Breitengüßbach

Noch viele offene Baustellen an der Bahnstrecke

Das Ende der Bahnsperrung bedeutet für die Anwohner noch kein Ende der Beeinträchtigungen. Es droht teilweise eine doppelte Belastung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein aktueller Blick aus dem Fenster. Vor einem Jahr sah es so aus ...Fotos. Hans Kurz
Ein aktueller Blick aus dem Fenster. Vor einem Jahr sah es so aus ...Fotos. Hans Kurz
+8 Bilder
Nach neun Monaten werden ab Sonntag wieder Züge am Haus von Lucia und Michael Huth vorbeirollen. Es war aber keine ruhige Zeit für sie - ebenso wie für alle anderen Anwohner der Bahnlinie von Breitengüßbach bis Ebensfeld. Ganz im Gegenteil. Immer wieder haben sie dem Fränkischen Tag für dieses Serie vom Leben an der Bahnbaustelle berichtet. Und ein Ende ist auch der Wiederaufnahme des Schienenverkehrs kaum abzusehen.

Viel hat sich vor dem Haus in Breitengüßbach verändert, wie ein Blick aus dem Fenster zeigt. Verschwunden sind die großen Bäume und all das Grün, das die alte Bahnlinie säumte. Hinzugekommen ist zum Beispiel eine riesige Bauschutt- und Abraumhalde jenseits des deutlich größer gewordenen Grabens der Bahntrasse. Hinzu gekommen ist auch eine Lärmschutzwand - die just auf Höhen des Anwesens der Huths endet. "Ich frage mich schon, was das soll", sagt Lucia Huth.

Ein Anruf bei der Bauleitung ergab, dass das so im Plan vorgesehen sei und schon passe. Möglicherweise sind die Planer davon ausgegangen, dass hier ein zusätzlicher Erdwall beginnt, wie er in den Planungen aus den 1990er Jahren einmal vorgesehen war, vermutet Lucia Huth, die schon gespannt ist, wie sich das auswirkt, wenn die Züge wieder fahren. Der Wall wurde damals jedoch erst etwa hundert Meter weiter, hinter den Reihenhäusern aufgeschüttet.


Schienenleger kommen noch mal

Dass hinter der Lärmschutzwand und hinter den Gleisen - vor einem derzeit noch unbefestigten Lehmhang - schon die Pfeiler für eine weitere Wand eingerammt wurden, ist auch nicht beruhigend. Schließlich könnte diese Wand den Schall der vorbeifahrenden Züge erst richtig zu den Reihenhäusern hin reflektieren, fürchten die Anwohner. Was diese ebenfalls empört ist, dass bislang nur zwei der vier Gleise verlegt wurden, dass ihnen also das ganze Procedere des lärm- und vibrationsintensiven Schienenlegens im kommenden Jahr noch einmal ins Haus steht.

Arbeitstechnisch mag es Sinn machen, die künftigen ICE-Gleise zwischen Zapfendorf und Breitengüßbach erst nach der Fertigstellung des Überwerfungsbauwerks bei Unteroberndorf zu verlegen Bei den betroffenen Anwohnern stößt das aber auf wenig Verständnis. Und offene Baustellen gibt es auch noch anderweitig. Am 4. September ist also noch lange nicht Schluss.



Serie Bautagebuch


Folge 1 - Die Ruhe vor dem Sturm
Folge 2 - Der letzte Baum ist gefällt
Folge 3 - Kehraus in Breitengüßbach
Folge 4 - Nach dem Matsch nun der Staub
Folge 5 - Baggern, bohren, rütteln
Folge 6 - Keine Halbzeit-Pause auf der ICE-Baustelle
Folge 7 - Die heiße Phase ist noch nicht vorbei
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren