Bamberg
Gesprächsrunde

Pflegeskandal in Seniorenresidenz: Podiumsdiskussion mit Emotion

In der Mediengruppe Oberfranken wurde Donnerstagabend (26.01.17) üder den Fall Gleusdorf und die Folgen diskutiert. Vor allem Betroffene wurden lauter.
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Fachleute auf dem Podium, aber auch im Zuschauerraum: Bei der Podiumsdiskussion zum Thema "Der Fall Gleusdorf und die Folgen" wurde Klartext gesprochen. Foto: Ronald Rinklef
Fachleute auf dem Podium, aber auch im Zuschauerraum: Bei der Podiumsdiskussion zum Thema "Der Fall Gleusdorf und die Folgen" wurde Klartext gesprochen. Foto: Ronald Rinklef
Was ist hinter den Mauern der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf im Landkreis Hassberge wirklich passiert? Die Staatsanwaltschaft Bamberg ermittelt, unter anderem wegen des Verdachts auf Totschlag.
FT-Redakteur Ralf Kestel hatte Vorfälle in dem Heim an die Öffentlichkeit gebracht, nach und nach wurden ihm immer mehr Informationen über die Zustände in der Einrichtung zugespielt. So soll eine alte Dame ausgehungert sogar das Katzenfutter aus dem Napf gegessen haben. Dieses Beispiel brachte er auch Donnerstagabend bei der Podiumsdiskussion zum "Fall Gleusdorf und die Folgen" im Verlagsgebäude der Mediengruppe Oberfranken in Bamberg.


Fachleute auf dem Podium

Zu Gast waren Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), Thomas Muck vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Bayern, Hubertus Räde, stellvertretender Vorstandschef der AOK Bayern, Friedrich Koch, Kreisgeschäftsführer des VdK und Joachim Görtz vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste.
Neben den Offiziellen waren es vor allem persönlich Betroffene, die Klartext redeten. Eine Pflegerin aus dem Seniorenheim rief aufgebracht: "Wir haben uns 15 Jahre lang beschwert, wir waren sogar vor Gericht. Doch niemand hat uns geglaubt!"

Auch der Angehöriger eines Bewohners war wütend: "Mir platzt gleich der Kragen! Solche Einrichtungen haben die Aufgabe, Menschen in den letzten Jahren ihres Lebens zu beschützen. Doch es geht nicht mehr um die Pflege, sondern nur noch ums Geld!"
Gleichwohl warnte man auf dem Podium davor, alle Heime über einen Kamm zu scheren. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Samstagsausgabe des Fränkischen Tag und hier auf infranken.de.
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