Kulmbach
Kampfmittelfunde

Paul findet Handgranate und hat Riesenglück

Gleich zwei Granaten wurden am Wochenende im Kreis Kulmbach entdeckt, eine weitere in Strullendorf. Warum Paul Oppenländer Riesen-Glück hatte:
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Da lag sie. Paul Oppenländer zeigt auf die Stelle, wo er die Handgranate gefunden hat. Foto: Corinna Igler
Da lag sie. Paul Oppenländer zeigt auf die Stelle, wo er die Handgranate gefunden hat. Foto: Corinna Igler
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Paul ist auf dem Weg zum Fußballspielen mit den Nachbarskindern, als er eine Handgranate entdeckt. Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, wurde am Freitagnachmittag in Rugendorf (Landkreis Kulmbach) Realität. Ein Großaufgebot an Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Kampfmittelräumdienst rückte wenige Minuten später an. Die Wohnsiedlung wurde an diesem Nachmittag abgesperrt.

"Ich hab' Bälle geholt und sie in meinem Anhänger hier geschoben", erzählt der achtjährige Paul Oppenländer am Sonntag auf dem Grundstück der Nachbarsfamilie Schrepfer/Sesselmann. Dabei sei ein Ball herausgefallen, und als er ihn habe aufheben und wieder in seinen Anhänger packen wollen, ist Paul da am Boden etwas aufgefallen.

"Schau mal, was ich gefunden hab'. Das ist wie im Krieg" - mit diesen Worten ging Paul zu Ramona Schrepfer, die nur wenige Meter daneben in ihrem Garten arbeitete. Obwohl sie selbst erschrocken war, riet sie Paul richtigerweise, die vermeintliche Handgranate langsam und vorsichtig abzulegen und rief ihren Vater hinzu - und wenige Minuten später die Feuerwehr.

Franz Schnaubelt, zweiter Kommandant der Rugendorfer Feuerwehr und Einsatzleiter, erinnert sich: "Wir wurden zu einem Kampfmittelfund alarmiert. In der Alarmierung stand sogar was von Bombenfund. Da ist man natürlich extrem vorsichtig." Er konnte dann bestätigen, dass es sich um eine Handgranate handelt und sperrte mit seinen Kameraden weiträumig die Wohnsiedlung ab, die umliegenden Häuser wurden evakuiert. "Der kleine Paul hat mehr als einen Schutzengel gehabt", ist sich Schnaubelt sicher. Immerhin soll die Granate noch zündfähig gewesen sein und wie Paul erklärt, sei auch "irgendwas" davon abgebrochen.

Wie Schnaubelt sieht das auch Klaus Sesselmann, der mit Ramona Schrepfer auf dem Grundstück, wo Paul die Granate gefunden hat, wohnt: "Wir haben vor drei Wochen den Hof gepflastert, legen so nach und nach Hof und Garten an. Da haben wir auch eine Rüttelplatte im Einsatz. Ein Glück, dass nichts weiter passiert ist." Woher die Granate kommt, kann er sich dadurch, dass es sich um eine englische Handgranate handelt, nur so erklären, dass auf dem Grundstücke Raubmunition vergraben wurde.

Mittlerweile ist die Handgranate aber sicher verwahrt. Der Kampfmittelräumdienst hat sie abgeholt, in Isolierband gewickelt und in einer Spezialkiste abtransportiert.

Allerdings war das nicht dessen einziger Einsatz am Wochenende. Wurde doch im Kreis Kulmbach noch ein weiterer Kampfmittelfund gemacht. In Limmersdorf bei Thurnau wurde nach Angaben der Kulmbacher Polizei bei Grabungsarbeiten eine scharfe 35-Millimeter-Panzergrante aus dem Zweiten Weltkrieg zutage gefördert.
Ein Mann hatte am Samstagnachmittag auf seinem Grundstück in der Nähe der Tanzlinde einen Graben ausgehoben, um Platz für Fundamente zur Erweiterung der Terrasse zu schaffen. Dabei stieß er auf den Gegenstand aus Metall, holte das Objekt aus dem Boden und alarmierte die Polizei.

Die Streifenwagenbesatzung der Polizeiinspektion Kulmbach stellte fest, dass es sich um eine scharfe Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. "Eine Gefahr ging von dem Gegenstand nicht aus", hieß es. Dennoch informierten die Kulmbacher umgehend den Kampfmittelbeseitigungsdienst Feucht.


Sprengkommando kommt

Darauf wurde angeordnet, dass die Munition sicher und unzugänglich auf dem Grundstück verwahrt wird. "Da darf keiner mehr hinlangen", so die Polizei. Sie erklärte das Grundstück zum Sperrgebiet, bis die Experten die Granate heute abholen.

Gleich mitgenommen hatten die Spezialisten am Freitagabend die deutsche Stiel-Handgranate, die ein Landwirt auf seinem Feld bei Strullendorf fand. "Die war noch scharf", sagte ein Polizeisprecher, gefährdet sei aber niemand gewesen. Derartige Funde kämen auf Äckern in der Region immer wieder mal vor.
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