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Pettstadt
Jubiläum

Pettstadter Fähre setzt seit 1461 über

555 Jahre ist das Wahrzeichen nun schon in Betrieb. Beim Dankgottesdienst wurde auch an die bisher unfallfreie Flussquerung gedacht.
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Pfarrer Wolfgang Schmidt bat um Gottes Schutz und Segen für die Pettstadter Fähre, die Fährleute und alle, die mit ihrer Hilfe von einem Regnitzufer zum anderen kommen. Fotos: Werner Baier
Pfarrer Wolfgang Schmidt bat um Gottes Schutz und Segen für die Pettstadter Fähre, die Fährleute und alle, die mit ihrer Hilfe von einem Regnitzufer zum anderen kommen. Fotos: Werner Baier
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In einer Zeit, in der wirklich alles im Fluss ist, feierten die Pettstadter ein rundes Jubiläum: 555 Jahre Regnitzfähre. Und viele, die auf ihren Feierabend- oder Wochenendtouren diese Schiffsbrücke nutzen, ja sogar zufällig des Weges kommende Feriengäste, feierten mit. Immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass eine Gemeinde über 555 Jahre belegen kann, welcher Ortsbewohner wann Fährmann war. Die 1461 angelegte Chronik der Pettstadter Fähre ist diesbezüglich lückenlos. Und es ist kein Unfall in dieser Historie überliefert.

Gott sei Dank ist nie etwas Schlimmes passiert. Diesem Gedanken folgend spendeten die zahlreichen Teilnehmer des Dankgottesdienstes am Sonntagvormittag dem Allmächtigen und den allzeit gewissenhaften und verantwortungsbewussten Fährleuten Beifall.


Pfarrer Wolfgang Schmidt empfahl die Gemeinde der Fähre ins himmlische Ziel und bat um Gottes Schutz für das Wasserfahrzeug, die Fährmannsklause und die Männer, die den Fahrgästen helfen, von einem zum anderen Ufer zu gelangen. Vier Minuten dauert normalerweise die Überfahrt, eine gute Zeit zur Reflexion oder zur Kontaktaufnahme zwischen Menschen auf ihren unterschiedlichen Wegen.

Bürgermeister Jochen Hack (FWG) ermunterte die Geschichtsforscher und Heimatkundler, nach Belegen für eine ältere Existenz der Pettstadter Fähre zu suchen.

Man weiß, dass Pettstadt vor 1399 zur Pfarrei Amlingstadt gehört hat und darf daher vermuten, dass lange vor der bisher bekannten ersturkundlichen Erwähnung - 31 Jahre vor der Entdeckung Amerikas - eine Fährverbindung zwischen Pettstadt und Strullendorf bestanden hat. Mithin: Pettstadt würde sich nicht scheuen, in absehbarer Zeit ein noch beachtlicheres Altersjubiläum der Regnitzfähre zu feiern. Mit Gottes Hilfe möge die Fähre noch viele Jahrzehnte helfen, die Regnitz zu überbrücken, war der Wunsch des Bürgermeisters.


Dank an Heimatkundler

Besonders dankte Hack dem Heimatkundler Hansi Schuberth für die Mühewaltung, eine Foto- und Filmdokumentation zur jüngeren Geschichte der Fähre und die Ausgestaltung eines Festes auf die Beine gestellt zu haben. Zwei Traditionsvereine, die Fischer und die Schützen, sorgten für den gastfreundlichen Rahmen.

Die Fährleute Reinhold Schuhmann und Berthold Göller, die die älteste Gierseilfähre Oberfrankens im Wechsel steuern, hatten wie stets am Wochenende alle Hände voll zu tun. Bekanntlich kommt die Pettstadter Fähre ohne Motorkraft aus. Antriebskraft liefert gratis die Regnitz: Der Fluss bewegt die an einem Seil hängende Fähre durch Wasserdruck auf die Breitseiten von einem Ufer zum anderen.

Zwischen 50 Cent für Fußgänger (Kinder unter 14 Jahre frei) und drei Euro für ein Auto kostet das Übersetzen - ein Klacks für ein Vergnügen, das sich aus alter Zeit in die Gegenwart gerettet hat.

Die Fähre pendelt zwischen 1. März und 31. Oktober jeden Jahres täglich zwischen 9 und 19 Uhr (kein Ruhetag). Zufahrten sind von Pettstadt und Strullendorf her beschildert sowie auf den gängigen Rad- und Wanderwegekarten des Bamberger Raumes ausgewiesen.
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