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Hallstadt
Großübung

Pendelverkehr und Zangenangriff

Über 400 Einsatzkräfte rüsten sich am Samstag mit einem simulierten Waldbrand zwischen Dörfleins und Oberhaid für den Ernstfall.
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Einsatzbesprechung mit KBI Thomas Renner am Abrollcontainer Besprechung, der sogar mit Vordach ausgestattet ist. Alle Fotos: Matthias Hoch
Einsatzbesprechung mit KBI Thomas Renner am Abrollcontainer Besprechung, der sogar mit Vordach ausgestattet ist. Alle Fotos: Matthias Hoch
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Ein Hektar Wald zwischen Kreuz und Hubertusstein am Kreuzberg in Flammen! Das war das Szenario am Samstagfrüh. Damit probte die Landkreisfeuerwehr den Ernstfall in einer Großübung. Dafür rückten über 45 Feuerwehrfahrzeuge und an die 400 Einsatzkräfte aller Art an. Die Ergebnisse dieser Gemeinschaftsaktion werden in die künftigen Einsatzpläne für Waldbrände einfließen.
Bereits vor Ablauf der fast fünf Stunden dauernden Großübung stand fest, dass die Kooperation ebenso wie die neue Technik und vor allem auch das Wechselladersystem mit unterschiedlich ausgestatteten Abrollcontainern hervorragend funktioniert.
Seine Feuertaufe erlebte der Abrollcontainer Besprechung des Landkreises, in Kombination mit Katastrophenschutzmobil und weiterer High-Ausrüstung.

Großübung bedeutet freilich immer auch Großaufgebot: Neben den Feuerwehren waren Polizei, Sanitäter, THW und Katastrophenschutz vor Ort. Die Chefs der an den Brandherd angrenzenden Gemeinden Hallstadt und Oberhaid, also die Bürgermeister Thomas Söder und Carsten Joneitis, waren ebenso präsent wie der Landkreischef Johann Kalb höchstpersönlich und der Chef der Polizeiinspektion Bamberg-Land, Albert Häfner sowie der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs Forchheim, Konrad Schneider.


Förster meldet den Brand

Nachdem Revierförster Peter Paleczek auf der Jagd im Staatswald Dampf gerochen und Feuer entdeckt und einen brennenden Traktor als Ursache ausgemacht hatte, alarmierte er die Feuerwehr. Danach nahm alles seinen Lauf - nach Plan. Das heißt, mit erkennbarer Ausweitung der Gefahrenlage wurden immer mehr Wehren alarmiert und der Einsatz zum simulierten Großeinsatz. Dessen Leitung übernahm KBI Thomas Renner und schließlich mit Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann der oberste Brandschützer des Landkreises. Wie im Echtfall.

Die aus Hallstadt stammenden Feuerwehrleute Renner und Stephan Groh (Erster Kommandant) hatten die Übung nicht nur angeregt, sondern auch akribisch vorbereitet. Eine Waldbrand-Großübung hatte es seit Jahren nicht mehr gegeben, merkt dazu Rüdiger Heußinger vom Landratsamt an. Dessen Chef, der Geschäftsbereichsleiter (Öffentliche Sicherheit und Ordnung) Henning Juntunen, verschafft sich am Einsatzort ebenfalls einen Eindruck.

Harald Krug, der das Landratsbüro leitet, hat denn auch gleich die Damen von der Pressestelle Carina Repp und Sabrina Großmann um sich geschart. Seitens der Polizei ist der Sprecher der Landkreisinspektion Markus Dotterweich zugegen und nimmt an den Einsatzbesprechungen teil. Im Ernstfall ist die Polizei unter anderem für Durchsagen oder die Entsendung eines Hubschraubers zuständig.

Fürs THW ist Ortsbeauftragter Michael Friedrich mit verschiedenen Mitarbeitern dabei. Das THW könnte die Wehren beispielsweise mit schwerem Gerät wie Radlader unterstützen oder mit Großpumpen. Die Besprechungen werden schnell vom Kreuzberg zum Main bei Dörfleins verlegt, da der Brand zum Großbrand mutiert ist und es oben eng wird.

Dafür, dass die Kameraden vor Ort auch einen Brandeindruck bekommen, hat Feuerwehrexperte und Pyrotechniker Mario Pederzolli mit entsprechender Rauchkulisse gesorgt. Gleich in seiner Nähe hat Matthias Böhmer, im Hauptberuf in der Integrierten Rettungsleitstelle tätig, Position bezogen. "Es ist wichtig, den Kontakt zu den Kollegen zu pflegen." Das tut er heute als Aktiver der Dörfleinser Wehr.

Viele Wehren arbeiten hier Hand in Hand, nach Alarmierungsplänen. Die werden nach solchen Großübungen angepasst oder bestätigt. Waldbrand bedeutet unwegsames, also schwer zugängliches Gelände, lange Wege bis zum Brandort. Eine Herausforderung besteht in der Wasserzufuhr. Behelfsbecken werden vollgepumpt, von dort holen es Feuerwehrfahrzeuge und geben es an den Abrollbehälter Wasser ab, von dem aus es zum Brandherd gepumpt wird. Doch das Netz geht in die Knie.


Zangenangriff

Ein Zangenangriff ist das Mittel der Wahl: Von Dörfleinser Seite aus wird der Main angezapft und dessen Wasser hochgepumpt. Viele Pumpen sind nötig, um den Druck aufrechtzuerhalten und Höhenmeter zu überwinden. Aber es gelingt, über zwei Leitungen 800 Liter pro Liter zu pumpen, stellt KBI Björn Herrmann später zufrieden fest.

Der Digitalfunk funktioniert, der Abrollcontainer Besprechung zusammen mit Technik der Unterstützungsgruppe funktioniert hervorragend. Da wird sogar die Polizei neidisch, "klasse ausgestattet", stellt Albert Häfner fest. Ihn beeindruckt die Professionalität, mit der die Ehrenamtlichen hier zugange sind. Überhaupt lobt Landrat Johann Kalb deren Engagement, ehe er sich dann zu einer weiteren Veranstaltung verabschieden muss.
"Die Technik für die Einsatzleitung ist hervorragend", stellt ein zufriedener Kreisbrandrat zur Feuertaufe des Abrollcontainers Besprechung am Ende fest.

Für die Aktiven bedeutet das Einsatzende noch zwei, drei Stunden Nachbereitung. Aber "es hat sich gelohnt, dafür haben wir den Samstag gern geopfert", versichert ein strahlender Hallstadter Kommandant, der wie alle Kameraden wichtige Erkenntnisse mitnimmt.
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