Transparenz - die Zustimmung.
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