Bamberg
Konversion

Platz für neuen Stadtteil in Bamberg: 800 Wohneinheiten sollen entstehen

Mit der Überweisung der Kaufsumme geht die Lagardekaserne in das Eigentum der Stadt Bamberg über. 2019 soll es mit dem Bau von 800 Wohneinheiten losgehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Noch ist die Lagardekaserne weitgehend versiegelt. 2018 soll mit dem Abbruch der alten Hallen begonnen werden.  Foto: Ronald Rinklef
Noch ist die Lagardekaserne weitgehend versiegelt. 2018 soll mit dem Abbruch der alten Hallen begonnen werden. Foto: Ronald Rinklef
Die Konversion in Bamberg nimmt langsam an Fahrt auf: "Wir sind jetzt am Punkt angelangt, von dem es kein Zurück mehr gibt", sagte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) Mitte der Woche. Kurz zuvor hatte er mit seiner Unterschrift die Zahlung der ersten Rate zum Neun-Millionen-Euro-Kaufpreis für die Lagarde-Kaserne angewiesen.

Voraussetzung für diesen Schritt, der den juristischen Eigentumsübergang der bislang umfangreichsten Konversionsliegenschaft in Bamberg markiert, war eine Nachricht aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Darin erteilte die zuständige Behörde ihre Genehmigung für den Kaufvertrag und beendete ein monatelanges Tauziehen um die 19,4 Hektar große Kasernenfläche.

Wie Starke sagte, war lange Zeit überhaupt nicht sicher, dass die Verhandlungen mit dem Bund zu einem erfolgreichen Ende kommen würden. Vor allem die immer neuen Forderungen von Bundespolitikern nach einer weiteren Verstärkung der Polizeikräfte löste im Bamberger Rathaus regelmäßig Zähneklappern aus. So wurde nach der Bundespolizeischule in Bamberg mittlerweile in Diez an der Lahn ein weiteres Ausbildungszentrum gegründet, um den Bedarf an Nachwuchskräften decken zu können.

Reiner Zufall war es, dass das "Okay" in Berlin ausgerechnet an einem Tag ausgesprochen wurde, an dem die Spitzen der Stadtratsfraktionen in einer Klausur über die Zukunft auf dem Lagardegelände berieten.

Durch die nun vorhandene Verfügungsgewalt über die Liegenschaften wird es beispielsweise möglich sein, noch heuer die Vergabe der Abbrucharbeiten auszuschreiben. Allein für Abbruch und Entsiegelung soll Schätzungen zufolge ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag fließen.


Hohe Miete durch den Freistaat

Die Stadt spart aber auch viel Geld durch die Zusage aus Berlin. Denn um die erforderliche Sanierung des US-Hauptquartiers bis September zu schaffen, war Bamberg mit Mietzahlungen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Vorleistung gegangen. "Dieses Risiko hat sich gelohnt", sagt Bambergs OB mit Blick auf die zu erwartenden Einnahmen durch die Zentralstelle Cybercrime der bayerischen Justiz.

Wert legt die Stadtspitze darauf, dass nun auch die wohnungspolitischen Ziele der Stadt Schlag auf Schlag verwirklicht werden können. Laut Starke sollen in dem zentralen Bereich der Lagardekaserne, der jetzt noch mit Hallen verbaut ist, insgesamt 800 Wohneinheiten entstehen. Der erste Spatenstich könnte demnach in den Jahren 2019 bis 2020 Jahren erfolgen.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren