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Memmelsdorf
Jubiläum

Pflege ist eine Aufgabe für alle

Caritasverband für den Landkreis Bamberg feierte 30-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand das Thema Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe - und Hauptaufgabe des Caritasverbandes.
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"Der Arzt soll nicht der sein, der den Giftbecher aufs Nachtkästchen stellt." Für dieses klare Bekenntnis gegen den ärztlich begleiteten Suizid erhielt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) spontan starken Beifall. Sie hielt beim Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen des Caritasverbandes für den Landkreis Bamberg die Festrede.

Im Katholischen Pfarrzentrum von Memmelsdorf berichtete Huml von persönlichen Begegnungen, die belegen, dass auch Schwerstkranke leben wollen: "Jeder Tag kann wertvoll sein - egal, wie krank jemand ist." Dies zu ermöglichen, setze eine gute Pflege voraus.

Daraus folgerte die Ministerin: "Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Und dafür müsse die Gesellschaft Geld in die Hand nehmen - mehr als bisher. Dies sei den meisten Menschen inzwischen auch klar.
Auf die beschlossene Erhöhung des Pflegeklassenbeitrags habe sie aus der Bevölkerung nur positive Reaktionen erhalten.

Pflege sei die Hauptaufgabe des Kreis-Caritasverbandes, der mit vier Sozialstationen 680 Patienten ambulant und im Seniorenzentrum in Hallstadt 65 Bewohner versorge, führte der Vorsitzende des Verbandes, Peter Landendörfer, aus.

Er erinnerte an die Anfänge vor 30 Jahren. Damals habe es keine funktionierende Hauskrankenpflege mehr gegeben. Daher habe der Diözesan-Caritasverband Sozialstationen und als deren Träger Kreis-Caritasverbände gegründet - unter denen der im Landkreis Bamberg "der letzte Baustein" im Erzbistum gewesen sei.

Dass die ambulante Pflege der Caritas heute zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des täglichen Alltags geworden ist, belegten die Grußworte von Landtagsabgeordnetem Heinrich Rudrof, Bezirkstagspräsident Günther Denzler und Landrat Johann Kalb.

Sie alle berichteten von häufigen Begegnungen mit den Schwestern und Pflegern und dankten der Caritas, die im Landkreis "die Grundstrukturen der ambulanten Pflege" (Denzler) gelegt habe. Ein Film des Michaelsbundes machte deutlich, dass die Schwestern nicht nur alte Menschen versorgen. In den Szenen aus der Arbeit der Caritas-Sozialstation Hallstadt wurden als Patienten auch ein junger schwerstbehinderter Mann, eine an Multipler Sklerose erkrankte und eine kleinwüchsige Frau porträtiert.

Auf aktuelle Probleme reagiert

Landendörfer gab aber auch wieder, wie der Kreis-Caritasverband, der heute 190 Hauptamtliche beschäftigt und von 130 Ehrenamtlichen unterstützt wird, im Lauf der Jahre auf akut entstandene Probleme reagiert habe. Die gewachsene Anforderung an Vereinbarkeit von Beruf und Familie habe zum Aufbau von Schülerbetreuung in Hirschaid und Burgebrach geführt. Das Josefslädchen in Bamberg, in dem inzwischen 1000 bedürftige Personen regelmäßig Lebensmittel zu stark reduzierten Preisen erwerben, sei "ein höchst sensibles Barometer für Armut in der Gesellschaft".

Gegenwärtig stellten Flüchtlinge das meist ehrenamtlich engagierte Personal des Sozialladens vor neue Herausforderungen, da es Sprache und Alltagsgewohnheiten der Asylbewerber oft nicht kenne.

Der Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein mahnte in seinem Grußwort, das Josefslädchen dürfe nicht zur Dauereinrichtung für die Betroffenen werden. Wenn für Familien "am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig sei", fordere das die Politik heraus, die finanzielle Situation der Familien zu verbessern.

Im Festgottesdienst, der vor dem Festakt in der Memmelsdorfer Pfarrkirche gefeiert wurde, war Weihbischof Herwig Gössl auf die Tagesheilige Elisabeth von Thüringen eingegangen. Sie sei "ein Zeichen, dass Leben gelingen kann, wenn es sich der Liebe verschreibt" - obwohl sie äußerlich nicht viel vom Leben gehabt habe, da Elisabeth bereits mit 19 Witwe geworden und mit 24 gestorben sei. Eine solche Liebe, die nicht zuerst auf sich selbst schaue, werde bei der Caritas gelebt.

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