Ein wahrhaft lauschiges Plätzchen ist dieser Pfarrgarten mitten in der Altstadt: "Einer der wenigen erhaltenen in der Stadt Bamberg mit einem spätklassizistischen Brunnen", weiß Walter Milutzki. Der Mitarbeiter des Diözesanmuseums gehört zum Gemeindeausschuss der Oberen Pfarre, der sich in diesem historischen Garten im Schatten des gotischen Bauwerks trifft.

Saftig grün sprießender Rasen, geschnittene Bäume, freigelegter Brunnen, Scheinwerfer für stimmungsvolle Beleuchtung: Dieses Fleckchen Erde in der Eisgrube ist neu hergerichtet und soll Schauplatz werden für die Festwoche vom 20. bis 26. Juni. Der Anlass zum Feiern liegt 625 Jahre zurück: Fürstbischof Lamprecht von Brunn weihte im Mai 1387 die Obere Pfarrkirche Unsere Liebe Frau.

Der Gemeindeausschuss unter Vorsitz von Hedwig Kemmer plant generalstabsmäßig den Festreigen aus Musik, Theater oder Mäc Härders "Frankenmix": Wer stellt die Bühne, Bänke und Tische auf? Wer kümmert sich um die Verpflegung? Wer räumt nach dem Fest wieder alles auf? Es melden sich genügend Helfer, die Aufgaben werden verteilt.


Erlös fließt in Sanierung



Hedwig Kemmer macht klar, dass der gesamte Erlös der Festwoche in die Sanierung der Pfarrkirche fließen soll: "Es gibt keine Gagen, das wissen die auftretenden Künstler", betont sie. Nach dem Festgottesdienst am Sonntag, 24. Juni, ist vor dem Festgottesdienst: Denn Erzbischof Ludwig Schick wird am 2. Dezember mit der Gemeinde den Abschluss des ersten Bauabschnitts zelebrieren: "Das Kirchenschiff wird im kommenden November fertig", berichtet Kirchenrat Heiner Kemmer.

Nach getaner Arbeit genießt der Gemeindeausschuss ein kühles Bier und Gegrilltes. Währenddessen erzählt Walter Milutzki von diesem barocken Garten, der einst der Versorgung des Pfarrhofs diente und zugleich Ziergarten war. "Er hatte repräsentativen Charakter", sagt Milutzki und weist auf einen Grundstücksplan aus dem Jahr 1787. Dieser zeigt eine Gliederung in vier gleich große Gartenabschnitte, die durch sich kreuzende Wege entstanden sind. Ein ovales Brunnenbecken bildete die Mitte.


Laubengang als Glanzstück



Glanzstück ist der Bereich vor der Mauer des Kirchbergs gewesen, an der sich ein Laubengang entlangzog. Dieser mündete am Gartenhaus, das noch heute existiert. Die damaligen Pfarrer hätten sich fachkundig um den Garten gekümmert, blickt Milutzki zurück. Obst wie Äpfel oder Kirschen seien gekreuzt, Kräuter gepflanzt oder Rosen gezüchtet worden. Auch die Blumen für den Kirchenschmuck blühten in dem Garten. "Nur Rucola haben die Pfarrer nicht angebaut", lächelt Walter Milutzki verschmitzt. Denn "Rucola galt als lustfördernd...".

Unter dem Motto: "625 Jahre Obere Pfarre - Kultur im Pfarrgarten" geht die Festwoche vom 20. bis 26. Juni 2012. Alle Veranstaltungen finden im Pfarrgarten der Oberen Pfarre in der Eisgrube statt. Weitere Informationen und Tickets gibt es im Pfarramt (Telefonnummer: 0951/52018) und in der Bäckerei Seel, Lugbank 8.